| Die Sojabohne kennt man schon mindestens 5000 Jahre. Die
ersten Aufzeichnungen findet man in China, wo die
Sojabohne(lateinisch Glycine max) in ihrer wilden Form
kultiviert wurde. Die Sojabohnen wurden in der chinesischen
Kultur so wichtig, daß ein chinesischer Herrscher Namens
Sheng-Nung, die Sojabohne mit zu den heiligen Getreiden zählte.
Zusammen mit Reis, Gerste, Weizen und Hirse zählte sie zu den
Grundnahrungsmitteln der chinesischen Bevölkerung. Vor 2300
Jahren wurde die Sojabohne zum zweitwichtigsten Anbaugut der
Chinesen.
In dieser Zeit entwickelte sich auch die Kunst der
Tofuherstellung. Die Idee zur Tofuherstellung kam wahrscheinlich
durch einen Zufall zustande. Man sagt, daß ein Koch einen Topf
mit pürierten Sojabohnen mit Nigari (wird aus Meerwasser
gewonnen) würzen wollte und es dadurch zur Ausflockung der Milch
kam. Preßt man diese geronnenen Bestandteile , erhält man Tofu.
Manche behaupten auch, die Tofuherstellung sei von
buddhistischen Mönchen entwickelt worden. Wir werden es
wahrscheinlich nicht mehr erfahren.
Mit der Zeit wurden dann immer mehr Sojazubereitungen
entwickelt. In Asien gibt es neben den bekannten, wie Sojamilch,
Sojasauce, Tempeh, Miso, hunderte von verschiedenen Rezepten aus
der Sojabohne
Ein universelles Lebensmittel
In Asien breitete sich der Sojaanbau rasch aus und die Bohnen
waren schon sehr bald auch in ganzen Ostasien zu finden. Aber
erst im 17 Jahrhundert kam die Sojabohne(manche behaupten auch
etwas früher) kam die Sojabohne über Vorderindien, Nordafrika
nach Europa. Man nimmt an, christliche Missionare haben die
Sojabohne auf ihren Reisen mitgebracht.
In die USA gelangte die Bohne erst 1829 mit chinesischen
Immigranten. Sie war damals aber nur bei der chinesischen
Bevölkerung bekannt und wurde erst durch Benjamin Franklin aus
ihrem Schattendasein gehoben , der sie angeblich! aus Frankreich
mitgebracht haben soll. Der Siegeszug der Sojabohne begann in
der westlichen Welt sehr langsam. In Europa führte man im 19
Jahrhundert noch eine Reihe Anbauversuche durch, um den Ertrag
zu steigern, aber große Mengen wurden nicht produziert. Erst im
20 Jahrhundert wurde die Sojabohne zu einem Welt Nahrungsmittel.
Während man Anfang des Jahrhunderts kaum 1 Million Hektar
Anbau Fläche zählte, nahm diese 1950 auf 16 Millionen zu und
1993 zählte man schon 56 Millionen Hektar. Das entspricht der 1
½ fachen Größe Deutschlands! Der größte Anbauer heute ist die
USA. Sie produzieren mehr als 90% aller Sojabohnen.
Eine der interessantesten Inhaltsstoffe der Sojabohne sind
wohl die Isoflavone. Es handelt sich hier um
Pflanzenhormone(Phytoöstrogene), die wie menschliche Östrogene
wirken. Auffalend ist, dass die asiatische Bevölkerung keine
Wechseljahresbeschwerden kennt und bestimmte Krebsarten auch
sehr viel geringer sind als in Europa. Man führt dies auf die
Wirkung der Isoflavone zurück. |