sekundäre Pflanzenstoffe (SPS):
Als sekundäre (bioaktive) Pflanzenstoffe werden zahlreiche Substanzen
in Obst, Gemüse, Nährmitteln, wie Kartoffeln, Hülsenfrüchten und
Vollkornprodukten, sowie in fermentierten Lebensmitteln bezeichnet. Bis
vor wenigen Jahren galten sie noch meist als gesundheitsschädlich. Heute
werden jedoch vielen SPS, die früher als schädlich galten,
gesundheitsfördernde Wirkungen zugesprochen. Zum Beispiel diene sie den
Pflanzen als Abwehrstoff gegen Fressfeinde. Der bittere Geschmack des
Rosenkohls stammt etwa von dem SPS Sinigrin, das Schädlinge den Appetit
verdirbt. Viele SPS schützen die Pflanzen auch vor den schädlichen
Auswirkungen der Sonnenbestrahlung. Auch als Farbstoffe kommen sie zum
Einsatz oder regen als eine Art Duftstoff, Tiere zum Fressen der
Pflanzen an.
Im Vergleich zu den primären Pflanzenstoffen wie Kohlenhydraten,
Eiweißen , Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen haben SPS keine
Nährstoffeigenschaften für den Menschen. Sie üben jedoch
pharmakologische Wirkung aus. Die wohl bedeutendste Eigenschaft der SPS
ist ihre Fähigkeit, den Menschen vor Krebs zu schützen.
So sind z.B. Flavonoide in der Lage die Entstehung von Krebs in
verschiedenen Stadien zu verhindern. Sie können z.B. in der Leber die
Umwandlung von inaktiven zu aktiven Kanzerogenen blockieren. Das
Krebswachstum nimmt ja mit einer entarteten Zelle ihren Anfang. Und auch
hier greifen SPS ein. Sie können verhindern, daß eine Zelle mit einer
DNA-Schädigung (d.h. einer Schädigung ihrer Erbsubstanz) ungebremst zu
wachsen anfängt.
Flavonoide kommen vor allem in den Randschichten von Obst und Gemüse
vor. Man sollte deshalb auf das Schälen verzichten und statt dessen
lieber gründlich waschen. Ein bekannter SPS ist das
Beta-Carotin, das
neben der Funktion als Provitamin A die Funktion als Antioxidans hat. Es
ist in der Lage , hochreaktive Sauerstoffverbindungen, die ständig im
Körper entstehen zu neutralisieren. Besonders im Zusammenhang mit Lungen
und Hautkrebs wird dem Betakarotin eine besondere Wirkung zugeschrieben.
Diese Wirkung hat aber nur natürliches Betakarotin, bei künstlichem gibt
es in der Wissenschaft widersprüchliche Aussagen, manche gehen sogar von
einem negativen Effekt aus.
Mit einer gemischten Kost nimmt man täglich etwa 1,5 g SPS zu sich. Bei
rein vegetarischer Ernährung ist Aufnahme um ein vielfaches höher. SPS
lassen sich aufgrund ihrer chemischen Struktur in neun Hauptgruppen
einteilen: Carotinoide, Saponine, Glucosinolate,
Polyphenole,
Protease-Inhibitoren, Terpene, Phytosterine,
Phytoöstrogene und
Sulfide
.
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