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Aw: Kinder bekommen laut Studie auffällig viele Antibiotika (1 Leser) (1) Gäste

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THEMA: Aw: Kinder bekommen laut Studie auffällig viele Antibiotika
#3997
miri (Benutzer)
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Kinder bekommen laut Studie auffällig viele Antibiotika vor 3 Monaten, 2 Wochen Karma: 3  
Kinder bekommen laut Studie auffällig viele Antibiotika

AFP
AFP - Dienstag, 24. Juni, 16:30 Uhr

Berlin (AFP) - Patienten in Deutschland bekommen einer Studie der Gmünder Ersatzkasse (GEK) zufolge teils unnötige Medikamente verordnet. So sei die hohe Verordnungsrate von Antibiotika bei Kindern angesichts der weltweit wachsenden Resistenz "höchst fragwürdig", erklärte die Kasse bei Vorlage ihres Arzneimittel-Reports 2008 in Berlin.
Demnach erfolgt bei mehr als 90 Prozent der akuten oberen Atemwegsinfektionen von Kindern eine antibiotische Therapie. Allerdings seien solche Infektionen hauptsächlich viral bedingt und Antibiotika nur in der Behandlung bakteriell bedingter Erkrankungen bewährt, so der Report.

Auffällig sei auch die häufige Verschreibung von Präparaten gegen das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHS) bei den Elf- bis 14-Jährigen, heißt es in der Studie. Die Versorgung Älterer mit Antidepressiva sei ebenfalls problematisch: 37 Prozent der betroffenen Versicherten im Alter ab 60 Jahren bekämen diese Medikamente nur für einen bis zwei Monate verordnet - dieser Zeitraum sei aber "laut Lehrmeinung" zu kurz, um eine Depression zu therapieren, sagte ein GEK-Sprecher. Teils erhielten auch Versicherte ohne die entsprechende Diagnose Antidepressiva.

Insgesamt ergab die Studie eine Steigerung der GEK-Arzneimittelausgaben im Jahr 2007 um 8,1 Prozent pro Versichertem - dies sei "eine sehr bedenkliche Ausgabentendenz für die gesetzliche Krankenversicherung insgesamt". Ohne erkennbaren Grund sei deutlich mehr verordnet worden als im Vorjahr, erklärte der wissenschaftliche Leiter der Studie, Gerd Glaeske.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Marion Caspers-Merk (SPD), wies vor allem auf die "hohe Konzentration der Arzneimittelausgaben auf einen vergleichsweise kleinen Teil der Versicherten" hin: 80 Prozent der Ausgaben entfielen auf weniger als 20 Prozent der Versicherten, erklärte Caspers-Merk in Berlin.

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) kritisierte den Arzneimittelreport: Dessen Leser sollten "offenbar das Gefühl bekommen, moderne Medikamente seien weitgehend nutzlos und überteuert", erklärte VFA-Geschäftsführerin Cornelia Yzer. Dabei hätten neu entwickelte Wirkstoffe auch im vergangenen Jahr "erhebliche Therapiefortschritte" bei Rheuma, HIV oder Krebs ermöglicht. Die Alterung der Gesellschaft bringe einen höheren Verbrauch an Arzneimitteln und damit höhere Kassenausgaben mit sich. "Dies sollten wir offen aussprechen, statt in alte Feindbilder zu fallen und Sündenböcke für ein aus den Fugen geratenes Gesundheitssystem zu suchen", erklärte Yzer.
 
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#4009
presonic (Benutzer)
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Aw: Kinder bekommen laut Studie auffällig viele Antibiotika vor 3 Monaten, 2 Wochen Karma: 13  
hab hier einen artikel, der genau dazupasst.
nämlich, dass die arzneimittel nicht nur teurer wurden, sondern auch wirkungsloser. http://www.scienceblogs.de/lob-der-krankheit/2008/06/die-tricks-der-pharma.php
 
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#4010
Liesa (Benutzer)
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Aw: Kinder bekommen laut Studie auffällig viele Antibiotika vor 3 Monaten, 2 Wochen Karma: -2  
Wie ist das bei Euch in Österreich? Wird Euer Gesundheitssystem auch langsam marode?

Hinsichtlich unserem (D) wäre eine zunehmend falsche, zu aufwändige, zu teure/ zu unökonomische Medikation eine plausible Erklärung, warum man trotz fiesen Budgetierungen und Sperrungen auf keinen grünen Zweig kommt.
 
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#4014
Anke (Benutzer)
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Aw: Kinder bekommen laut Studie auffällig viele Antibiotika vor 3 Monaten, 2 Wochen Karma: 5  
Für mich liegt der Hauptgrund für unser marodes Gesundheitssystem ganz klar bei der Pharmaindustrie.
Die hat überall ihre Lobbyisten, auch in der Politik.
Es ist ein Hohn, dass es noch kein Gesetz für eine Preisbindung bei Arzneimitteln gibt.
Forschung in allen Ehren - aber wenn die Pharmaindustrie immer noch mehr Geld in die Werbung als in die Forschung steckt, kann etwas nicht richtig sein.
 
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#4015
Anke (Benutzer)
Sehr fleissiges Mitglied
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Aw: Kinder bekommen laut Studie auffällig viele Antibiotika vor 3 Monaten, 2 Wochen Karma: 5  
miri schrieb:
QUOTE:
Kinder bekommen laut Studie auffällig viele Antibiotika

AFP
AFP - Dienstag, 24. Juni, 16:30 Uhr

Berlin (AFP) - Patienten in Deutschland bekommen einer Studie der Gmünder Ersatzkasse (GEK) zufolge teils unnötige Medikamente verordnet. So sei die hohe Verordnungsrate von Antibiotika bei Kindern angesichts der weltweit wachsenden Resistenz "höchst fragwürdig", erklärte die Kasse bei Vorlage ihres Arzneimittel-Reports 2008 in Berlin.
Demnach erfolgt bei mehr als 90 Prozent der akuten oberen Atemwegsinfektionen von Kindern eine antibiotische Therapie. Allerdings seien solche Infektionen hauptsächlich viral bedingt und Antibiotika nur in der Behandlung bakteriell bedingter Erkrankungen bewährt, so der Report.


Zu viele Ärzte verschreiben noch immer Antibiotika auf Verdacht.Ich habe das schon einige Male erlebt bei meinen Kindern.Da wird mal eben in den Hals geguckt und "angenommen", dass es ein Streptokokken-Infekt sein könnte.
Dabei braucht man noch nicht mal bei einer bakteriellen Infektion zwigend ein Antibiotikum.
Viele Mittelohrentzündungen heilen wunderbar mit dem passenden homöopathischen Mittel.

Die Holländer haben das schon längst kapiert http://www.groma.ch/Otitis-media-Antibiotika.238.0.html
 
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Letzte Änderung: 25.06.2008 12:11 von Anke.
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#4016
presonic (Benutzer)
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Aw: Kinder bekommen laut Studie auffällig viele Antibiotika vor 3 Monaten, 2 Wochen Karma: 13  
wir hätten grad eine richtig tolle gesundheitsministerin am start, die eine recht diplomatische gesundheitsreform in gang bringen würde derzeit (leider wird nicht genug reformiert, aber ich denke, als politiker sollte man immer einen mittelweg finden).
leider sind die ärzte so was von arrogant hier. es gab einen großen streik - die krankenkasse fand allerdings raus, dass diese geldgierigen typen ihre patienten trotzdem behandelt haben (blöd auch, wenn man für die behandlungen das e-card-gerät einschalten muss).
es geht vorwiegend darum, dass die kasse eine handhabe bekommen soll, die kassenärzte alle 5 jahre auf verdacht zu kontrollieren (und ich würde jeden streikenden verpflichten, den arzt in meiner straße zu konsultieren - das ist so einer, wo der putz von den wänden bröckelt und wenn er einem ins ohr schaut, benützt er dazu seine schreibtischlampe!!!), um die aut-item-regel bei medikamenten (arzt bestimmt wirkstoff, apotheker bestimmt medikament - eine tolle regel, die vielleicht die mehr als 1000 menschen, die an wechselwirkungen pro jahr sterben, retten könnte) und um eine krankenhäuserreform (bei uns arbeiten krankenhausärzte auch quasi rund um die uhr und neue bekommen keine anstellung - echt krank)

ich bete dafür, dass sich die kdolsky da durchsetzt. bei uns sind ärzte wirklich noch götter in weiß. (es ist ja bekannt, dass österreich titelgeil ist. bei uns ist halt der "herr doktor" wer, wenn sie wissen, was ich meine)
dass arzt ein dienstleistungsjob ist, bei dem es teilweise um leben und tod geht, scheinen viele ärzte im laufe der jahre zu vergessen.

es ist also nicht besser als bei euch. (außer, dass bei uns gewisse medikamente - und auch impfungen - nicht von den kassen bezahlt werden, was ich richtig finde und dass es wenigstens inzwischen studien an den großen krankenhäusern gibt zu akupunktur und bioresonanz. - und diese werden von der kasse bezahlt.)

außerdem gibt es bei uns keine freie kassenwahl.
ich hab mal in deutschland gearbeitet - war im jahr 2000, wenn ich mich recht erinnere - alle haben gesagt "für das halbe jahr meld dich in der "holzklasse" an - das war die aok, also die damals billigste krankenkasse. ich hab nur so gestaunt, was die einem so alles zahlen im gegensatz zu unserer gebietskrankenkasse (bei der jeder automatisch versichert ist, sofern er nicht einer speziellen berufsgruppe angehört, die eine eigene kassen hat. bei uns ist also eigentlich jeder gebietskrankenkasse-versichert)

unser system ist also auch marod. halt uns die daumen, dass unser gesundheitsministerin was erreicht für uns.
lg aus wien
presonic
 
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