Ein kurzer Abriss meinerseits zum Thema Behandlung von Impfschäden (aus der Rubrik Praxis):
Kommt es nach einer Impfung zu Beschwerden, so ist eine frühe Behandlung mit klassischer Homöopathie zu empfehlen. Sie versucht, dass durch die Impfung gestörte Gleichgewicht wiederherzustellen und kann in vielen Fällen Besserung oder Heilung erreichen. Als eine der wenigen Therapieformen ist die klassische Homöopathie nämlich in der Lage,
Ursachen(in diesem Fall die Impfung) in ihr Therapieschema einzubeziehen.
Hier stellt sich dann die Frage, wie soll man solche Pathologien behandeln? In der Literatur finden sich hier viele Ansätze, die jedoch teilweise mit dem homöopathischen Gedanken nichts mehr zu tun haben. Insbesondere geistert immer wieder der Begriff „homöopathische Impfungen“ herum, der später noch genauer behandelt werden soll. Aber auch Thuja als das Allerweltsmittel immer bei Impffolgen zu geben, ist heute immer noch sehr beliebt(aber völlig unhomöopathisch und nicht immer angezeigt)
Bekommt ein Patient während einer konstitutionellen Behandlung eine Impfung und reagiert darauf, so sollte das Konstitutionsmittel wiederholt werden. In vielen Fällen wird das Mittel die Symptomatik zum Verschwinden bringen.
Kommt es jedoch zu keiner Heilung, hat die Impfung vermutlich eine neue Krankheitsschicht erzeugt, die dann der besonderen Behandlung bedarf. Hierbei wird nach klassischen homöopathischen Gesichtspunkten vorgegangen. Ist dies nicht erfolgreich, muss die Blockade, die durch die Impfung ausgelöst wurde, behandelt werden(durch Impfnosode). Je nach Einzelfall kann auch zunächst die Behandlung durch die Impfnosode erfolgen.
Homöopathische Impfungen
Häufig hört man in der Praxis Patienten, die sagen, sie wollten sich nicht impfen lassen, aber es gäbe doch da homöopathische Impfungen. Was ist damit gemeint? Hierbei werden potenzierte Impfstoffe als
Prophylaxe dem Patienten gegeben. Bsp: Patient enthält eine Tetanus Nosode und soll dann angeblich gegen Tetanus geschützt sein
Beleuchten wir diese Praxis einmal genauer. Der Patient erhält den Impfstoff in potenzierter Form. Die Ausgangssubstanz enthält, bleiben wir bei unserem Beispiel, je nach Impfstoff adsorbiertes Tetanus-Toxoid,
,
Aluminiumphosphat,
Thiomersal, isotonische Kochsalzlsg., Spuren von
Formaldehyd. Eine Mischung also aus
Quecksilber, Aluminiumverbindungen,
Formaldehyd und Tetanusgift. Und der Patient erhält dieses nun in potenzierter Form.
Was ist die Folge? Der Patient, der ja nicht krank ist, wird, je nach Empfindlichkeit seines Organismusses eine Arzneimittelprüfung durchmachen, da das Mittel ja völlig unhomöopathisch ausgewählt wurde(Patient hat Symptome, die den Symptomen des homöopathischen Mittels ähnlich wären und die Symptome von potenzierten Impfstoffen kennen wir nicht!)
Der Patient wiegt sich in falscher Sicherheit. Ihm wurde gesagt, er sei jetzt „geimpft“ und damit glaubt er, er habe einen wirksamen Schutz gegen das Tetanustoxid aufgebaut.
Eine Impfnososde wird aber nicht zu einer Antikörperbildung im Körper führen. Dies beruht auf anderen Gesetzmässigkeiten.
Die Gabe von Impfnosoden als Prophylaktikum ist also als grob fahrlässig anzusehen und gehört sicher nicht zur klassischen Homöopathie.
Behandlung mit Impfnosoden nach einer Impfung
Eine relativ häufig angewendete Art der Verschreibung bei Impffolgen ist die Gabe des potenzierten Impfstoffes nach einer bereits erfolgten Impfung. Bsp: Man gibt nach einer Impfung mit Twinrix(Hep A + B ) den potenzierten Impfstoff Twinrix C200 nach einem genau festgelegten Schema. Dieses richtet sich nach der Reaktionslage, des allgemeinen Gesundheitszustandes und anderen Faktoren.
Dieses Vorgehen ist bei genauer Betrachtung nicht homöopathisch, sondern isopathisch. Hier wird ein Mittel gegeben, dass die gleichen und nicht die ähnlichen Symptome hervorrufen kann, wie die Impfung.
Vor allem Tinus Smits aus Holland therapiert mit dieser Methode Impffolgen.
Beispielfall von T.S.:
Sabina ist fast zwei Jahre alt, als ich sie Mitte März 1997 treffe. Ihre Beschwerden fingen an, als sie im November 1996 das erste Mal die Kindertagesstätte besuchte.
Sie leidet an Schnupfen, Husten, Erbrechen und Durchfall. Drei Antibiotikakuren hat sie schon bekommen, in den Monaten November, Dezember und Januar. Ende November hatte sie die Windpocken.
Sabina war nach einer unproblematisch verlaufenen Schwangerschaft mit einem Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Sie wurde sieben Monate lang gestillt. Impfungen bekam sie nach dem gebräuchlichen Schema. Nach den zwei DKTP/HIB-Impfungen ist sie zum ersten Mal erkältet, und ihre letzte MMR-Impfung im Juli'96 verursachte keine nennenswerte Reaktion. Erst drei Monate später, als das Kind drei Mal wöchentlich in eine Kindertagesstätte geht, tauchen Schwierigkeiten auf. Die Mutter schildert die Tochter als einen typischen Widder, der mit dem Kopf durch die Wand will, aufbrausend ist und böse wird, wenn etwas nicht gleich gelingt. Sabina ist wißbegierig, fröhlich, voller Unruhe und schläft schlecht. Sie kann schwer Abschied nehmen. Auf Schmerz reagiert sie sehr heftig, sie spricht viel und hat die Neigung, alles anzufassen. Sie schmust gerne und benutzt häufig ihren Schnuller. Sie ist sehr blaß und ißt schlecht, besonders ungern warmes Essen, gerne aber Brot, und sie hat auch das Bedürfnis, zwischen den Mahlzeiten zu essen. Sie trinkt viel, was noch zunimmt, wenn sie krank ist. In der Familie kommen mütterlicherseits bis in die dritte Generation Krebs und väterlicherseits Diabetes vor. In der Verwandtschaft des Vaters gibt es häufig Übergewicht. Homöopathisch gesehen zeigt das Kind ein eindeutiges Saccharumbild, und ich verschreibe ihr Saccharum officinale 200K, 14-täglich eine Dosis. Das Kind hat offensichtlich eine geschwächte Abwehr. Sabina ist Einzelkind und hatte noch nicht viel Kontakt mit anderen Kindern. Deshalb zeigt sich erst ein Problem, als sie zur Kindertagesstätte kommt. Zehn Tage nach Beginn der Behandlung ruft mich die Mutter an, weil die Beschwerden sich verschlimmert haben und Sabina 40C Fieber hat. Ich verschreibe ihr Saccharum officinale in der Potenz 30K als wässrige Lösung, jede Stunde ein Schlückchen, aber am nächsten Tag ist das Kind noch kränker, und die Mutter macht sich ernsthafte Sorgen. Als ich Sabina in der Sprechstunde untersuche, erweist sich eine beidseitige Mittelohrentzündung, ihre Lungen sind aber nicht in Mitleidenschaft gezogen.
Ich komme zu dem Schluß, daß ein noch unbekannter Faktor die Wirkung des konstitutionellen Mittels (Saccharum officinale) blockiert und diese Schicht überlagert. Faktisch gesehen ist Saccharum nicht imstande, ihre Abwehrkräfte zu verbessern, also muß es einen anderen, als einen konstitutionell bedingten Grund für ihre schlechte Abwehr geben.
Aus Erfahrung weiß ich, daß Impfungen dafür die häufigste Ursache sind. In Sabinas kurzen Leben dürfte auch noch nichts anderes ihre Abwehr so stark angegriffen haben. Darum beginne ich sofort damit, die letzte, vor drei Monaten verabreichte MMR-Gabe unschädlich zu machen. Die wässrige Lösung der MMR 30K, schluckweise alle Stunde eingenommen, sorgt dafür, daß Sabina nach einer gut verbrachten Nacht am nächsten Tag fieberfrei ist und zusehends gesundet. Einige Wochen später erfolgt das Entstören der MMR-Impfung mittels höherer Potenzen, gefolgt durch die DKTP- und HIB-Impfungen. Auf diese Weise heilt Sabinas Impfschadensyndrom völlig und den Eltern geht auf, daß Sabina, schon bevor sie in die Kindertagesstätte kam, aus dem Gleichgewicht geraten war, auch wenn sich das nicht in Form von Infektionen zeigte. Die Lebensfreude des Kindes hat nun stark zugenommen, und Sabina ist wieder ein lebendiges Kind, welches sich in seiner Haut wohl fühlt und das man gerne um sich hat.
In jedem Fall muss aber vorher geklärt werden, inwieweit die Impfnosode auf jeden Fall angebracht ist oder nicht. Eine Behandlung mit dem Konstitutionsmittel ist primär vorzuziehen.
Auch wenn diese Behandlungsmethode sicher nicht den klassische homöopathischen Grundlagen entspricht, so ist sie doch in vielen Fällen erfolgreich. Zunächst sollte jedoch die konstitutionelle Behandlung im Vordergrund stehen und die Behandlung mit Impfnosoden erst bei Auftreten einer Blockade, die durch die Impfung u.U. verursacht wurde, durchgeführt werden.