Neue Daten für Deutschland sind wegen fehlender Meldepflicht leider schlecht zu bekommen, aber ich denke die Daten meines ersten Posts zeigen, dass Tetanus keinesfalls nur in der 3. Welt vorkommt. Wie gesagt, Cl. tetani kommt ubiquitär vor. Dazu möchte ich einen Fallbericht des
RKI zitieren:
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Eine 83-jährige Frau, die bisher nie ernstlich krank gewesen
war, stolperte am Abend des 21.6.03 bei der Arbeit in
ihrem Hausgarten und stürzte in die mit kleinen Eisenstangen
befestigten Hortensien. Die großflächige Schürfwunde
am linken Unterschenkel wurde von der Tochter sofort
versorgt und verbunden. Eine Vorstellung in der Ambulanz
des Krankenhauses lehnte die Betroffene wegen
„Geringfügigkeit“ der Wunde ab. Nach 14 Tagen traten
Halsschmerzen und Schluckbeschwerden auf. Wegen des
Verdachts auf eine Erkältung verordnete der Hausarzt Penicillin.
Die Wunde wurde inspiziert, sie heilte.
Am nächsten Tag hatte sich der Allgemeinzustand verschlechtert.
Es war eine Gesichtslähmung aufgetreten und
die Patientin konnte den Mund nur noch schwer öffnen
(die Zahnprothese konnte kaum noch entfernt werden).
Ein HNO-Arzt, dem sie vorgestellt wurde, wies sie mit der
Verdachtsdiagnose Tetanus und wegen der akuten Verschlechterung
des Allgemeinzustandes in ein Krankenhaus
ein. In der Notaufnahme des Krankenhauses wurde
die Wunde sofort chirurgisch eröffnet (Débridement). Die
Patientin erhielt initial 6.000 IE Antitoxin. Da sich der Zustand
rasant verschlechterte, musste sie intensivmedizinisch
versorgt werden. Wegen eines drohenden Laryngospasmus
musste sie nasotracheal intubiert und beatmet
werden. Wegen der vollständigen Kiefersperre (Trismus)
und Schluckstörungen wurde eine PEG-Sonde gelegt. Die
Wunde wurde nochmals chirurgisch versorgt, um eine weitere
Toxinbildung zu verhindern. Die Patientin wurde mit
Penicillin und Metronidazol (noch vorhandene Tetanuserreger
sollten abgetötet werden) und Antitoxin (um noch freies
Toxin zu binden) therapiert. Sie erhielt insgesamt 15.000 IE Antitoxin.
Das generalisierte Schmerzsyndrom wurde mit
unterschiedlichen Schmerzmitteln behandelt. Da Patientin
immer bei Bewusstsein war, war eine massive Sedierung erforderlich.
Der klinische Verlauf war typisch. Der erhöhte Muskeltonus,
die Kiefersperre und der Laryngospasmus standen
im Vordergrund. Die Elektromyographie zeigte eine Tetanus-
typische Enthemmung der Alpha-Motoneurone. An
Komplikationen traten eine Aspirationspneumonie und
eine erosive hämorrhagische Duodenitis auf. Zusätzlich
wurde die Diagnose Critical-illness-Neuropathie gestellt.
Der kulturelle Erregernachweis und der Toxinnachweis
gelangen leider nicht. Die Diagnose kann aber aufgrund
der typischen klinischen Symptome und des Verlaufes
als gesichert gelten. Nach 5 Wochen Behandlung auf
der Intensivstation wurde die Patientin zur Weiterbehandlung
in eine nahegelegene neurologische Reha-Klinik verlegt.
Die Prognose wird als günstig eingeschätzt. – Ob die
Patientin jemals geimpft worden ist, konnte nicht ermittelt
werden. Ein Impfbuch liegt nicht vor.
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QUOTE:
Im übrigen verleiht eine durchgemachte Tetanus-erkrankung keine Immunität, wie soll es dann bitte schön eine Impfung schaffen?
Man kann den Antikörper-
Titer ganz einfach im
ELISA checken und falls man eine Tetanusintoxikation natürlicherweise übersteht sollte eine Immunität bestehen... Des Weiteren werden die Impfstoffchargen im Tierversuch auf ihre Wirksamkeit hin überprüft.
QUOTE:
Es ist bekannt daß ein verringerter ATP-Spiegel Apoptose und Nekrose auslösen kann, und Nekrosen wiederum sind Tetanus-ursache. Und wie verringert sich der ATP-Spiegel? Z.B. durch schlechte Sauerstoffversorgung, wie es bei anämischen Kindern in der dritten Welt der Fall ist, Folge: erhöhte Tetanus-Gefahr bei Verletzungen! Da hilft auch keine Impfung.
ATP= mitochondriales Energieträgermolekül, Grundlage alles Medizin-biologischen Theorien.
In den Mitochondrien wird mit Hilfe von Sauerstoff unsere Zellenergie (ATP) gebildet bzw. moduliert. 90% des Sauerstoff, den wir einatmen, wird in den Mitochondrien zu dieser Energiegewinnung bzw. Modulation benötigt.
ATP ist einfach ein Molekül welches vielfältige Aufgaben übernimmt, als Nukleotid z.B. in der DNA-Replikation, in Rezeptor-Pathways und in vielen anderen Prozessen.
Die Nekrose ist keinesfalls die Tetanus-Ursache und Apoptose und Nekrose ursächlich auf ATP-Mangel zurückzuführen ist doch zu sehr vereinfacht. Vielmehr bestimmt u.a. der ATP-Level ob Apoptose oder Nekrose stattfindet. Apoptose ist meist ein transkriptionsabhängiger Pathway der durch verschiedene Faktoren (z.B. Tumor suppressors) eingeleitet wird.
Nach Ihrer Logik müssten auch alle (ok, 90% der) Menschen mit Nierenleiden an Tetanus erkranken...
Tetanus-
Toxin lagert sich einfach an die Neuronen-Membran an -> Endozytose -> Blockade der Freisetzung von Neurotransmitter. Dazu greift das
Toxin ein Membranprotein der Synaptischen Vesikel der Nervenzellenenden an und inhibiert
Acetylcholin wodurch die Spastiken ausgelöst werden. Nekrose, Fehlanzeige?
QUOTE:
Das Dumme ist nur:
In den Universitäten wird das total vernachlässigt (kein Wunder gibts keine Fortschritte bei Krebs=ATP-Fehlmodulation!), dort spricht man sogar nur von 3-5 Mitochondrien pro Zelle (statt in Wirklichkeit ca. 1500/Zelle, mal mehr, mal etwas weniger, je nach Organ).
Mitochondrien lagern sich zu Aggregaten zusammen, deshalb die niedrige Nummer von 1-3-5. Wenn man die einzelnen Mitochondrien-Äquivalente bestimmt kommt man auf Zahlen von ca 100-1000 je Zelle.
QUOTE:
Lernt man sowas überhaupt als stud.rer.nat?
Irgendwann Mitte des ersten Semesters... aber leider nicht in diesen Pauschalplätzen sondern dann doch etwas differenzierter...
btw: Letztendlich muss jeder selbst entscheiden ob er sein Kind impfen lassen möchte. Meine Posts sollen nur ein Gegengewicht zu den ganzen Impfgegner-Posts darstellen, um Besucher anzuregen sich selbst eine Meinung zu bilden und nicht irgend welcher Propaganda zu verfallen.
Wer am Ende ohne Impfung mit Tetanus im Krankenhaus landet sollte dann wenigstens den Differenzbetrag zwischen Impfdosis und Intensivbehandlung aus eigener Tasche bezahlen.
...n8