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Lungenentzündung - Pneumokokken? (1 Leser) (1) Gäste
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THEMA: Lungenentzündung - Pneumokokken?
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icke (Benutzer)
Frisch registriertes Mitglied
Beiträge: 3
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Lungenentzündung - Pneumokokken? vor 4 Monaten, 3 Wochen
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hallo,
vielleicht ist hier ein fachmann. ich habe eine frage, weil verschiedene ärzte mir verschiedene auskünfte gegeben haben.
mein kind (fast 15 monate) hatte vor 3 wochen eine lungenentzündung, die mit hohem fieber begann. am fünften tag des fiebers bin ich in die notaufnahme gegangen, weil es meinem sohn sichtlich schlechter ging. dort wurde er geröntgt und erst mit dem bild wurde klar, dass er eine schwere lungenentzündung im rechten "oberlappen" (oder wie heißt das noch?!) hatte. er wurde sofort mit zwei verschiedenen antibiotika intravenös behandelt und erholte sich glücklicherweise sehr schnell, so dass wir nach einer woche das krankenhaus wieder verlassen konnten.
als ich fragte, wie so eine lungenentzündung entsteht, sagte der arzt im krankenhaus zu mir, dass mein sohn wahrscheinlich durch irgendeinen infekt geschwächt war und dass irgendwelche bakterien, die ohnehin im körper vorhanden sind, sich über die lunge hergemacht haben und sie zugeeitert haben. man könne nicht feststellen, welche bakterien das seien, denn die seien nur in der lunge vorhanden, nicht im blut!
meine kinderärztin sagte dahingegen, sie hätte während des fiebers per bluttest schon sagen können, welche bakterien meinem kind so zu schaffen machen. oder ob es eben doch nur das drei-tage-fieber ist (, wovon ich vier tage lang ausgegangen war).
stimmt es, dass meine kinderärztin am zweiten oder dritten tag des fiebers per blut-schnell-test hätte feststellen können, ob es das drei-tage-fieber ist oder nicht?
beste grüße von mama ratlos
p. s.: mein sohn wurde in seiner 9. lebenswoche mit zwei impfungen belastet: einmal sechsfach (infanrix) und einmal gegen pneumokokken (prevenar). und das, obwohl er drei wochen zu früh auf die welt gekommen war, also war er eigentlich in der 6. lebenswoche. leider hatte ich zu der zeit nicht die nötigen informationen, um eine bewusste impfentscheidung zu treffen; meine ärztin hatte mich innerhalb von 2 minuten zum impfen überredet, indem sie meine todesängste weckte - motto: "das kind stirbt an keuchhusten oder gehirnhautentzündung, wenn es viel kontakt mit anderen kindern hat und nicht geimpft ist". als ich nach dieser ersten impfung erkundungen über das thema einzog, war für mich klar: keine weiteren impfungen mehr!
aber diese info nur am rande...
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Letzte Änderung: 09.07.2008 09:37 von icke.
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kat (Benutzer)
Sehr fleissiges Mitglied
Beiträge: 399
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Aw: Lungenentzündung - Pneumokokken? vor 4 Monaten, 3 Wochen
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Hallo Icke...herzlich willkomen erstmal hier.
Was Du schreibst, war bei meinem Baby ganz ähnlich, nur daß er nicht zu früh geboren wurde, sondern sich im Krankenhaus eine schwere bakt. Sepsis (Blutvergiftung) eingefangen hatte...Intensivstation mit Lebensgefahr...Atemnotsyndrom etc...war nicht lustig.
Trotzdem bekam er ohne Aufklärung von Risiken etc. pünktlich mit ca. 9 Wochen seine 6-fach Infanrix hexa Impfung und gleich drauf Prevenar (Pneumokokken) von einer eisernen schulmed. Kinderärztin (die, wie ich im Nachhinein erfuhr, den Ruf hat, nicht zimperlich zu sein!).
Er war eigentlich mit 8 Wochen (schon nachdem er mit 2 Wochen die Klinik verlassen durfte)völlig genesen, trank supergut an der Brust, Wonneproppen mit 6kg, hob Köpfchen mit 5 Wochen, erste Laute, schlief durch...es war alles bestens.
Dann gleich nach der Imfung ging ein Drama los, was Du in meinen anderen Post's gern nachlesen kannst. Es war ein Alptraum, er wog mit 8 Monaten noch 5kg, schwerste Neurodermitis mit stark entzündeter, nässender Haut, Massen Allergien (auf meine Muttermilch!), Rückentwicklung...er konnte gar nichts mehr außer Tag und Nacht Schreien (kein Lächeln, kein Köpfchen heben...nix...nur Jucken!).
Aber natürlich gab kein eiserner schulmed. Arzt zu, daß es die Impfe sein könnte. Meine hom. Kinderärztin aber schon und auch noch eine andere private Kinderärztin für Naturmedizin. Diese zwei Ärzte habe ich dann nach langer Suche gefunden.
Die homöop. Ärztin hat ihm sein Leben zurückgegeben. Er hat viel aufgeholt, Haut zu 95% besser!
Seit dem vertraue ich keinem mehr, recherchiere immer auch selber und frage mich immer, wer wovon profitiert...
Mein Tip: suche Dir einen guten Arzt, der naturheilkund. heilt und homöop. arbeitet und zu dem Du wirklich Vertrauen hast...versuch raus zufinden, wie sehr er der Pharmaindustrie zugetan ist.
Ich wünsche Dir und Deiner Fam. alles Gute!
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Letzte Änderung: 09.07.2008 10:50 von kat.
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stud.rer.nat (Benutzer)
...be reasonable, stick to data and facts
Sehr fleissiges Mitglied
Beiträge: 283
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Aw: Lungenentzündung - Pneumokokken? vor 4 Monaten, 3 Wochen
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Natürlich hätte man einen IgM-Test (falls Erstinfektion) bzw. eine Überwachung des IgG-Titers bei einer Folgeinfektion machen können (bzgl 3-Tage-Fieber).
Im Normalfall werden Lungenentzündungen wie von dir beschrieben nicht von HHV ausgelöst.
Man sollte auch bedenken, dass eine Lungenentzündung die häufigste Todesursache bzgl. Infektionskrankheiten in Industrieländern ist.
Die Antibiotika-Behandlung war die einzig verantwortungsvolle Möglichkeit und zeigte auch den entsprechenden Effekt.
Eine Blutuntersuchung auf den Krankheitserreger, v.a. wenn es sich um einen opportunistischen handelt ist nicht immer sinnvoll. Es wird einfach ein Breitbandantibiotika eingesetzt.
Das man den Erreger nicht nachweisen kann stimmt aber so nicht.
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Letzte Änderung: 09.07.2008 18:15 von stud.rer.nat.
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Saphenus (Benutzer)
Neues Mitglied
Beiträge: 12
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Aw: Lungenentzündung - Pneumokokken? vor 4 Monaten, 3 Wochen
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Ich will mich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, bin kein Pädiater. Aber so wie der Verlauf geschildert wird ist es ziemlich wahrscheinlich, dass es sich um eine bakterielle Infektion gehandelt hat (also kein 3-Tage Fieber, zumindest nicht alleine). Ob ein viraler Infekt voranging, der dem bakteriellen den Weg bereitet hat ist schwer zu sagen, nicht abschließend zu klären und eigentlich auch nicht wichtig.
Der Nachweiß der Bakterien bei einer Lungenentzündung ist tatsächlich normalerweise nur aus der Lunge möglich. Die Erregergewinnung ist dabei nicht ganz einfach. Man kann versuchen den Erreger aus dem Speichel zu gewinnen, das ist aber sehr unzuverlässig. Wenn man sicher sein will, muss man eine sog. broncho-alveoläre-lavage durchführen, bei der man mit einem Endoskop in die Lunge geht (Lungenspiegelung) und dort den Erreger versucht zu gewinnen. Diese Methode ist aber sehr invasiv, daher wird bei einer Lungenentzündung normalerweise zunächst eine empirische Antibiotika-Therapie gegen die häufigsten Erreger begonnen und erst wenn die nicht anschlägt oder Komplikationen auftreten wird man den Erregernachweis anstreben.
Im Verlaufe einer schweren Erkrankung kann es natürlich auch dazu kommen, dass der Erreger ins Blut gelangt und dort dann nachzuweisen ist. Dieses ist dann aber schon ein eher fortgeschrittenes Stadium und selbst hier ist der Erregernachweis aus dem Blut nur in etwa der Hälfte der Fälle möglich.
Also nochmal kurz:
Diagnose des 3-Tage-Fiebers (HHV 6,7) wird normalerweise nur klinisch gestellt und ist auch von untergeordneter Bedeutung, weil normalerweise harmlos.
Nachweis des Erregers bei der Lungenentzündung ist schwierig und bei Anschlagen der AB-Therapie nicht zwingend erforderlich.
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stud.rer.nat (Benutzer)
...be reasonable, stick to data and facts
Sehr fleissiges Mitglied
Beiträge: 283
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Aw: Lungenentzündung - Pneumokokken? vor 4 Monaten, 3 Wochen
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Hallo Saphenus,
ich kenne ja die ärztliche Seite nicht, aber da du dich da scheinbar recht gut auskennst kannst du mir vielleicht ein par Fragen beantworten.
Es sollte doch eigentlich kein Problem sein mittels PCR-Nachweis aus dem Sputum die häufigsten Erreger auszuschließen bzw. zu bestätigen, oder? Kostet ja weder viel Geld (multiplexing) noch viel Zeit (2-4h).
Bei Blutuntersuchungen denke ich eigentlich eher an KBR oder EIA und nicht an Kultur.
Ist es nicht in vielen Fällen sinnvoll vor dem Start einer allgemeinen Antibiotikatherapie Untersuchungsmaterial zu gewinnen um parallel dazu den Erreger zu bestimmen um ggf. das Antibiotika anzupassen? Eine Probenentnahme nach begonnener Therapie ist ja eher kontraproduktiv für den Erregernachweis.
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Saphenus (Benutzer)
Neues Mitglied
Beiträge: 12
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Aw: Lungenentzündung - Pneumokokken? vor 4 Monaten, 3 Wochen
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Gute Fragen. Schwierige Antworten. Ich bin da kein Experte. Also Nachweise aus Sputum (egal ob Kultur oder PCR) sind natürlich immer mit Vorsicht zu genießen, denn selbst wenn du was findest was nicht zur physiologischen Flora gehört (was schon eher die Ausnahme sein sollte) dann weißt Du immernoch nicht, ob das auch die Pneumonie macht (man versucht es oft trotzdem, bei der Tbc z.B. funktioniert das oft ganz gut). Ähnliches gilt natürlich auch für die Ak-Nachweise im Blut. Man kann sowas schon machen, aber im Endeffekt ist immer die Frage was es für eine Konsequenz hat. Der Nachteil eines reinen Ak-Nachweises ist ja auch, dass du keine Resistenztestung hast. In der Praxis läuft es zumindest bei Erwachsenen eher so, dass man sich die Umstände anguckt unter denen die Infektion stattgefunden hat (zu Hause oder in der Klinik?), das Röntgenbild, die klinische Symptomatik und den sonstigen Zustand des Patienten (immunsupprimiert?). Damit kann man dann einige besonders wahrscheinliche Erreger eingrenzen und gegen die therapiert man dann. In den meisten Fällen sond es ja doch die üblichen Verdächtigen. Wenn das nicht klappt, dann muss man eben doch mal nach dem Erreger suchen (der Beste Weg ist hier ganz klar die BAL, weil Du da wirklich die Sachen findest, die am Ort der Infektion in ausreichender Menge vorhanden sind, leider sehr invasiv, deswegen nur, wenns wirklich unbedingt sein muss). Natürlich ist das bei jemandem der unter Antibiose steht ungünstig. Da muss man dann im Zweifelsfall die Antibiose mal für 1-2 Tage absetzen und dann sammeln. Das hängt aber alles extrem von den Begleitumständen ab. Wenn es dem Patienten extrem schlecht geht, kann man eben doch nicht auf den Erreger warten oder die Antibiose absetzen, sondern muss weiter empirisch antimikrobiell abdecken, auch gegen Pilze z.B. und versuchen unter Antibiose mit Glück doch noch den Erreger zu finden. Im Endeffekt kann man sagen, dass es immer sehr erstrebenswert ist, einen Erreger zu finden, das allerdings zu aufwändig ist um es bei jedem zu machen und auch wenn man es versucht in vielen Fällen nicht klappt. Man kann sich also nie darauf verlassen.
P.S.: Zu dem flächendeckenden Einsatz von PCR zur Erregerdiagnostik, u.U. auch als Ersatz der Blutkultur laufen zur Zeit einige Studien. Für manche Erreger ist das schon gut etabliert aber eben noch nicht für alle. Aber der Ansatz ist natürlich vielversprechend. Man muss aber natürlich vorher genau gucken, obs den Kulturen wirklich überlegen ist.
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Letzte Änderung: 09.07.2008 20:36 von Saphenus.
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