Mal ein Posting aus einem anderen Forum:
"Ich bin einst sehr für die Waldorf-Schule eingetreten. Nach wie vor halte ich den Ansatz dieser Schulen für gut und richtig. Ich möchte auch betonen, dass ich viel Gutes über Mauer und Perchtoldsdorf gehrt habe, anscheinend funktioniert dort das System relativ einwandfrei.
Aber:
Die Schule, die meine Kinder besuchen bzw. besucht haben, denn mein Sohn ist ja nicht mehr dort, ist ein anderes Kaliber. Kurze Geschichte: Ich habe meinen Sohn in der 3. Klasse VS dorthin gegeben, weil er damals das
Tourette-Syndrom hatte und ich den Stress in seinem Leben verringern wollte (hat nämlich äußerst negative Auswirkungen auf ie Erkrankung). Ich bin fast 4 Jahre lang im Unklaren gehalten worden, was seine Leistungen betrifft, das heißt: Mir wurde am letzten Elternabend vor Schulschluss zum Beispiel gesagt, dass er 1 Jahr lang keine Englisch-Hausübungen gebracht hat oder mir wurde erst nach 4 Jahren mitgeeilt, dass seine Leistungen allgemein fürchterlich sind.
Es gab eigentlich keinen Weg, seine Leistungen zu kontrollieren. Er hatt keine Bücher, die Hefte blieben in der Schule, es gab kein Mitteilungsheft, keine Anrufe von Lehrern, keine Schularbeiten, wenig Tests, die ich aer nie zu Gesicht bekommen habe, da sie sofort wieder von den Lehrern eingesammelt wurden. An den Sprechtagen wurde immer verharmlost, es wurde gesagt, da und dort ist er nicht so gut, da müssen wir mehr dran arbeiten, aber niemals wurde uns gesagt, dass er so richtig grottenschlecht ist und absolut nichts macht.
Letzten Sommer dann der Knall: der Lehrer sagt,er nimmt ihn nicht mit in die 7. Klasse. Ich aus allen Wolken. Gut, wir probieren es nochmal mit Nachhilfe und viel Unterstützung meinerseits. Mein Sohn macht mit, ist motiviert, schafft auch tatsächlich alle Tests. Trotzdem wird uns nahegelegt, ihn rauszunehmen. Immer wieder weisen mich Lehrer darauf hin, dass "so" eine Kind nicht richtig an der Schule ist. Ich war verzweifelt, von allen Seiten der Lehrerschaft wurde mir vermittelt, dass mein Sohn ein Idiot ist.
Ich habe ihn daraufhin rausgenommen und in eine KMS Musikschule gegeben, habe umfangreiche Tests machen lassen, gestern das Ergebnis: abgesehen davon, dass er nun 100 % gesund ist, die Krankheit ausgeheilt ist , ist er auch in allen Bereichen überdurchschnittlich intelligent. So weit der Intelligenztest. Die neue Schule: Vom ersten Tag weg macht er mit, blüht auf, schreibt positive Noten, heute hat er den ersten Zweier nach Hause gebracht, seine Klassenlehrerin sieht zwar, dass er fürchterliche Lücken vor allem in Deutsch und Englisch hat, aber wir schaffen das. Er will, er kann und er wird.
Das psychologische Gutachten spricht davon, dass er in der Waldorfschule von den Lehrern als Behinderter bezeichnet wurde, als dumm und unintelligent. Und so hat er sich bis heute auch gesehen. Und vollkommen resigniert - heißt - in der Waldorfschule hat er deshalbkeinen Finger mehr gerührt. "Ich bin eh blöd und behindert, da ist es schon egal, ob ich was mache oder nicht."
Ich bin wütend. Die haben mein Kind seelisch gebrochen. Haben ihm eingeredet, dass er ein "behinderter Idiot" ist. Er ist 12 Jahre alt, er konnte mit knapp 4 Jahren lesen, hat in der 3. Klasse der öffentlichen VS gut geschrieben und die VS-üblichen Rechtschreibregeln beherrscht. Nun weiß er nicht mal, was man groß´oder klein schreibt. Englisch ist er auf Stand null.
Ich überlege, die Schule zu verklagen. Das Schulgeld zurück zu fordern, denn ich habe eine Leistung erbracht (Geld) und nichts dafür bekommen Auch Schmerzensgeld für mein Kind ist durchaus eine Überlegung."