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Hirschzunge

Familie: Aspleniaceae
Lateinisch: Phyllitis scolopendrium
Inhaltsstoffe
: Schleimstoffe, Tannin, Vitamin C, Cholin
Medizinische Eigenschaften: auswurffördernd, adstringierend, entzündungshemmend, schleimlösend

Den Namen Hirschzunge hat die Pflanze von ihrer Form der Blätter, die wirklich einer Hirschzunge ähneln. Seit dem Mittelalter wird die Pflanze bei der Behandlung von Wunden eingesetzt. Auch bei Bronchitis wird sie wegen ihrer auswurffördernden, schleimlösenden und entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt. Früher verwendete man sie auch zur Anregung der Milchproduktion.

Hirtentäschchen (Capsella bursa pastoris):

 
Lateinisch Bursa pastoris herba
Familie Brassicaceae /Kreuzblütler
Wirkstoffgruppe Alkaloid-Droge
Vorkommen Europa
Indikation starke Regelblutungen
  Hämorrhoiden
Wirkung blutstillend(Haemostypticum)
  adstringierend, gefässabdichtend
Inhaltsstoffe Alkaloide, Tannine, ätherische Öle
Kontraindikation keine bekannt
Holunder (Sambucus niger):

Lateinisch Sambucus flos
Familie Caprifoiliaceae/Geissblattgewächse
Wirkstoffgruppe Flavonoid-Droge
Vorkommen Europa, Vorderasien
Indikation Grippe, Erkältungen
  zur unspezifischen Resistenzsteigerung
Wirkung spasmolytisch
  diaphoretisch
Inhaltsstoffe Flavonoide, ätherische Öle, Schleim, Saponin, Sambunigrin, Sambucin, Cholin,
  Gerbstoffe, Säuren, Harz und Vit. C
Kontraindikation keine bekannt

Der im Volksmund auch unter Holler, Holder, Schwarzholder, Schwitztee o.ä. bekannte schwarze Holunder gehört zur Familie der Geißblattgewächse Caprifoliaceae. Dieser kleine Baum oder Strauch wird zwischen 3 und 7 m hoch, blüht von Mai bis Juli und ist bevorzugt in Hecken, Gebüschen und Bachufern sowie in vielen Gärten zu finden.

Als Wohnsitz der beschützenden Hausgötter wurden Holunderbüsche oft in der Nähe von Häusern oder Stallungen angepflanzt und dieser Aberglaube hat bis heute noch Bestand. In der Volksmedizin war der Holunder ein sehr beliebtes Heilmittel sowohl bei Erkältungskrankheiten, als auch als Rheuma- oder Gichtmittel. Zur Arznei verarbeitet werden die Blüten, in der Volksmedizin manchmal Rinde und Früchte, in der Homöopathie Blätter und Blüten.

Inhaltsstoffe sind: ätherische Öle . Die bekannteste Anwendung des Holunders ist der Schwitztee bei fieberhaften Erkältungskrankheiten ( auch als Vorbeugung ). Ebenso findet er Anwendung als Schmerzmittel bei Nervenschmerzen, Ischialgie und Rheuma. ( Bemerkung: der frisch gepreßte Saft der Beeren wirkt bei Neuralgien am besten. ) Die Wurzel und die Rinde besitzen stark harntreibende Wirkung. Evtl. Magen- und Darmreizung bei Verwendung von Rinde und Blättern bzw. unreifen Beeren oder Saft von rohen Beeren.

Schweisstreibender Tee: 2TL Holunderblüten mit 1 Tasse kochendem Wasser übergiessen, ziehen lassen und heiss trinken
alternativ auch mit gleichen Teil Lindenblüten.

Schweisstreibender Holunderwein: 20 g Holunderblüten mit 1 l Wein mehrere Tage ziehen lassen. Vor Einnahme aufkochen, mehrmals tgl. 1 Glas trinken

Hopfen (Humulus lupulus)

 
Lateinisch Lupuli stroboli
Familie Cannabaceae/Hanfgewächse
Wirkstoffgruppe Bitterstoff-Droge
Vorkommen Europa, Nord- und Mittelasien
Indikation Verspannung, Unruhe, Nervosität
  nervöse Einschlafstörungen
  nervöse magenbeschwerden
Wirkung als Amarum aromaticum
  beruhigend(sedativum)
Inhaltsstoffe Lupulin, ätherische Öle, Cholin, Asparagin, Anthocyane, Flavonole
Kontraindikation keine bekannt

Hopfen ist heute bekannt als Zutat in Bier und wird schon seit dem 11 Jahrhundert zusammen mit anderen Pflanzen für das Bierbrauen eingesetzt. Hopfen wurde vor allem von deutschen und holländischen Brauern wegen seines konservierenden Effektes und seines bitteren Geschmackes verwendet, während das englische Ale kein Hopfen enthielt.  Nachteil des Hopfen war und ist jedoch, daß es eine ermüde Wirkung hat. In England verbot man sogar zeitweise den Einsatz von Hopfen aber mittlerweile wurde dieses Gesetz gelockert und man findet Hopfen heute auch in englischem Bier.

So lang es Bier gibt, solange wurde Hopfen auch medizinisch eingesetzt. Man verwendet dabei die weibliche Blüte. Hopfen enthält über 300 Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Humulon, Lumolon, Lupulin, Flavonoide wie Rutin und Quercetin und Phythoöstrogene. Die frischen Blüten haben die höchste Aktivität, während die Wirkung getrockneter Blüten aufgrund des nachlassenden Ölgehaltes abnimmt.

Traditionell wendet man Hopfen bei Nervosität, Schlafstörungen und zur Schmerzlinderung an. Es hat einen antibakteriellen Effekt und zeigt antientzündliche Wirkungen, weshalb es auch bei Arthritis und schmerzhaften Entzündungen angewendet wird.

Neueste Studien aus dem Jahre 2000 haben bewiesen, daß diese antientzündlichen Wirkungen durch einen COX-2 hemmenden Effekt von Humulon bewirkt wird. Neben der COX-2 Wirkung ist es auch in der Lage, den Abbau der Knochenmasse zu verlangsamen. Dies ist besonders für Frauen in den Wechseljahren interessant. Man kann Hopfen alleine oder zusammen mit anderen Kräutern verwenden.

Einen nervenberuhigenden Tee können Sie selbst aus Hopfenblüten bereiten. Man nehme dazu 2 Teelöffel frischer oder frisch getrockneter Hopfenblüten und übergiessen diese mit 250ml kochendem Wasser . Das ganze lassen Sie 5-10 Minuten stehen. Wegen seines beruhigen Effektes sollten Sie diesen nur am Abend vor dem Schlagen zu sich nehmen. Untertags hat er eine zu stark einschläfernde Wirkung.

Auch Kissen gefüllt mit Hopfenblüten zeigen einen guten Effekt bei Schlafstörungen. Die flüchtigen Öle haben eine direkte Wirkung über die Geruchsnerven auf das Gehirn. Nach einiger Zeit läßt die Wirkung jedoch nach und man sollte die Blüten gegen frische auswechseln.

Huflattich (Tussilago Farfara)

Lateinisch Farfarae flos
Familie Asteraceae/ Korbblütler
Wirkstoffgruppe Schleim-Droge
Vorkommen Europa
Indikation katharralische Erkrankungen der Mundhöhle, des Rachens und der ob. Atemwege
  trockener Husten
  Harngriess
Wirkung antiphlogistisch
  spasmolytisch
  adstringierend
  Muzilaginosum
  expectorierend
Inhaltsstoffe Schleim, Farbstoff: Xantophyll, Gerbstoffe, flavonoideRutin, hyperosid, bitteres Glycosid
Kontraindikation nicht in der Schwangerschaft

 
Botanische Beschreibung: Aus einem Wurzelstock sprießen kriechende Sproßachsen. Nach der Schneeschmelze erscheinen 10-12 cm hohe aufrecht behaarte, mit braunen schuppenartigen Blättchen besetzte Blütenstengel mit den endständigen goldgelben Blütenkörbchen. Goldgelbe röhrige Scheibenblüten werden von den helleren Strahlblüten umkränzt. Nach der Blüte wachsen die Stengel auf ca. 20-25 cm und tragen nun eine weißen Haarschopf, der aus den Flugvorrichtungen der Früchtchen besteht. Inzwischen erscheine auch die langgestielten, grunständigen Blätter, die herzförmig- rundlich, bis 2 cm lang und am Rande buchtig und entfernt gezähnt sind. Sie tragen auf der Unterseite einen weißlichen Filz. Auf der Oberseite sind sie glatt und sattgrün. Heimisch ist der Huflattich in ganz Europa (einzige Ausnahme ist Kreta und Portugal). Er wächst bis zu einer Höhe von 2200m überm Meer und bevorzugt Ton-, Lehm-, Mergelböden, Felsenschutt, Bach- und Flußufer.

Wirkung und Anwendung: Die frischen Blätter können als Wundauflage verwendet werden, die getrockneten Blüten und Blätter sind wegen des hohen Gehaltes an Schleimstoffen und Gerbstoffen ein geeignetes Hustenmittel.

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