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Hustenmittel (Expectorantia)

 
  Die Phytotherapie kennt eine Vielzahl von Hustenmitteln:
  • Althaea officinalis (Eibisch)
  • Asarum europaeum (Haselwurz)
  • Caphaelis ipecacuanha (Brechwurz)
  • Centraria islandica (Isländisches Moos)
  • Chamaemelum nobile (Römische Kamille)
  • Drosera rotundifolia (Rundblättriger Sonnentau)
  • Ephedra helvetica(Schweizer Meerträubchen)
  • Eucalyptus globulus (Eukalyptus)
  • Foeniculum vulgare (Fenchel)
  • Galeopsis segetum (Gelber Hohlzahn)
  • Glycyrrhiza glabra (Süssholz)
  • Hedera helix (Efeu)
  • Illicium verum (Sternanis)
  • Lamium album (Weisse Taubnessel)
  • Larix decidua (Lärche)
  • Malva sylvestris (Milde Malve)
  • Marrubium vulgare (Andorn)
  • Matricaria recutica (Echte Kamille)
  • Mentha piperita (Pfefferminze)
  • Myroxylon balsamum (Balsambaum)
  • Pimpinella anisum (Anis)
  • Pimpinella saxifraga (kleine Bibernelle)
  • Pinus mugo (Bergföhre)
  • Pinus sylvestris(Waldföhre)
  • Plantago lanceolata (Spitzwegerich)
  • Polygala senega(Wegerich)
  • Polygonum aviculare (Vögelknöterich)
  • Primula veris (Frühlingsschlüsselblume)
  • Quillaja saponaria (Seifenrindenbaum)
  • Saponaria officinalis (Gebräuchliches Seifenkraut)
  • Thymus serpyllum (Feld-Thymian)
  • Thymus vulgaris (Echter Thymian)
  • Tussilago farfara (Huflattich)
  • Verbascum densiflorium (Grossblütige Königskerze)
Hämorrhoidenmittel

Gegen Hämorrhoiden wirkende Heilpflanzen:

Hamamelis virginiana (Virginische Zaubernuss)
Melilotus officinalis (Gebräuchlicher Honigklee)
Ruscus aculeatus (Mäusedorn)

Ingwer (Zingiber officinalis):

Niemand wirklich kennt die genauen Ursprünge des Ingwers. Wahrscheinlich wurde er zuerst in den Tropen von Südostasien entdeckt. Einige Botaniker behaupten, daß sein Sanskrit Name darauf hinweist, daß er aus Indien stammt. Diese Hypothese zu bestätigen ist jedoch unmöglich, da es geheimen Handel und weitverbreitete Kultivierung gab und es gibt keine Dokumente, über seinen Ursprung und seine Existenz in seiner wilden Form.

Ingwer bekam seinen botanischen Namen, Zingiber officinalis, von dem berühmten schwedischen Botaniker aus dem 18 Jahrhundert, Linnaeus. Linnaeus leitete den Namen Zingiber aus dem Sanskrit Namen singabera ab, was soviel wie Horn bedeutet. Der bekannteste Teil der Ingwerpflanze, der kommerziell verwandt wird, ist der unregelmäßig geformte, unter der Erde wachsende Teil, der fälschlicherweise Wurzel genannt wird. Obwohl Ingwer wahrscheinlich immer mit dem Ausdruck Wurzel assoziiert werden wird, ist es jedoch botanisch gesehen keine Wurzel, sondern ein Rhizom. Nicht wie eine Wurzel, die normalerweise stirbt, wenn man sie auseinander schneidet, kann Ingwer immer neue Pflanzen bilden, wenn man das Rhizom zerschneidet. Aus diesen Knollen kultiviert man Ingwer seit Tausenden von Jahren.

Die zwei bekanntesten Gruppen dieser scharfen Bestandteile werden Gingerole und Shogaole genannt. Gingerole, die nur im frischen Ingwer vorhanden sind, verwandeln sich durch Hitze und Trocknung in die noch schärferen Shogaole. Dies chemische Verwandlung vom frischen zum getrockneten Zustand ist eines der wichtigsten Faktoren der therapeutischen Wirkung des Ingwers. Beinahe so einzigartig wie der Geschmack ist auch der Geruch des Ingwers. Dieses wunderbar süße, warme und zitronige Aroma ist hoch geschätzt und wird überall in der Parfum und Getränkeindustrie eingesetzt.

Der einzigartige Duft des Ingwers entsteht durch eines in der Natur komplexesten essentiellen Öles, welches zwischen 1-2,5 % des getrockneten Rhizoms ausmacht. Die Macro und Micronährstoffe des Ingwers beinhalten Proteine, Fette, Kohlenhydrate und all die bekannten Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Im Gegensatz zu anderen Heilpflanzen oder Gewürzen, wird frischer oder grüner Ingwer schon immer als Gemüse verzehrt und enthält große Mengen an Kalium, Phosphor, Vitamin C und Riboflavin(Abbildung 2) Die anderen Inhaltsstoffe, nennen wir sie Synergisten gehören natürlich dazu, nur wäre es zu umständlich, sie alle zu erwähnen. Obwohl die Elemente wie Gingerole oder Zingiberen die Hauptbestandteile sind, die für den Geschmack bzw. den Duft des Ingwers verantwortlich sind, spielen die hunderte anderer Stoffe(Synergisten) doch eine wesentliche Rolle für den ganzen Effekt und die Abbrundung des ganzen Bildes.

Nährwerte von frischen Ingwer

Nährwerte in %
Feuchtigkeit 80.9
Protein 2.3
Fett 0.9
Kohlenhydrate 12.3
Ballaststoffe 2.4
Mineralstoffe 1.2
Enzyme 2.3

Vitamine/Mineralstoffe (mg/100Gramm)
Kalzium 20.00
Phosphor 60.00
Eisen 2.6
B1 0.06
B2 0.03
B3 0.6
C 6

Frischer Ingwer beinhaltet eine Vielfalt an Nährstoffen. Die obige Tabelle ist nur ein Beispiel, da es starke Unterschiede bei den einzelnen Sorten gibt. Die Werte bei getrocknetem Ingwer hängen von seinem Feuchtegehalt ab. Ingwer enthält fast 500 Inhaltsstoffe, von denen eine ganze Reihe in der Lage ist, COX-2 zu hemmen. Ingwer greift ausgleichend auf den Stoffwechsel der Arachidonfettsäure ein. Mit diesen Fähigkeiten ist er in der Lage, eine zu starke Ausschüttung von Prostaglandinen des Typ 1, die Entzündungen hervorrufen zu hemmen während er das lebensnotwendige Prostaglandin 2 nur kaum beeinflußt und damit seine wichtige Rolle nicht beeinflußt.

Eine Studie zeigte, daß vier lnhaltstoffe des Ingwers stärkere Hemmer von Prostaglandinen waren, als ein synthetisches Arzneimittel Indomethacin, welches als eines der stärksten chemischen Eicosanoid Hemmer bekannt ist . Wenn man sich die Tatsache vor Augen führt, daß Indomethacin jährlich für etwa 100 Millionen Dollar verkauft wird, sieht man das Potential des Mitbewerbers Ingwer. Ingwer hat neben der COX-2 Hemmung auch einen hemmenden Effekt auf das Lipoxygenase Enzym, welches bei seinem Stoffwechsel den Stoff 5-HETE erzeugt, das bei der Bildung und dem Wachstum von Prostatakrebs eine Rolle spielt. Die Hemmung des Enzyms 5-Lipoxygenase im Arachidonstoffwechsel hat zur Folge, daß Prostata-Krebszellen, die auf Stoffwechselprodukte dieses Enzyms angewiesen sind, ihrer Nahrung entzogen werden und dadurch absterben können.

Zur Prävention von Prostatakrebs sollte man deshalb Ingwer auf jeden Fall in Betracht ziehen. Ferner ist Ingwer in der Lage, daß Blut flüssig zu halten, da es die Bildung von Thromboxanen hemmt, die zur Verklumpung der Blutplättchen führen. Ingwer jedoch hemmt nicht nur COX-2 , sondern es gleicht parallel die COX-1 Aktivität aus und schützt somit vor Magenblutungen und Geschwüren und hält eine gesunde Funktion der Nieren aufrecht.

Im Ayurveda wird Ingwer schon seit Tausenden von Jahren als universelle Medizin bei Arthritis, Arthrose, Rheuma und anderen Erkrankungen mit Erfolg eingesetzt.

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

 

Lateinisch Hyperici herba
Familie Hypericaceae/Johanniskrautgewächse
Wirkstoffgruppe Gerbstoff-Droge
Vorkommen Europa, Nordwestafrica, Nordasien
Indikation Unruhe, Verspanntheit
  Depressionen
Wirkung adstringierend
  antidepressiv
  euphorisierend
  entzündungswidrig
  krampflösend
Inhaltsstoffe ätherisches Öl, Flavonglycosid, Hyperforin, Hypericin, Gerbstoffe,
Kontraindikation keine bekannt

 

Der Name Hypericum weist auf den Standort der Pflanze hin und bedeutet so viel wie zwischen dem Heidekraut. Perforatum ist lateinisch für durchlöchert. Betrachtet man die Blätter genauer, scheinen sie kleine Löcher zu besitzen. Die Pflanze findet man überall in Europa an Wegrändern. Ihre gelben , kleinen Blüten sind schon von weitem gut sichtbar.

Geschichte: Johanniskraut zählte im Mittelalter zu einem der wichtigsten antidämonischen Kräuter. Es wehrte alles Böse ab. Der rote Saft der Blätter wirkt nach der Signaturenlehre bei allen Krankheiten des Blutes und bei Wunden. Die Homöopathie verwendet potenziertes Hypericum vor allem bei Verletzungen der Nerven, die mit schiessenden Schmerzen einhergehen.

Wirkung und Anwendung: Neben der bakteriostatischen Wirkung, ist Hypericum vor allem durch seine beruhigende Wirkung bekannt. Es hilft sehr gut bei Depressionen, Stimmungsschwankungen und damit einhergehender Unruhe, Erschöpfung und Schlafstörungen. Die Wirkung tritt aber erst nach längerem Zeitraum ein.

Manchmal kommt es bei der Einnahme von Johanniskraut zu einer Hypersensibilisierung der Haut, d.h. die Haut wird empfindlich gegen Sonneneinstrahlung. Deshalb sollte man während der Einnahme zu starke Bestrahlung meiden.

Kamille (Chamomilla matricaria):


Lateinisch Matricariae flos
Familie Asteraceae/Korbblütler
Wirkstoffgruppe Ätherische Öldroge
Vorkommen Mittelasien
Indikation akute Magenerkrankungen
  Krampfzuständeim Magen-Darmkanal
  Inhalationsmittel bei Rachen und Kehlkopferkrankungen
  Augenentzündung
  krampfartige Frauenleiden
Wirkung antiphlogistisch
  spasmolytisch
  carminativ
  antitoxisch
Inhaltsstoffe ätherisches Öl: Azulen, Bisabol, Flavonglycoside, Cumarin
Kontraindikation keine bekannt

Chamomilla kommt aus dem Griechischen und bedeutet Erdapfel - ein Hinweis auf den Geruch der Blüten. Matricaria ist aus dem lateinischen Wort matricis=Gebärmutter entlehnt. , was deren Wirkung bei Menstruationsstörungen zeigt. Die Kamille ist heute überall in Europa verbreitet, kommt aber ursprünglich aus Vorderasien, Süd- und Osteuropa

Geschichte: Schon vor 2000 Jahren wurde die Kamille bei Menstruationsbeschwerden, Leberleiden und Gelbsucht eingesetzt.

Wirkung und Anwendung Die ätherischen Öle wirken entzündungshemmend und krampflösend und sehr beruhigend auf den Magen. Sie hemmt die Bildung von Bakterien und wird deshalb gerne bei Erkrankungen des Nasen-Rachenraumes und der oberen Luftwege eingesetzt. Auch äußerlich kann man die Kamille bei Hauterkrankungen einsetzen.

In der Homöopathie ist Chamomilla ein bekanntes Mittel bei Zahnungsbeschwerden von Kindern, wenn diese sehr reizbar sind.

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