- Gliedmassen-Arterienverschluss
Es handelt sich um einen Verschluss der unteren Gliedmassen durch eine Embolie. Der Embolus wird in 2/3 der Fälle im linken Herzen durch Herzinfarkt, Vorhoffflimmern, Mitralklappenfehler, Endokarditis oder künstliche Klappen gebildet und wird dann in die Gliedmassen weitertransportiert, bis er in den immer enger werdenen Gefässen steckenbleibt. Aber durch eine Thrombose bei arterieller Verschlusskrankheit kann ein akuter Arterienverschluss ausgelöst werden.
Symptome: die "6 P's":
- Pain: plötzlich auftretender, starker Schmerz
- Paleness: Blässe
- Pulslessness: Pulslosigkeit(distal des Verschlusses)
- Paralysis: Bewegungsunfähigkeit
- Paresthesia: Missempfindungen(Pelzigsein, Kribbeln...)
- Prostration: Schock
Während sich ein akuter Arterienverschluss durch eine Thrombose eher langsam entwickelt, setzt die Symptomatik des Verschlusses durch einen Embolus sehr rasch ein.
Patienten mit kardialer Herzerkrankung werden eher einen Embolus haben, während Patienten mit einer bekannten artereillen Verschlusskrankheit eher zu Thrombosen neigen.
Therapie: Sofortmassnahmen sind: Extremitäten tief lagern (auch wenn Schocksymptomatik vorherrscht) und sofortige Krankenhauseinweiung zur Entfernung und Fibrinolyse des Thrombus oder Embolus.
- Glomerulonephritis
Die Glomerulonephritis kommt im Vergleich zu Harnwegsinfektionen relativ selten vor, ist aber die häufigste Ursache für eine chronische Niereninsuffizienz.
Ursachen:
Immunkomplexnephritis: nach einer Streptokokkeninfektion kommt es zur Bildung von Immunkomplexen, die sich in den Glomeruli ablagern und dort nachfolgend zu einer Entzündung führen
Antikörper gegen Basalmembran der Glomerula
durch Ablagerung von IgA Antikörpern
Symptome:
häufig ohne Beschwerden, oft nur Zufallsbefund mit Erythrozyten im Urin und geringer (oft fehlender) Proteinurie
bei der akuten GN: Mikrohämaturie (wenig Blut im Urin - nicht sichtbar) und Proteinurie
Man unterscheidet mehrere Formen der Glomerulonephritis:
1. Akute Postinfektiöse GN
2. Rapid Progressive GN
3. Chronisch progrediente GN-Syndrom
4. Nephrotisches Syndrom
1.Akute postinfektiöse GN:
Nach einem Infekt mit beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A (Angina tonsillaris, Pharyngitis) kommt es nach 1-2 Wochen Beschwerdefreiheit zu folgenden Symptomen:
- Mikrohämaturie und Proteinurie
- ev. Ödeme, Hypertonie
- ev. Gesichtsödem, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Fieber, Schmerzen in Nierengegend
Im Urin finden sich Erythrozythen, Protein
2.Rapid Progressive GN
Diese Form der GN führt zu einer rasch zunehmenden Verschlechterung der Nierenfunktion(durch Antikörper gegen Basalmembran). Häufig ist hier auch die Lunge beteiligt, da die basalmembran der Alveolen eine Ähnlichkeit mit der Basalmembran der Glomerula aufweisen. (Goodpasture-Syndrom)
Symptome:
- Hypertonie(Bluthochdruck)
- starke Proteinurie (Eiweiss im Urin
- Blässe
- progrediente (fortschreitende) Niereninsuffizienz
- bei Lungenbeteiligung: Lungenblutung
3.Chronisch progrediente GN-Syndrom
Es handelt sich um das chronische Stadium verschiedener Glomerulopathien
Symptome:
- schleichender Krankheitsbeginn
- Proteinurie
- Erythrozyturie
- Hypertonie
4.Nephrotisches Syndrom
Vom nephrotischen Syndrom spricht man, wenn
1. starke Proteinurie über 3g/d
2. Hypoproteinämie
3. Hypalbuminämische Ödeme und
4. Hyperlipidämie mit Cholesterin und Triglyceriderhöhung vorliegt.
Ursachen können sein:
- Glomerulonephritis
- Diabetes mellitus
- Plasmozythom
- Kollagenosen
- Nierenvenenstauung
- toxisch
- immunologisch
Die Proteinurie führt ferner zum Verlust von IgG Antikörpern und damit zur verstärkten Infektanfälligkeit. Durch den Verlust an Serumalbumin, nimmt der onkotische Druck , vor allem in den Kapillaren ab und führt damit zu einer Flüssigkeitsverschiebung von Flüssigkeit ins Interstitium.
- Glukokortikosteroide
In der Nebennierenrinde werden in der Zona fasciculata Glukokortikosteroide, zu dem auch das Kortisol gehört, gebildet. In 24 h werden dort unter Normalbedingungenetwa 20-30mg Kortisol produziert. Im Stress erhöht sich dieser Wert auf das bis zu 10-fache.
Die Hormonbildung unterliegt einem zirkadianen Rhythmus. Morgens zwischen 6 und 8 Uhr erreicht die Produktion ein Maximum, ein Minimum liegt um Mitternacht. 70% des Kortisols werden morgens abgegeben.
Gesteuert wird die Kortisolabgabe durch den Hypothalamus(Corticotrpoin-Releasing-Hormon) und der Hypophyse(adrenocorticotrophes Hormon= ACTH)
Wirkungen der Glukokortikoide(Die Wirkungen treten nur bei grossen Mengen auf):
- Glukoneogenese: Bildung von Glukose aus Aminosäuren und Laktat, Pyruvat oder Glycin. Dies fördert einen Abbau der Muskulatur und verstärkt einen Diabetes mellitus
- Hyperlipidämie durch gesteigerten Fettabbau und Fettmobilisation aus der Peripherie und Ablagerung in der Leber und am Stamm
- Leukozytenerhöhung mit gleichzeitigem Absinken der Lymphozyten und Unterdrückung der B-und T-Lymphotytenaktivität
- Hemmung von Entzündungen
- verzögerte Wundheilung
- Hemmung der enteralen Kalziumresorption und Steigerung der Kalziumausscheidung
- Natriumretention
- gesteigerte Kaliumausscheidung
Heute wird Kortison bei einer Vielzahl von Krankheiten eingesetzt. Nebenwirkungen sind hier sehr häufig. Die Nebenwirkungen treten in der Regel bei einer Langzeittherapie auf. Folgende Nebenwirkungen können sein:
- Exogenes Cushingsyndrom mit Stammfettsucht und Abmagerung der Extremitäten
- Verschlechterung eines Diabetes
- Erhöhtes Infektionsrisiko
- Gewichtszunahme
- Ödeme
- Hypokalämiesche Alkalose
- Atrophie der Muskulatur
- Osteoporose
- Wachstumshemmung bei Kindern
- Katarakte und Glaukomgefahr
- Thromboseneigung
- Menstruationsstörungen
- Glutamin
Die Aminosäure Glutamin unterstützt die Gesundheit des Gastrointestinaltraktes und schützt vor Malabsorption. Mangelanzeichen sind Müdigkeit, fehlende Reaktionskraft Depressionen. Auch bei Alkoholabusus kommt ein Mangel sehr häufig vor.
- Glycin
Glycin ist eine nicht essentielle und neutrale Aminosäure.
Im Nervensystem wirkt sie als hemmender Neurotransmitter
Naturheilkunde: Die Aminosäure Glycin hilft bei der Entgiftung der Leber und ist Bestandteil des Glucose Toleranz Faktors. Zeichen des Mangels sind ein saurer Magen, frühzeitiges Altern und schwankender Blutzuckerspiegel.