Von Hyperkaliämie spricht man, wenn das Serumkalium über 5,5 mmol/l liegt.
Ursachen:
- erhöhte Kaliumzufuhr
- verminderte Ausscheidung durch akutes Nierenversagen, chron. Nireeninsuffizienz
- Morbus Addison
- Azidose(Kalium wird in den Extrazellulärraum abgegeben)
- Zellschäden(dadurch Freisetzung von Kalium) durch Verletzungen, zytostatische Therapie oder Hämolyse
Symptome: oft verläuft die Hyperkaliämie symptomenarm. Eventuell findet man neuromuskuläre Symptome, wie Parästhesien, Muskelzuckungen
Therapie: Kaliumzufuhr stoppen, in Akutfällen Kaliumeinstrom in die Zellen fördern durch Gabe von Glucoselösung mit Insulin oder Natriumbikarbonat
Von Hyperkalzämie spricht man bei Werten über 2.7 mmol/l Kalzium im Serum
Ursachen:
- Knochenmetastasen oder parathormonähnliche Peptide bei Malignomen
- Hyperparathyreoiditis
- Hyperthyreose
- Vitamin D oder Vitamin A Intoxication
Symptome: meist keine typischen Symptome. DIe Symptome hängen oft vom Grundleiden ab.
- Rhythmusstörungen am Herzen
- Muskelschwäche
- Polyurie und Polydypsie
- Erbrechen, Übelkeit
- Somnolenz bis Koma
Es besteht die Gefahr einer Hyperkalzämischen Krise.
Therapie: Abklärung der Ursache, bei hyperkalzämischer Krise ist unbedingte Diurese notwendig, um Kalzium auszuleiten.
Primärer Hyperparathyreoidismus
Es handelt sich um eine Erkrankung der Nebenschilddrüse mit einer vermehrten Bildung von Parathormon.
Ursachen sind in den meisten Fällen solitäre bzw multiple Adenome der Nebenschilddrüse, wobei die meisten Adenome hinter der Schilddrüse lokalisiert sind. Seltener handelt es sich um eine Hypertrophie der Epithelkörperchen.
Das erhöhte Parathormon führt zu einer vermehrten Phosphatausscheidung über die Niere. Das Absinken des Phosphatspiegels hat eine Stimulation der Calcitriolbildung zur Folge, das wiederum die Kalziumresorbtion im Darm erhöht. Und dies führt zu einer Hyperkalzämie.
Durch das Parathormon wird ferner die Osteoklastenaktivität erhöht, das zusätzlich den Kalziumspiegel ansteigen lässt.
Die Symptome bzw. die Krankheit werden also durch die Höhe des Kalziums im Blut bestimmt.
Symptome (oft wird der Hyperparathyreoidismus übersehen):
- Nierensteine(Kalziumphosphat und -oxalat)
- Polyurie und Polydypsie, da die Niere den Harn nicht mehr konzentrieren kann
- Osteopenie (vor allem an Händen , Wirbelsäule und Schädel) mit Schmerzen
alkalische Phosphatase und Hydroxyprolinausscheidung ist durch den Knochenabbau erhöht - Appetitlosigkeit, Übelkeit, Obstipation, Gewichtsabnahme
- Muskelschwäche, schnelle Ermüdung
- psychatrische Symptome
Komplikation: Hyperkalzämische Krise mit Polyurie, Polydipsie, Erbrechen , Exikkose, Adynamie, Psychotische Erscheinungen bis hin zum Koma und Herzrythmusstörungen, die bis zum Tod führen können.
Differentialdiagnose: Eine Hyperkalzämie kann auch durch bösartige Tumore verursacht werden, einerseits durch auftretende Knochenmetastasen oder durch Bildung parathormonähnlicher Hormone. Ein Tumor sollte daher immer in Betracht gezogen werden.
Sekundärer Hyperparathyreoidismus
Durch den Absinken des Kalziumspiegels infolge einer Erkrankung, kommt es zu einer Mehrproduktion von Parathormon in den Epithelkörperchen. Ursache ist meist eine chronische Niereninsuffizienz.
Die Chronische Niereninsuffizienz führt zu einer mangelnden Ausscheidung von Phosphat mit Anstieg des Phosphates mit konsekutivem Absinken des ionisierten Kalziums. Die Hypokalzämie regt nun die Nebenschilddrüse zu einer vermehrten Produktion von Parathormon an
Symptome:
- durch den Kalziumabbau kommt es zu Knochenschmerzen
- Schwäche der Muskulatur
- Niereninsuffizienzsymptome: Ödeme an oberen Augenliedern, anfangs Polyurie, später Oligurie bis Anurie, Haut ist gelblich fahl
Diagnose erfolgt über:
- erhöhten Kreatininspiegel
- Hyperphospatämie
- Serumkalzium normal bis erniedrigt
- Alkalische Phosphatase erhöht
- Parathormon erhöht
- Osteopathie(Röntgen)
Therapie: Schulmedizinisch wird mit kalziumhaltigen Phosphatbindern behandelt, ferner phosphatarme Kost und Gabe von Vitamin D3. Zudem Behandlung der zugrundeliegenden Niereninsuffizienz.