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Respiratorische Alkalose

Von einer respiratorischen Alkalose spricht man bei einer Veränderung des ph-Wertes über 7,44, die durch eine verstärkte Atmung ausgelöst wurde.

Ursachen:

  • Psychogene Hyperventilation
  • durch  Sauerstoffmangel ausgelöste Hyperventilation
  • Störungen des ZNS

Symptome:

  • schnelle Atmung
  • Tetanien mit Muskelzittern und Parästhesien
  • eventuell Minderung der Gehirndurchblutung
Respiratorische Azidose

Eine respiratorische Azidose wird verursacht durch eine respiratorische Insuffizienz, die zu einer mangelnden Sauerstoffversorgung der Alveolen führt.

Der Patient ist nicht in der Lage, tief zu atmen, und dadurch kommt es zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff im gesamten Körper.

Symptome: schwache Atmung (Hypoventilation) mit Schwäche, Desorientiertheit bis zum Koma

Die Azidose führt immer zu einer Hyperkaliämie, da Kalium aus den Zellen in den Extrazellulärraum verschoben wird.

Rhesus System

Das Rhesus System ist das wichtigste Blutgruppensystem nach dem AB0 System. Es wurde 1940 von Landsteiner und Weiner entdeckt. Das Rhesussystem unterscheidet zwischen Rhesus positiv und Rhesus negativ. Rh+ bedeutet, dass auf den Blutzellen ein bestimmtes Antigen vorkommt, Personen, die dieses Antigen nicht besitzen sind demnach RH-.

Das Rhesus System ist vor allem für Frauen in der Schwangerschaft bedeutsam. Wenn die Mutter Rh- ist und das heranwachsende Kind RH+, dann besteht eine Gefahr, dass während der Geburt oder der letzten Schwangerschaftswochen, Blut des Fötus in den Kreislauf der Mutter eindringt und dort eine Immunreaktion auslöst, welche für den Fötus lebensbedrohlich ist. Normalerweise ist das kindliche und mütterliche Blut durch die Plazenta getrennt, aber die Gefahr eines Übertritts ist immer gegeben. Was geschieht nun genau? Das Blut des Fötus gerät in den Kreislauf der Mutter und das Immunsystem sieht die Zellen als fremd an. Daraufhin werden von der Mutter Antikörper produziert, die sich gegen die Blutzellen des Kindes richten. Die Antikörper müssen also erst produziert werden und sind so klein, dass sie die Plazentaschranke überwinden können..

Hat die Mutter jedoch eine andere Blutgruppe als das Kind, werden die eventuell übertretenden Blutzellen von bereits existierenden Antikörpern zerstört, und diese Antikörper sind zu gross für die Plazentaschranke und können somit nicht in den Blutkreislauf des Kindes eindringen. Die Gefahr einer Reaktion wird mit jeder Schwangerschaft grösser, da die Menge der produzierten Antikörper immer höher wird. Haben die Eltern des Kindes verschiedene Blutgruppen , besteht übrigens keine Gefahr. Man kann die Reaktion (im Fachjargon auch Hämolyse genannt) verhindern, indem man der Mutter anti-RH Antikörper verabreicht, die eventuell übertretende Blutzellen sofort zerstören können, die aber keine Immunreaktion auslösen.

Rheumatisches Fieber

Das rheumatische Fieber ist eine Systemerkrankung, die durch Streptokokken verursacht wird. Sie manifestiert sich an Herz, Gelenken, Zentralnervensystem und dem Unterhautgewebe.

Ursache ist eine autoimmonulogische Reaktion auf die Streptokokken, d.h. der Körper greift eigenes Gewebe an. Die auslösenden betahämolysierenden Streptokokken findet man bei 10% der gesunden Bevölkerung in der Mundhöhle. Ein Nachweis ist also nicht Beweis einer Infektion!

Symptome: Nach ca. 10-20 Tagen tritt nach einer Streptokokkeninfektion des oberen Respirationstraktes (Halsentzündung, Tonsillitis, Pharyngitis) das rheumatische Fieber als Zweiterkrankung auf.

  • Es kommt zu Fieber, Kopfschmerzen
  • akute Gelenkschmerzen, die von Gelenk zu Gelenk wandern. Es Handelt sich um eine akute Polyarthritis, die vor allem die grossen Gelenke betrifft. Neben Schmerzen sind die Gelenke rot und geschwollen.
  • Hauterscheinungen: Erythem mit rosaroten Flecken  vor allem um den Nabel und kleine Knötchen, die sich unter der Haut(subkutan) befinden
  • Es kommt zu einer Entzündung des ganzen Herzens mit Endo-, Myo- und Perikarditis. Problematisch ist vor allem die Endokraditis, da diese zu Klappenfehlern führen kann.
  • Nach Monaten kann es zu einer Chorea minor mit unkontrollierten Bewegungen der Hände. Kinder sind ungeschickt, lassen Gegenstände fallen etc..
Rheumatoide Arthritis

Es handelt sich um eine chronisch-entzündliche Systemerkrankung, die durch Entzündung der Synovia zu einer Arthritis, Bursitis und Tendovaginitis führt.. Die Krankheit verläuft meist schubweise und kann in späten Stadien zu Gelenksdestruktionen führen.
Meist sind von der chronischen Polyarthritis, wie sie auch genannt wird, Frauen betroffen und sie tritt meist im 4. Lebensjahrzehnt auf.

Ursache der Erkrankung liegt in einer Autoimmunreaktion, bei der es zur Bildung von Autoantikörpern gegen die Synovia kommt. Ferner werden T-Helferlymphozyten. B-Lymphozyten und Plasmazellen gebildet, die alle zur Freisetzung von Entzündungsmediatoren und aggressiven Enzymen gegen die Synovia und Gelenkknorpel führen.

Symptome:

  • zu Beginn: Müdigkeit, Schweissneigung der handinnenflächen, ev. subfebrile Temperaturen, brüchige Nägel, Pigmentverschiebung im Bereich des Handrückens
  • Synovialitis an kleinen Gelenken, meist symetrisch, die zentripetal fortschreitet. Bewegungsschmerz und Schwellung der Fingergrund und proximalen Interphalangealgelenke(nicht die distalen Gelenke!). Händedruck ist schmerzhaft(Gaensslen-Zeichen)
  • Morgentliche Steifigkeit, Durchblutungsstörungen an den Fingern
  • Karpaltunnelsyndrom (Entzündung der Sehnenscheide unter Lig. carpi trans.) mit Parästhesien des Daumens ,Zeige- und Mittelfinger, Arophie des Daumenballens und nächliche Schmerzen
  • Baker Zyste (Hernie der Kniegelenkskapsel)
  • Rheumaknoten an Sehnen und subkutan an den Streckseiten  der Gelenke
  • extraartikuläre Manifestation (selten) an Herz, Lunge, Augen und Gefässe

Durch die Entzündung in den Fingern kann es zur ulnaren Deviation oder Schwanenhalsdeformität  kommen

Sonderform der rheumatoiden Arthritis ist das sekundäre Sjögren Syndrom mit zusätzlicher Keratokonjunktivitis, Versiegen der Speichel- und Schweissektetion

Differentialdiagnose: Die beschrieben Symptome können auch bei einer Reihe anderer Erkrankungen vorkommen:
Kollagenosen
Vasculitis
M. Bechterew
Rheumatisches Fieber
Borreliose

Bei 80% der Patienten sind die Autoantikörper(Rheumafaktoren) nachweisbar. Der Rheumafaktor kann aber auch bei Gesunden positiv sein!

Da die RA im Frühstadium oft schwierig zu diagnostizieren ist, hat das American College of  Rheumatology diagnostische Kriterien aufgestellt:

1. Morgensteifigkeit
2. Arthritis an mind. 3 Gelenken
3. Arthritis an Hand oder Fingergelenken
4.Symetrische Arthritis
5.Rheumaknoten
6.Rheumafaktoren im Serum
7.Röntgenveränderungen der Hände(gelenksnahe Osteoporose)

Gute Therapiemöglichkeiten sind Hydro-, Bewegungs-, Thermo- und Massagetherapie. Als besonders wirkungsvoll hat sich die klassische Homöopathie erwiesen.

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