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Seite 3 von 3 Impfschutz Damit eine Schutzimpfung einen epidemiologischen Nutzen hat, müssen mind. 90% der Bevölkerung geimpft sein. Die Impfimmunität ist aber deutlich schlechter als die Immunität nach Durchstehen der Erkrankung. Dies kann dazu führen, dass immer mehr Säuglinge erkranken, da der Nestschutz durch die Impfantikörper viel zu gering ist. Andererseits ist man sich heute über die Dauer der Immunität nach einer Impfung(vor allem der Lebendimpfung) nicht im klaren. In hohem Alter kann durch das Schwinden der Impfimmunität die Gefahr für eine erneute Erkrankung zunehmen. Da Schutzimpfungen keinen 100% Schutz gewähren, kommt es mit zunehmender Impfrate zu einer Zunahme der trotz Impfung empfänglichen Personen. In einer gut durchimpften Bevölkerung sind deshalb bei einer Epidemie häufig genauso viele Menschen gegen die Krankheit geimpft wie ungeimpft. Beispiel Masern: 10% der geimpften Personen sind nach der 1. Impfung nicht immun, bei einer Bevölkerung von zum Beispiel 100.000 Personen ergeben sich: bei eine Durchimpfung von 50% der Bevölkerung 50.000 empfänglich Nicht-Geimpfte und 5000 empfänglich Geimpfte bei einer Durchimpfung von 90% jedoch 10000 empfängliche Nicht-Geimpfte und 9000 empfängliche Geimpfte bei einer Durchimpfung von 95% 5000 empfängliche Nicht-Geimpfte und 9500 empfängliche Geimpfte Ab einer Durchimpfungsrate von �ber 90% sind also bei einer Epidemie immer mehr Geimpfte als Ungeimpfte betroffen. Wert von Kinderkrankheiten Von impfkritischer Seite wird immer wieder argumentiert, das normale Durchmachen klassischer Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps oder Röteln habe für die betroffenen Kinder einen hohen Wert und sei häufig mit einem Entwicklungs- oder Reifungsschub verbunden. In den letzten Jahren konnte man vor allem einen Zusammenhang von Erkrankungen im Kindesalter zu allergischen, autoimmunologischen, als auch zu bösartigen Erkrankungen nachgewiesen werden: Erwachsene, die als Kinder Masern erlebten haben ein vermindertes Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken (ALBONICO HU. MED HYPOTHESES 1998;51(4):315-20 ) Frauen, die als Kind Mumps hatten, haben ein signifikant geringeres Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken (WEST R. CANCER 1966;19:1001-7 , NEWHOUSE ML. BR J PREV SOC MED 1997;31:148-53 ) Fieberhafte Infekte im ersten Lebensjahr gehen mit einer deutlich verminderten Allergiegefährdung im Grundschulalter einher (WILLIAMS, L.K. J ALLERGY CLIN IMMUNOL 2004;1113;291-6) . So vermindern virale Infekte der oberen Luftwege in den ersten 2 Lebensjahren signifikant das Risiko, im späteren Leben an allergischen Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale zu erkranken (MUTIUS, E. SCHWEIZ MED WOCHENSCHRIFT,1998 Nov 21;128(47):1833-9. ).Auch das Durchleben von Scharlach senkt einer mexikanischen Studie zu Folge das Risiko, an Asthma zu erkranken (Vargas, MH. Respir Med. 2005 Jun 6 ) Ebenso konnte diesen Infekten ein Schutzeffekt vor bösartigen Erkrankungen zukommt: das Risiko an der im Kindesalter häufigsten Leukämieform (ALL) zu erkranken war umso geringer, je mehr dieser Infekte die Kinder in den ersten Lebensjahren durchgemacht hatten (GILHAM,C. BMJ, doi:10.1136/bmj.38428.521042.8F (published 22 April 2005) ).
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