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HPV (humaner Papilloma Virus) Erkrankung

Erreger

Die Humanen Papilloma Viren (HPV) unterteilt man in mehr als 100 verschiedene Subtypen, von denen mehr als 35 den menschlichen Genitaltrakt infizieren (BOSCH, F.X., DE SANJOSÉ, S.: J. Natl. Cancer Inst. Monogr. 2003; 31:3-13)

13 der HPV-Subtypen gelten mittlerweile als gesichert krebsauslösend, die Hälfte dieser Fälle ist auf die Typen 16 und 18 zurückzuführen (BÖRDLEIN, I.: Dt. Ärztebl. 2006; 103: C-1741-3, EMEA: Europ. Beurteilungsbericht (EPAR) GARDASIL, Stand Okt. 2006 zu finden unter: http://www.EMEA.eu.int/htms/human/epar/a-zepar.htm)

 Hauptüberträger des Virus sind die Männer, jedoch ist über den Verlauf der Erkrankung bei ihnen wenig bekannt. Die Übertragung findet nicht über Genitalsekret, sondern über infizierte Hautschuppen statt, daher bilden Kondome keine sichere Barriere.

Übertragung

Die Infektion erfolgt hauptsächlich über Hautkontakt, bei bestimmten Virentypen primär durch ungeschützten Sexualverkehr. Die HPV-Infektion ist daher eine der häufigsten durch Geschlechtsverkehr übertragenen Infektionen, oft jedoch bleibt die Ansteckung unbemerkt.

Krankheitsbild

 Die HPV-Infektion verläuft meistens symptomlos und klingt in der Regel  wieder spontan ab. > 90% aller HPV-Infektionen heilen innert 5 Jahren spontan ab. Die Infektion kann jedoch chronifizieren, wenn verschiedene Risikofaktoren wie z.B. Rauchen, orale Kontrazeptiva(Anti-Baby-Pille) oder eine hohe Geburtenzahl hinzukommen. Hierbei kann es zu Zellveränderungen auf der Genitalschleimhaut(Dysplasien) kommen. In den meisten Fällen bleiben diese Gewebeveränderungen konstant oder bilden sich im Laufe der Zeit sogar zurück.

In einigen Fällen entwickelt sich aus diesen Vorstufen jedoch ein Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) – wie häufig dies geschieht ist unklar (BOSCH, F.X., DE SANJOSÉ, S.: J. Natl. Cancer Inst. Monogr. 2003; 31: 3-13).

Der Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ist  der zweithäufigste bösartige Tumor bei Frauen weltweit, wobei jedoch 80% der Erkrankungen in Entwicklungsländern auftreten. Die beiden Häufigkeitsgipfel liegen zwischen 35 und 55 Jahren und dann wieder ab 60 Jahren aufwärts. Hierzulande ist das Zervixkarzinom auf Rang 10 der bösartigen Neubildungen, bei den Sterbefällen liegt es an zwölfter Stelle (Gesellschaft d. epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V., RKI: Krebs in Deutschland, Stand 2006).  Im Jahr 2002 erkrankten in Deutschland 6700 Frauen an Zervixkarzinom, bei 1700 war es die Todesursache (Dt. Gesell. f. Gyn. u. Geburtsh. (DGGG): Pressemeldung vom 16. Okt. 2006). Im Jahr 2006 sind in Deutschland 184 Frauen im Alter zw. 15 und 45 Jahren an Zervixkarzinom verstorben und nahm damit Rang 9 der 10 häufigsten Todesursachen dieser Altergruppe ein (Statistisches Bundesamt: Mitteilung vom 26.10.07). Der Hersteller von Gardasil schreibt jedoch, dass das Zervixkarzinom die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen zwischen dem 15. und 45. Lebensjahr sei und erweckt damit einen völlig falschen Eindruck.

Daneben rufen Papillomviren gutartige Erkrankungen hervor wie Warzen der äußeren Genitalien und die vorwiegend im Rachenraum lokalisierte juvenile Papillomatose, bei der eine Übertragung von einer infizierten Mutter auf ihr Kind vermutet wird.

 

Therapie

Eine spezifische Papillomvirus-Therapie gibt es gegenwärtig nicht. Bei vorliegenden Läsionen kommen im wesentlichen chirurgische Eingriffe in Frage oder aber lokale Verätzungen. In der Regel wird mit der Entfernung der Läsion auch der Heilungsprozess eingeleitet, wenn auch Rückfälle (Rezidive) häufig sind. 

Verfahren:

  • Laservaporisation (Koagulation des Gewebes mit energiereichem Laserlicht)
  • Kryotherapie (Gewebedestruktion durch Kontaktvereisung mit Kühlmitteln wie Flüssigstickstoff, Lachgas oder Kohlenmonoxid)
  • Elektrokauterisierung (Gewebedestruktion durch Hitzeanwendung)
  • Exzisionsverfahren (KONISATION) mit Skalpell (Messer), Laser (CO2-Laser) oder Elektrische Schlinge

 

 

 

 

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