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Masern Erkrankung 

Erreger


Erreger ist das Morbilli-Virus, das durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Im Prodromalstadium und bis zwei Tage nach Ausbruch des Exanthems hochkontagiös(fast 100%). Die Durchseuchung liegt heute bei den über 30 Jährigen bei über 95%, bei den unter 5 Jährigen wegen der Impfung sehr viel geringer, vermutlich unter 10%.(Impfen: Routine oder Individualisation Eine Standortbestimmung aus hausärztlicher Sicht, 2. Auflage 2000, Arbeitsgruppe für differnenzierte Impfungen, S. 32)

Das deutsche grüne Kreuz berichtet, dass fast ein Drittel aller Masernfälle heute Jugendliche und Erwachsene betrifft. Komplikationen sind in diesem Alter etwa doppelt so häufig wie bei Kleinkindern.

Krankheitsbild

Kopliksche Flecken bei MasernNach einer Inkubationszeit von 10-14 Tagen kommt es zu zu einer akuten Infektionskrankheit mit Fieber und katharralischen Erscheinungen. In diesem Stadium treten auch die Koplikschen Flecken an der Wangenschleimhaut auf.  Am 2-3Tag tritt das typische Masernexanthem , beginnend hinter den Ohren, dann über Gesicht, Rumpf und Extremitäten auf. Die Augen sind verquollen und entzündet und man hat den Eindruck, das Kind hätte die ganze Zeit geweint. Hinzu kommt starke Lichtempfindlichheit. Der Hautausschlag kann etwa 14 Tage anhalten und beginnt sich dann in feinen Schuppen zu lösen. Ansteckend sind die Erkrankten in der Inkubationszeit bis zum Abklingen des Fiebers.

 

 

Therapie

Schulmedizinisch wird reinsymptomatisch behandelt. Eine ursächliche Therapie ist nicht bekannt. Bei Sekundärinfektionen werden Antibiotika gegeben

Komplikationen

Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen und Meningitiden .
Ferner besteht die Gefahr einer Enzephalitis.

Nach Maserninfektionen kann es Jahre oder Jahrzehnte später zur subakut sklerosierenden Panenzephalitis oder SSPE (schwere Erkrankung des Zentralnervensystems) kommen. Durch die Abnahme der Masernfälle überhaupt, geht diese Erkrankung jedoch zurück. Problematisch sind vor allem Masernerkrankungen im ersten Lebensjahr( häufig bedingt durch mangelnden Nastschutz durch die Mutter). Man hat jedoch festgestellt, dass es bei Geimpften zu einer Zunahme der Erkrankungsfälle kommt(wahrscheinlich weil insgesamt mehr geimpft sind) und die Inkubationszeit bis zum Auftreten der Erkrankung kürzer ist. Mehr dazu siehe unten.
(Dyken PR, Cunningham SC, Ward LC.: Changing character of subacute sclerosing panencephalitis in the United States.Pediatr Neurol. 1991 Mar-Apr;7(2):151./Dyken PR: Neuroprogressive disease of post-infectious origin: a review of a resurging subacute sclerosing panencephalitis (SSPE).,Ment Retard Dev Disabil Res Rev 2001;7(3):217-25 )

Ein Wort zur Maserencephlitis: Die Masernencephlitis ist durch die Impfprogramme zwar  stark reduziert worden(dies war ein wichtiges Ziel), im gleichen Zeitraum erhöhte sich jedoch die Incidenz von Encephlitis anderer Ursachen. Zugenommen haben hier vor allem Encephlitiden durch Varizella zoster, Enteroviren, HHV-6(humaner Herpes Virus) und Camydia pneumonia.(Koskiniemi M, Korppi M, Mustonen K, Rantala H, Muttilainen M, Herrgard E, Ukkonen P, Vaheri A. : Epidemiology of Encephalitis in children. A prospective multicentre study. Eur J Pediatr. 1997 Jul;156(7):541-5.)
Wie sagte schon der französische Chemiker Pasteur: Der Erreger ist nichts, das Terrain ist alles". Die anderen Erreger haben also quasi die Lücke geschlossen, die die Masernecephlitis hinterlassen hat.(Martin Hirte: Impfen: pro und contra . S. 187)

Durch Impfungen besteht die grosse Gefahr einer Verschiebung der Erkrankung ins Erwachsenenalter, welche dann sehr viel schwerer verläuft. Wird die Krankheit spät durchgemacht, erhöht sich im Erwachsenenalter auch das Risiko, an bösartigen Erkrankungen zu erkranken(Morbus Hodgkin). Dies gilt jedoch nicht nur für Masern, sondern alle Kinderkrankheiten.

Bereits in den 60er Jahren hat der Arzt Dr. Bob C. Witsenburg in einer afrikanischen Klinik festgestellt, dass sich unter seinen Masern-Patienten paradoxerweise gerade diejenigen am Besten erholten, die das höchste Fieber und den stärksten Ausschlag aufgewiesen hätten. Als er daraufhin bei der Hälfte seiner Patienten die vorsorglich vergebenen Medikamente einfach weggelassen habe, sei die Sterberate in dieser Gruppe erstaunlicherweise von 35 % auf 7 % gesunken.
 

Immunität

Eine durchgemachte Masernerkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität.. Für die anhaltende Immunität spielt möglicherweise die Wildboosterung(Kontakt mit wilden Masernviren) eine wesentliche Rolle.(Impfen, Routine oder Individualisation, Arbeitsgruppe für differenzierte Impfungen2 Aufl. März 2000, S. 32)

Quellen: Die Bilder stammen aus dem Artikel Masern aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der Autoren ist dort abrufbar.

 

 
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