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Meningokokken Erkrankung 

Erreger

Die Erreger sind Meningokokken, d.h. Bakterien. Meningokokken sind von einer Kapsel umhüllt, die die antigenen Eigenschaften der einzelnen Erreger bestimmt. Man unterscheidet demnach verschiedene Serogruppen, die wichtigsten sind A, B, C, W, X, Y und Z. Innerhalb der Serogruppen gibt es wiederum Untergruppen, die Serotypen,  z.B. Serotyp 2 der Serogruppe A. Für Epidemien typisch sind die Serogruppen A und C, wogegen die Serogruppe B bisher zwar zu einzelnen Erkrankungsfällen geführt hat, aber keine Epidemien verursacht hat. Jedoch ist die Serogruppe B für die Mehrzahl(75%) aller Erkrankungsfälle in Deutschland verantwortlich

Die Erreger werden durch Tröpfcheninfektion(Husten, Niesen, aber auch Küssen) übertragen.

Betroffen sind meist Kinder und Jugendliche bis zum 15 Lebensjahr. Bei jüngeren Erwachsenen ist eine Meningitis selten. Nach dem 50. Lebensjahr nimmt die Häufigkeit allerdings wieder zu, wobei die Erreger dann denen der Neugeborenen-Meningitis, also Bakterien aus dem Magen-Darm-Trakt, gleichen.

Symptome

Der Beginn der Meningitis ist durch hohes Fieber und zunehmende, bald unerträgliche Kopfschmerzen gekennzeichnet. Eine ausgeprägte Nackensteifigkeit tritt im späteren Stadium auf, auch zahlreiche kleinere blaue Flecken durch Einblutungen aus den Kapillargefäßen (Petechien) sind zu beobachten.  Es kommt ferner zu einer ausgeprägten Unruhe bis hin zur Bettflucht. Häufig wird die Umgebung nicht erkannt. Die Patienten sind benommen, erbrechen und werden bewusstlos. Außerdem können Krampfanfälle auftreten.

Die Symptome bei Säuglingen sind meist wenig ausgeprägt.  Säuglinge und Kleinkinder sind meist trinkfaul, schläfrig und apathisch. Sie erscheinen „schlecht gelaunt“. 

Diagnose

Neben klinischen Zeichen(Brudzinski, Kernig Zeichen) wird beim Verdacht auf eine Meningitis eine Liquorpunktion durchgeführt

Komplikationen

Zu den Komplikationen der Meningitis gehören die Meningoenzephalitis, d.h. ein Übergreifen der Entzündung auf das Gehirn, sowie die Meningoenzephalomyelitis, also ein Übergreifen der Entzündung auf das Rückenmark, in deren Folge es zu bleibenden neurologischen Schäden, z.B. Lähmungen oder Gehörverlust, und psychischen Schäden, z.B. geistiger Behinderung oder Verhaltensauffälligkeiten, kommen kann. Weitere Komplikationen sind die Entstehung eines Hirnabszesses, d.h. einer Eiteransammlung in einer entzündlich entstandenen Höhle, die Störung der Liquorzirkulation durch die Verklebung der Arachnoidea mit der Pia mater sowie eine Thrombose der Venen = Sinusvenenthrombose.

Therapie

Die Meningokokken Meningitis wird  mit Penicillin G in hoher Dosierung  behandelt, welches bis zur Besserung intravenös gegeben wird. Anschließend wird noch mindestens 10 Tage mit reduzierter Dosis weiter therapiert. Bei Penicillin-Allergie oder-Resistenz können Cefotaxim oder Ceftriaxon, aber auch Chloramphenicol verwendet werden. Wichtig ist der möglichst sofortige Behandlungsbeginn.

Prognose

Die Letalität beträgt etwa 5%, bei Neugeborenen und alten Menschen bis zu 70% .Meningokokken-Erkrankungen führen bei etwa 7-10% zu bleibenden Schäden – bei Erwachsenen häufiger, bei Kindern seltener. In der Mehrzahl der Fälle kommt es jedoch durch antibiotische Behandlung zu völliger Ausheilung.

 

 

 
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