Meningokokken-Impfung Impfstoff Impfungen in Deutschland gegen Meningokokken gibt es nur gegen bestimmte Serotypen und zwar die Gruppen A, C, Y und W 135. Gegen den Serotypen B, der für mehr als 75% aller Meningokokken Infektionen verantwortlich ist, gibt es keine Impfung. In Deutschland sind mehrere Impfstoffe gegen Meningokokken zugelassen: Mencevax ACWY Meningokokken-Polysaccharid-Impfstoff Zusammensetzung.: 1 Dosis (0,5 ml) enthält: Neisseria-meningitidis-Polysaccharid der Gruppe A, Gruppe C, Gruppe W135 und Gruppe Y je 0,05 mg. Weitere Bestandteile: Lactose, 0,9%ige Natriumchloridlsg. Meningitec® Zusammensetzung.: 1 Dosis (0,5 ml) enthält: Meningokokkenoligosaccharid der Serogruppe C 10 μg, konjugiert mit etwa 15 μg des Corynebacterium diphtheriae CRM197-Proteins. Weitere Bestandteile: Aluminiumphosphat, Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke Meningokokken-Impfstoff A+C Mérieux® Zusammensetzung.: 0,5 ml (1 Dosis) enthält: ger. Polysaccharide von Neisseria meningitidis Gruppe A + Gruppe C je 50 μg. Weitere Bestandteile: Lactose, Wasser f. Inj.-zwecke, Natriumchlorid, Natriumdihydrogenphosphat 2H2O, Natriummonohydrogenphosphat. Menjugate® Zusammensetzung.: 1 Dosis (0,5 ml) enthält: Meningokokken C-Oligosaccharid der Serogruppe C 10 μg konjugiert an Corynebacterium diphtheriae CRM197-Protein 12,5-25 μg. Weitere Bestandteile: Aluminiumhydroxid (Adjuvans) 1 mg, Mannitol, Natriumdihydrogenphosphat 1H2O, Natriummonohydrogenphosphat 7H2O, Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke NeisVac-CTM Zusammensetzung.: 0,5 ml (1 Dosis) enthält: Neisseria Meningitidis Serogruppe C (Stamm C 11) Polysaccharid (de-O-acetyliert) 10 μg gebunden an Tetanustoxoid 10 bis 20 μg, adsorbiert an Aluminiumhydroxid 0,5 mg Al3+. Weitere Bestandteile: Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke Die Konjugat-Impfstoffe sind für Kinder unter 18-24 Monate, da bei ihnen der Polysaccharidimpfstoff nur eine ungenügende Wirkung besitzt. Der Impfschutz ist nur kurzfristig. In England wurde im November 1999 eine Impfkampagne mit Meningitec gestartet. Die errechnete Schutzwirkung bis Ende Jahr 2000 betrug unter Berücksichtigung der Durchimpfungsrate 97 % (CI 77-99%) für Adoleszente,und 92 % (CI 65-98%) für Säuglinge (Lancet, 2001, Vol 357, p 195-6).Die Immunität verschwindet nach Monaten bis wenigen Jahren wieder. Hinzu kommt, dass die Antikörperbildung gerade in der am meisten gefährdeten Gruppe, nämlich den Kindern, die jünger als 2 Jahre sind und in dürftigen sozialen Verhältnissen leben, am schlechtesten ist. Zu dem gibt es in Deutschland nur Impfungen gegen bestimmte Serotypen und zwar die Gruppen A, C, Y und W 135. Gegen den Serotypen B, der für mehr als 75% aller Meningokokken Infektionen verantwortlich ist, gibt es keine Impfung. Es können damit maximal 25 % der Meningokokken Infektionen überhaupt vermieden werden. Es ist damit zu rechnen, dass die in den Impfstoffen nicht berücksichtigten Meningokokken-Gruppen die entstandene Lücke wieder auffüllen (AT (arznei-telegramm): Neue Konjugat-Impfstoffe Prevenar und Meningitec. AT 2001, 4: 38, - Diggle MA, Clarke SC: Increased genetic diversity of Neisseria meningitidis isolates after the introduction of meningococcal serogroup C polysaccharide conjugate vaccines. J Clin Microbiol 2005, 43(9): 4649–4653). Dadurch könnte die Krankheitshäufigkeit und -schwere ansteigen, da das Immunsystem der jeweiligen Bevölkerung mit ihnen nicht vertraut ist. So erreichte in England 2004, fünf Jahre nach Einführung der Meningokokkenimpfung die Sterblichkeit das Niveau der Jahre vor der Impfung (Independent Online: Meningitis vaccinations 'blamed' for rise in deaths. 20.9.2004, http://www.whale.to/a/men59.html). Nebenwirkungen, Impfkomplikationen und Impfschäden der Meningokokken Impfung
Problematische Nebenwirkungen der Impfstoffe sind vor allem zentralnervöse Störungen, wie Weinen, Gereiztheit, Benommenheit, Schlafstörungen, die nach der Meningokokken Impfung relativ häufig auftreten. Diese Nebenwirkungen weisen auf eine direkte Beteiligung des Gehirns hin. Langzeitfolgen sind hierzu nicht untersucht! Am Sheffield Children's Hospital wurde eine Studie mit dem neuen konjugiertem Meningokokken C Impfstoff durchgeführt. In der Studie wurden 2796 Kinder im Alter von 2 Monaten einbezogen und neben der Routine-Impfung gegen Meningokokken C im Abstand von 1 Monat(d.h. im 2, 3 und 4 Monat) geimpft. Insgesamt wurden 1804!!! Impf(?)reaktionen beobachtet, von denen man aber nur 49 den Impfungen zusprach, weil man nur bei diesen die Wahrscheinlichkeit annahm, sie hängen mit der Impfung zusammen. Ausserdem entwickelten 4 Kinder ernsthafte Reaktionen wie Hypotonie, lautes Schreien, bläschenartiger Ausschlag und Gereiztheit(Safety of a new conjugate meningococcal C vaccine in infants.Lakshman R, Jones I, Walker D, McMurtrie K, Shaw L, Race G, Choo S, Danzig L, Oster P, Finn A.Arch Dis Child. 2001 Nov;85(5):391-7.) Meningitec® : Nebenwirkungen, die in klinischen Studien beobachtet wurden: In allen Altersgruppen sind Reaktionen an der Einstichstelle (einschl. Rötung,Schwellung und Druckempfindlichkeit/-schmerz) sehr verbreitet. Diese sind jedoch normalerweise nicht klinisch signifikant. Rötung oder Schwellungen von mindestens 3 cm und Druckempfindlichkeit, die die Bewegungsfähigkeit über mehr als 48 Stunden einschränkt, wurden selten beobachtet. Fieber mit wenigstens 38.0°C tritt häufig auf, überschreitet aber normalerweise nicht 39.1°C, besonders in den höheren Altersstufen. Bei Kleinkindern und Säuglingen waren Symptome wie Weinen, Gereiztheit, Benommenheit, Schlafstörungen, Anorexie, Diarrhoe und Erbrechen nach erfolgter Impfung häufig, aber es gibt keine Anzeichen dafür, dass diese eher mit Meningitec in Zusammenhang standen als mit den gleichzeitig verabreichten anderen Impfstoffen, besonders dem DTP-Impfstoff. Häufige Nebenwirkungen, die möglicherweise mit dem Impfstoff zusammenhängen, schliessen bei Erwachsenen Kopfschmerz und Myalgie, bei jüngerenKindern Reizbarkeit und Schläfrigkeit ein. Nebenwirkungen, die nach der Markteinführung beobachtet wurden (alle Altersgruppen):Infektionen: Sehr selten (>0.01% und <0.1%) Fieberkrämpfe.Störungen des Immunsystems: Sehr selten (>0.01% und <0.1%) Anaphylaxie, Überempfindlichkeitsreaktionen, einschliesslich Bronchospasmen und GesichtsÖdem; Einzelfälle (<0.01%) Angioödeme. Störungen des Gastrointestinal-Traktes: Selten (>0.1% und <1%) Erbrechen,Übelkeit. Störungen der Haut und des Unterhautgewebes: Selten (>0.1% und <1%) Rötung; sehr selten (>0.01% und < 0.1%) Urtikaria, Pruritus; Einzelfälle (<0.01%) Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme. Allgemeine Nebenwirkungen und Reaktionen an der Injektionsstelle: Selten (>0.1% und <1%) Entzündung an der Injektionsstelle, Unwohlsein; sehr selten(>0.01% und <0.1%) Verhärtung an der Injektionsstelle, Rötung an der Injektionsstelle, Dermatitis an der Injektionsstelle, Knoten an der Injektionsstelle, Urticariaan der Injektionsstelle; Einzelfälle (<0.01%) Überempfindlichkeitsreaktion an der Injektionsstelle. Mencevax ACWY Meningokokken-Polysaccharid-Impfstoff Nebenwirkungen: Lokalreaktionen (Rötungen, Schwellungen, Schmerzen).Allgemeinreaktionen (z. B. Kopfschmerzen, Temperaturerhöhung, Krankheitsgefühl). Allergische Reaktionen (selten). Meningokokken-Impfstoff A+C Mérieux® Nebenwirkungen: Lokalreaktionen (Rötungen, Schwellungen, Schmerzen).Allgemeinreaktionen (z. B. Kopfschmerzen, Temperaturerhöhung, Krankheitsgefühl). Allergische Reaktionen (selten).Selten Myalgien, Arthralgien, gastrointstinale Symptome. Vereinzelt: neuralgische Komplikationen wie Parästhesien, Meningismus, Krämpfe, Sehverschlechterung. Menjugate® Nebenwirkungen: Lokalreaktionen (Rötungen, Schwellungen, Schmerzen).Bei Sgl. u. KleinKindern häufig Fieber, Schreien, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Beeinträchtig. des Schlafs, Appetitlosigk., Erbrechen, Durchfall, NW evtl. durch zeitgleich verabreichte and. Impfstoffe. Bei älteren Kindern, Jugendl. u. Erw. häufig Benommenheit, Fieber, Kopf-, Muskelschmerzen, Übelk., Erbrechen, Ohnmachtsanfälle. Sehr selten Lymphknotenschwellungen, anaphylakt. Reakt., AngioÖdem, Bronchospasmus, Parästhesie, Hyperästhesie, Urtikaria, Juckreiz, Gelenkschmerzen. Sehr selten Berichte über Anfälle (Ohnmachtsanfälle, Fieberkrämpfe). NeisVac-CTM Nebenwirkungen: Lokalreaktionen (Rötungen, Schwellungen, Schmerzen)(1%-74%):.Allgemeinreaktionen (z. B. Kopfschmerzen, Temperaturerhöhung, Krankheitsgefühl). Allergische Reaktionen (selten).Sehr häufig (>10%): Gliederschmerzen bei ält. Kindern(2%-32%)., Schreien u. Unruhe bei Sgl. u. KleinKindern(22%-53%)., Benommenheit/Schläfrigkeit/Schlafstör. bei Sgl. u. KleinKindern(11%-53%)., Erbrechen/Übelkeit/Durchfälle bei Sgl.(9%-12%)., Appetitverlust bei Sgl.(5%-27%). Häufig (>1% u. <10%): Fieber, Appetitverlust bei Kindern, Erbrechen/Übelkeit/Durchfall bei Kindern, Muskelschmerzen bei ält. Kindern u. Erw., Gliederschmerzen bei Kindern Immunsystem: Sehr selten (<0,01%): Lymphadenopathie, Anaphylaxie, Überempfindlichkeitsreakt. einschließl. Bronchospasmus, GesichtsÖdem u. AngioÖdem. Nervensystem: Sehr selten (<0,01%): Schwindel, Krämpfe, einschließl. Fieberkrämpfe, Ohnmacht, Hypästhesie u. Parästhesie sowie Hypotonie bei Kleinkdrn. Sehr selten wurde nach Gaben eines Serogruppe C-Meningokokken-Konjugatimpfstoffes über Krampfanfälle berichtet. Bei Kindern lag die Anzahl der berichteten Krampfanfälle unter der Anzahl von Neuerkr. der Epilepsie. Die Impflinge erholten sich meist rasch. Bei einigen Krampfanfällen könnte es sich um Ohnmachtsanfälle handeln. Bei Kleinkdrn. waren die Krampfanfälle meist mit Fieber verbunden, so dass es sich hier wahrscheinlich um Fieberkrämpfe handelte. Magen-Darm-Trakt: Sehr selten (<0,01%): Übelkeit, Erbrechen. Haut u. subkutane Stör.: Sehr selten (<0,01%): Rötung, Urtikaria, Pruritus. Muskel, Gelenke u. Knochen: Sehr selten (<0,01%): Arthralgie. In der Fachinformation heisst es ferner: Es gibt keine Hinweise, dass die unerwünschten Wirkungen bei Säuglingen und Kleinkindern auf NeisVac-C allein zurückzuführen waren und nicht auch auf gleichzeitig verabreichte andere Impfstoffe, insbesondere DTP. Meningokokken-Impfstoffe gehören zu den schlechter verträglichen Impfstoffen. In Australien wird ihnen jede dritte Impfnebenwirkung angelastet (Lawrence G, Boyd I, McIntyre P, Isaacs D: Surveillance of adverse events following immunisation: Australia 2002 to 2003.Commun Dis Intell 2004, 28(3):324-38). In Großbritannien wurden zwischen 2001 und 2003 sechs Todesfälle nach der Impfung von Kleinkindern registriert (Mirror.co.UK: ‘Vaccine link’to 18 dead tots. 13. Febr 2006.http://www.mirror.co.uk/news/topstories/tm_objectid=16696993%26method=full%26siteid=94762-name_page.html). In den USA sind im Sommer 2005 mehrere Fälle von Guillain-Barré Syndrom nach Verabreichnung der neuen Meningokokkenimpfung Menactra aufgetreten. Es handelt sich hierbei um einen Imstoff, der gegen die 4 Serogruppen A, C, Y, und W-135 schützen soll.(Guillain-Barré Syndrome Among Recipients of Menactra® Meningococcal Conjugate Vaccine --- United States, June--July 2005, http://www.CDC.gov) Beurteilung: Die empfohlene Standardimpfung schützt lediglich gegen einen kleinen Anteil der Meningokokken-Infektionen. Ein Impfstoff gegen die in Deutschland vorherrschende Meningokokken-Gruppe B steht derzeit nicht zur Verfügung. Die allgemeine Impfempfehlung für Zweijährige betrifft die Gruppe C, die seit 2002 in allen Altersgruppen eine abnehmende Tendenz zeigt und im Jahre 2005 auf 22,4% fiel. Bei 1 - 4jährigen Kindern, die von der Standardimpfung profitieren, wurde 2005 nur ein Todesfall durch Meningokokken C gesichert (www.meningokokkus.de). Eltern müssen sich also fragen, ob es sinnvoll ist, ihr Kind vor einem ziemlich geringen Krankheitsrisiko mit einer Impfung schützen zu wollen, deren Nebenwirkungen relativ häufig sind, und deren Bedeutung für die frühkindliche Entwicklung nicht geklärt ist . Auch für Schüler und Studenten, die längere Zeit in Ländern mit offizieller Impfempfehlung wie USA, England, Niederlande, Irland oder Spanien verbringen, wird die Impfung empfohlen. Das Risiko einer Erkrankung ist für sie jedoch derzeit äußerst gering und gegen die möglichen Impfrisiken sorgfältig abzuwägen.
|