Autor Thema: ARTE-Sendung: Nur ein kleiner Nadelstich?  (Gelesen 10464 mal)

Offline Liesa

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ARTE-Sendung: Nur ein kleiner Nadelstich?
« am: 28. November 2007, 21:41:17 »
Leider, leider habe ich die Sendung nicht gesehen.

Bei kidmed war man so gar nicht einverstanden - Impfschäden wurden wohl hier und da wenn nicht zugegeben, so jedenfalls nicht ganz ausgeschlossen.

Kann mir jemand Näheres berichten, der die Sendung gesehen hat?

Und interessant zu lesen das eingerichtete Forum: http://www.arte.tv/forum


Offline Liesa

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Re:ARTE-Sendung: Nur ein kleiner Nadelstich?
« Antwort #1 am: 29. November 2007, 07:41:01 »
Ein Beispiel aus diesem Forum (es geht, wie gesagt, ums Impfen):


\"Seit Jahren versuche ich, beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen einen Antrag zu erreichen, damit die Datenlage zu Nutzen und Risiken einer neutralen, industrieunabhängigen Bewertung unterzogen werden kann. Der Institutsleiter, Herr Prof Sawicki würde diese Untersuchung auch gerne durchführen, da auch er Schieflagen vermutet. Jedoch ist keine der antragsberechtigten Stellen (Gesundheitsministerium, kassenärztliche Bundesvereinigung, Gemeinsamer Bundesausschuss) bereit, einen solchen Auftrag an das IQWiG zu erteilen. Woran liegt das?
A. D., Arzt für Allgemeinmedizin/ Naturheilverfahren, Diplom-Physiker\"
(im ARTE-Forum mit vollständigem Namen, siehe dort).

Offline Snorre

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Re:ARTE-Sendung: Nur ein kleiner Nadelstich?
« Antwort #2 am: 29. November 2007, 22:13:10 »
Hallo,

habe die Sendung gesehen. Nachdem ich mich vor einigen Wochen über den Beitrag im WDR von Quarks & Co. aufgeregt hatte, war dieser hier doch ein wenig differenzierter. So haben zwar grundsätzliche Impfbefürworter zugegeben, daß die Impfpraxis nicht in allen Bereichen ideal wäre. Den Nutzen von Impfungen selber hat niemand angezweifelt. sie waren allerdings zum Teil der Meinung, daß offener darüber gesprochen werden solle, daß Impfungen wie alle MEdikamente auch teilweise heftige Nebenwirkungen haben können, die allerdings zum Wohle des großen Ganzen in Kauf genommen werden und eben nur nicht vertuscht werden sollten. Ein Pathologe hat z.B. - wie die meisten seiner Kollegen - eine Häufung von Säuglingssterblichkeit durch Hirnschwellung nach der 6-fach-Impfung festgestellt und wurde dafür wohl heftig angefeindet. Dabei meinte er, den Nutzen von Impfungen generell nicht anzweifeln zu wollen, sondern eben nur diese KOmbination.
Die Grundaussage der Sendung blieb jedoch, daß Impfungen ein Segen der Medzin sind. Richtig viel hast Du also nicht verpaßt.
Gruß

Snorre

Offline Liesa

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Re:ARTE-Sendung: Nur ein kleiner Nadelstich?
« Antwort #3 am: 30. November 2007, 07:46:22 »
Hallo Snorre, danke für Deinen Bericht.

Ich bin eigentlich schon ganz zufrieden, wenn Impfen nicht auf den \"kleinen Pieks\" reduziert wird, sondern wenn klar zu ersehen ist, dass es sich um ein(e Art) Medikament handelt, das auch sehr ungute Nebenwirkungen \"mitbringen\" kann. Quintessenz von solchen Dokumentationen bzw. im Bewusstsein der Menschen sollte sein, dass das Impfen nicht verteufelt wird, dass aber auch nicht zum Impfen genötigt wird. Sprich: Ich würde nie jemanden gegen das Impfen überzeugen wollen, möchte allerdings auch nie dazu gezwungen werden (oder von irgendwem angeblafft werden).
 
\"Wieviel Impfung muss sein?\"/ Quarks & Co. habe ich selbst gesehen - und mich gehörig geärgert. Denn die Sendung war darauf angelegt, dass man sich hinterher fragen soll, warum man so doof und fahrlässig ist, nicht (gegen alles) geimpft zu haben.

Bei kidmed wird übrigens von einer 3. Masern-Impfung (!) gesprochen: Warum keine frühe 3.Masern-Impfung, heißt es da. Man ziehe seine Schlüsse ...


Offline Gaston

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Re:ARTE-Sendung: Nur ein kleiner Nadelstich?
« Antwort #4 am: 30. November 2007, 10:01:38 »
Quarks & Co. ist manchmal schon richtig Quark. Ranga Yogeshwar hat sich damals schon bei Christiansen disqualifiziert, als er die Regierungen für die mangelhafte Tamiflu-Ausstattung kritisierte, wo doch zu der Zeit schon im Ärtzteblatt vor den Neuraminidasehemmern wie Tamiflu gewarnt wurde. Und jetzt die Impfsendung neulich, also der Typ ist mir nicht geheuer, sehr pharma-freundlich jedenfalls...

Zitat
Sprich: Ich würde nie jemanden gegen das Impfen überzeugen wollen, möchte allerdings auch nie dazu gezwungen werden (oder von irgendwem angeblafft werden).


Also Verwandte und Freunde möcht ich schon vor Schaden bewahren, bei allen anderen tun  mir vor allem die Kinder leid, die durch Impfungen tagtäglich behindert werden.

PS:
Samstag früh wird die arte-sendung wiederholt
« Letzte Änderung: 01. Januar 1970, 01:00:00 von 153 »

Offline Nessie

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Re:ARTE-Sendung: Nur ein kleiner Nadelstich?
« Antwort #5 am: 30. November 2007, 10:09:54 »
Gaston schrieb:
Zitat

Zitat
Sprich: Ich würde nie jemanden gegen das Impfen überzeugen wollen, möchte allerdings auch nie dazu gezwungen werden (oder von irgendwem angeblafft werden).


Also Verwandte und Freunde möcht ich schon vor Schaden bewahren, bei allen anderen tun  mir vor allem die Kinder leid, die durch Impfungen tagtäglich behindert werden.

PS:
Samstag früh wird die arte-sendung wiederholt


Also das kann man so und so sehen. Es kommt halt darauf an WIE Du deine Freunde und Verwandten zu ihrem \"Glück\" zwingen willst.

Ich mache es so, dass man mich jederzeit fragen kann (man kennt meine Einstellung) aber ich möchte jedem seine FREIE Entscheidung lassen, selbst wenn ich sie mißbillige.

Ich persönlich wehre mich schon aus Prinzip, wenn jemand weiss was besser für mich ist...

LG, Nessie - der neben den impfgeschädigten Kindern auch die Kinder leid tun, bei denen ein Schaden durch Impfung verhindert worden wäre :o)

Offline miri

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Re:ARTE-Sendung: Nur ein kleiner Nadelstich?
« Antwort #6 am: 02. Dezember 2007, 15:18:21 »
Hallo,
anbei zur Sendung auf Arte noch der Text von einem Interview mit Dr. Hartmann:

\"Vor dem Impfen die Risiken abwägen\"


Dr. Klaus Hartmann, ehemaliger Mitarbeiter des für Impfstoffsicherheit zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts, eröffnete 2004 in Wiesbaden eine Praxis für Impfstoffsicherheit. Im Interview kritisiert er den aktuellen Umgang mit Impfstoffen und zeigt auf, dass eine wirkliche Risiko-Nutzen-Abwägung bei Impfungen noch viel zu selten getroffen wird.


Dr. Klaus Hartmann

ARTE: Sie befassen sich täglich mit Fällen möglicher Impfschäden. Wie gehen Sie vor, um mögliche Zusammenhänge nachzuweisen?
Dr. Hartmann: Die Kausalitäten bleiben im Grunde immer fraglich, und Fälle, in denen ein Impfschaden wirklich sofort zu 100 % anerkannt wird, gibt es kaum. Es gibt aber etablierte Methoden, um die Wahrscheinlichkeiten etwas einzugrenzen – Algorithmen, die auf der Basis verschiedener Faktoren die Wahrscheinlichkeit eines Kausalzusammenhangs mit der Impfung errechnen können. Hier spielen zum Beispiel die zeitlichen Abstände der Symptome zur Impfung, der Bekanntheitsgrad der Nebenwirkung, und auch die Frage, ob der Patient früher schon einmal so etwas gehabt hat, eine Rolle.

Was sind das hauptsächlich für Langzeitschäden, mit denen Sie sich beschäftigen?
Die häufigsten Langzeitschäden sind neurologische Probleme, erst neulich hatte ich einen Patienten, der nach einer Hepatitis B Impfung eine Multiple Sklerose entwickelt hat. Diese Fälle gibt es, sie sind belegt und werden auch anerkannt - wenn die zeitlichen Intervalle stimmen und sich sonst keine plausiblen Ursachen finden lassen. Daneben gibt es aber auch eine große Zahl unklarer Krankheitsbilder, etwa chronische Müdigkeit oder Patienten, die nach einer Impfung nie wieder richtig fit werden. Diese Fälle kann man sehr lange begutachten, ohne zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen.

Solche Fälle verunsichern natürlich die Öffentlichkeit. Werden Impfkandidaten Ihrer Meinung nach gut beraten?
Nein, die Beratung ist eher schlecht, auch weil der ganze wissenschaftliche Kenntnisstand nicht gut ist. Da die Zahl der in Medikamentenstudien beobachteten Personen meistens sehr überschaubar ist, lassen sich bereits rein statistisch gesehen nicht alle Nebenwirkungen eines neuen Impfstoffes erfassen, wirklich seltene überhaupt nicht. Nach der Zulassung sind Ärzte aufgefordert, Reaktionen, die sie nach einer Impfung beobachten, zu melden, damit weitere Nebenwirkungen erfasst werden können. Dieses System der \"Spontanerfassung\" funktioniert aber leider nicht, weil Ärzte häufig nicht einschätzen können, was mit einer Impfung zusammenhängt oder nicht. Im Zweifelsfall melden sie es lieber nicht, um sich komplizierte Rückfragen zu ersparen…
Daher wissen wir viel zu wenig über das, was in der Realität passiert, und auch die Häufigkeitsangaben erfasster Nebenwirkungen sind nur sehr grob geschätzt.

Wo liegt das Problem - sind Ärzte nicht genug ausgebildet oder wird nicht genug geforscht?
Beides spielt eine Rolle. In der Ausbildung der Mediziner sind Impfmedizin und Komplikationen nach wie vor kein Thema. Auf der anderen Seite gibt es kaum systematische Forschung. Die Hersteller selber machen nach der Zulassung natürlich so gut wie nichts mehr auf diesem Gebiet - alles, was da zutage kommt, könnte ja schließlich das Produkt gefährden. Letztendlich verlassen sich alle auf das staatlich abgesegnete System der Spontanerfassung und glauben, die Impfstoffe seien gut überwacht. Ein Problem haben die in Einzelfällen wirklich Betroffenen. Wie sollen die jemals nachweisen, dass eine Impfung eine seltene Autoimmunkrankheit auslösen kann? Das ist so gut wie unmöglich.

In Deutschland entscheiden immer mehr Eltern, ihr Kind nicht impfen zu lassen. Neben der Angst vor Impfrisiken kursiert das Argument, es sei notwendig, bestimmte Kinderkrankheiten durchzumachen. Andere lassen ihr Kind erst im späteren Kindesalter impfen…
Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass der Körper bestimmte Krankheiten wirklich durchmachen müsse, um einen Nutzen daraus zu ziehen. Bei dem frühen Impfalter steht der Schutz des Kindes im Vordergrund, denn bestimmte Erkrankungen können vor allem im ersten Lebensjahr lebensbedrohlich werden, etwa Hib und Keuchhusten. Mit zunehmendem Alter des Kindes nimmt die elementare Bedrohung durch diese Krankheiten ab, danach könnte man eher überlegen, ob eine Impfung noch Sinn macht. Bei den möglichen Impf-Komplikationen ist es eher anders herum: Je älter man wird, desto höher wird die Zahl der Leute, die tatsächlich Nebenwirkungen entwickeln.

Sie sind also trotz Ihrer Kenntnis über mögliche Risiken kein Impfgegner?
Nein, auf keinen Fall. Diese Diskussion wird leider von beiden Seiten häufig sehr emotional und unwissenschaftlich geführt. Auf der einen Seite die harten Befürworter, die am liebsten wieder eine Pflichtimpfung einführen würden und kritischen Eltern das Sorgerecht entziehen möchten, auf der anderen Seite diejenigen, die meinen, Impfungen seien Schuld an allem Übel in der Welt. Beide Positionen halte ich für unsinnig, man sollte lieber vernünftig miteinander reden.

Wie kann man sich am besten informieren?
Einer Impfung sollten immer eine Aufklärung und eine Nutzen-Risiko-Abwägung vorausgehen. Wobei wir wieder beim Ausgangspunkt wären, denn da über die Risiken nur wenig bekannt ist, kann zwangsläufig auch keine sinnvolle Aufklärung erfolgen... In einigen Fällen liegen genügend Erfahrungswerte vor, um eine wirkliche Empfehlung auszusprechen. Bei einer banalen Erkrankung wie den Windpocken liegt bei einem normalgesunden Kind meiner Meinung nach keine Indikation für eine Impfung vor.
Eine Masernimpfung hingegen sollte zum Beispiel jeder bekommen, der nicht schwer krank oder immun-supprimiert ist. Die Masern sind eine schwere Krankheit mit möglichen Komplikationen und nach heutigem Kenntnisstand birgt die Impfung weniger Risiken. Bei anderen Impfstoffen ist die Risiko-Einschätzung wesentlich schwieriger.

An welchen Impfstoff denken Sie zum Beispiel?
Nehmen sie zum Beispiel die neue Papilloma - Virus-Impfung für alle Mädchen zwischen 10 und 15. In Deutschland ist über die Sicherheit dieses Impfstoffes kaum etwas bekannt. In Studien wurden in dieser Altersgruppe knapp 2000 Mädchen mit dem Impfstoff geimpft, da lassen sich über seltene Komplikationen keine Aussagen treffen, eine konkrete Empfehlung ist hier sehr viel schwerer auszusprechen.

Von

http://www.arte.tv/de/wissen-entdeckung/1741356.html


dazu gibt es noch einen kleinen Filmausschnitt:

http://www.arte.tv/de/Video/184448,CmC=1772352,CmP...74.html

 

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