Autor Thema: Die subakute sklerotisierende Panezephalitis (SSPE)  (Gelesen 11502 mal)

Offline Babsi

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Die subakute sklerotisierende Panezephalitis (SSPE)
« am: 06. Februar 2011, 22:15:26 »
Hallo zusammen,
ich frage mich, warum bei manchen Kindern nach einer Maserninfektion die Krankheit SSPE ausbricht. Was begünstig diese Erkrankung? Würde mich über einen Austausch von Informationen freuen.
Hat jemand in Forum eine Maserninfektion durchgemacht bzw. Kinder bei der Pflege begleitet?
Gruss Barbara


Offline sophie

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Aw:Die subakute sklerotisierende Panezephalitis (SSPE)
« Antwort #1 am: 06. Februar 2011, 23:10:56 »
Also ich hatte als Kind Masern. Ich hatte auch Mumps, Windpocken ... kann mich nicht an eine andere Pflege als bei anderen Krankheiten erinnern. Bettruhe und von der Familie betüteln lassen.

Offline Roland

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Aw:Die subakute sklerotisierende Panezephalitis (SSPE)
« Antwort #2 am: 07. Februar 2011, 10:24:18 »
Nun, ich habe selbst Masern durchgemacht, aber das ist in meiner Generation nichts Besonderes. Generell gilt die Beobachtung, dass Masern in der Regel komplikationslos verlaufen wenn auf fiebersenkende Mittel und sonstige Medikamente verzichtet sowie dem Organismus ausreichend Ruhe gegönnt wird. Dazu gehört auch, keine Nahrung (nur Flüssigkeit) zuzuführen, wenn der Patient nicht danach verlangt. Voraussetzung für die erfolgreiche Bewältigung von Krankheiten ist natürlich auch, dass der Organismus zuvor ausreichend gut ernährt war (insb. Vitamin A und Vitamin C), aber das ist in unseren Breiten kein generelles Problem. Die Behandlung von schweren Fällen mit Vitamin A und Vitamin C war in Afrika offenbar recht erfolgreich, aber als allgemeine Behandlungsempfehlung konnte sich das nicht durchsetzen, warum auch immer.

Mit der SSPE ist es so eine Sache, hier würde ich sagen: Nichts Genaues weiß man nicht. Die Behauptung, dass SSPE nur nach "Infektion" (nicht unbedingt Erkrankung) mit dem "Wild"-Masernvirus auftritt ist meiner Meinung nach nur deswegen richtig, weil sie mittlerweile Teil einer zirkulären Definition ist bzw. auf einen unsinnigen Labortest zurückgeht (wie so oft in der Schulmedizin). Das heißt Folgendes: Bei entsprechenden Symptomen (wie sie bei SSPE auftreten) wird ein Labortest vorgenommen. Werden dabei Sequenzen (PCR) oder "Antikörper" gemessen, die man als spezifisch für ein "Wild-Masernvirus" annimmt(obwohl so ein Virus noch nie wirklich isoliert und charakterisiert wurde), so ist der "Maserntest" positiv und man erhält die Diagnose SSPE. Ist sie negativ, so wird eine andere Diagnose in Betracht gezogen, z.B. MIBE. Die Symptome ändern sich dadurch natürlich nicht. Noch mal: Es muss in dem Fall überhaupt keine Krankheitshistorie einer echten Masernerkrankung gegeben haben, der positive Test reicht dafür aus, anzunehmen, dass der Patient irgendwann mit "Wildmasern" in Kontakt gekommen sein muss. Wenn man aber nun davon ausgeht, dass der Test gar keine Masernviren messen kann, sondern nur körpereigene Bestandteile, die bei dieser Art von Erkrankung eben besonders häufig auftreten, dann macht auch die Angst vor einer SSPE nach Masernerkrankung keinen Sinn.

Dazu kommt noch, dass SSPE in früheren Zeiten, als fast jeder im Leben mal so etwas wie Masern hatte, praktisch unbekannt war. Das ist aber unlogisch, denn nach der schulmedizinischen Logik müssten diese Fälle damals wesentlich häufiger aufgetreten sein als heute.

Was löst nun wirklich SSPE oder symptomatisch ähnliche Erkrankungen aus? Nun, genau weiß man es nicht, nach Studium von einigen Fällen hätte ich aber zumindest drei Verdachtsmomente: Impfungen, Medikamente und Unfälle mit Kopfverletzungen, möglicherweise auch in Kombination.

Im Anhang (hab's auf die Schnelle bei Google nicht gefunden, aber auf meiner Festplatte) noch ein Artikel von Veronika Widmer zu Masern und SSPE.

LG,
Roland
« Letzte Änderung: 01. Januar 1970, 01:00:00 von 1444 »

Offline Rica

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Aw:Die subakute sklerotisierende Panezephalitis (SSPE)
« Antwort #3 am: 07. Februar 2011, 18:29:34 »
hallo Babsi,
in meiner Generation war es noch ganz normal die Masern durchzumachen.Fast alle in der Familie hatten sie.Komplikationen waren jedenfalls bei uns unbekannt.
Auch meine Kinder erkrankten vor etwa 20 Jahren gleichzeitig daran.Alles verlief wie bei Masern eben üblich und war danach eben vorbei.
Wichtig war jedenfalls das Zimmer abzudunkeln,Bettruhe und leichte Kost nach Bedarf.Weitere Behandlung gab es nicht.Interessant bei diesem Geschehen damals war,daß in unserem Dorf auch die Geimpften zum Teil erkrankten.Aber Komplikationen oder Nachwirkungen gab es weder hier noch da.Es war allerdings auch noch das Wissen vorhanden,wie man mit Masern umgeht.Also keinesfalls das Fieber unterdrücken und abgedunkeltes Zimmer.

Rica


Offline Babsi

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Aw:Die subakute sklerotisierende Panezephalitis (SSPE)
« Antwort #4 am: 07. Februar 2011, 20:38:31 »
An Alle,
herzlichen Dank für die tollen Antworten, habe mich sehr gefreut. Ich selber, hatte nur in der Kindheit Windpocken und Mumps (Mumps trotz Impfung).

Zur Zeit lese ich das Buch Impfen - Das Geschäft mit der Unwissenheit
von Dr. J.Loibner.Das Buch kann ich Euch empfehlen.

Offline Babsi

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Aw:Die subakute sklerotisierende Panezephalitis (SSPE)
« Antwort #5 am: 10. Februar 2011, 21:35:10 »
Was ist wenn die Kinder bis zur 5 Klasse Masern nicht durchgemacht haben, sollte man sie dann impfen, zwecks den Komplikationen die im späteren Alter auftretten könnten? Ich selber bin als Kind geimpft worden, Antikörper sind laut Blutbild vorhanden. Wie alt waren Eure Kinder oder ihr selber bei der Erkrankung?

Offline Roland

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Aw:Die subakute sklerotisierende Panezephalitis (SSPE)
« Antwort #6 am: 11. Februar 2011, 09:27:12 »
Ich hatte die Masern kurz vor meinem 13.Geburtstag. Mein kleiner Bruder hatte sie kurz vorher mit 10 Jahren. Beide ohne Komplikationen. Aber klar, direkt schön war es nicht, während der Sommerferien in einem abgedunkelten Raum liegen zu müssen.

Mein großer Bruder hatte die Masern übrigens überhaupt nicht, obwohl auch er nicht geimpft war und obwohl er den Kontakt mit uns in der "ansteckenden" Zeit sicher nicht völlig vermeiden konnte. Es ist meiner Meinung nach ein großer Irrtum, zu glauben, man müsse sich quasi zwangsläufig mit Masern anstecken, wenn man "Kontakt" damit hat und keine ausreichenden Antikörper. Ich bin mir sicher, dass die absolute Mehrzahl der heute ungeimpften Kinder in ihrem Leben nie Masern haben werden, zumindest nicht in einer Form, die man noch als Masern erkennen könnte. Das liegt aber nicht daran, dass alle anderen geimpft sind (Herdenimmunität), sondern unter anderem daran, dass diese Kinder in der Regel in einem besseren Umfeld aufwachsen was z.B. Ernährung und psychische Stressfaktoren angeht.

Aber klar, eine Garantie dafür, dass Dein Kind nicht irgendwann als Erwachsener Masern in einer schweren Verlaufsform bekommen wird, kann Dir niemand geben. Bedenke aber, dass auch nach schulmedizinischer Sicht die Immunität durch Impfung nur wenige Jahre anhält und ab ca. 20 Jahren nicht mehr effektiv aufgefrischt werden kann.

LG,
Roland

Offline Babsi

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Aw:Die subakute sklerotisierende Panezephalitis (SSPE)
« Antwort #7 am: 11. Februar 2011, 11:09:04 »
Danke, dass Sie sich Zeit genommen haben, auf meine Fragen einzugehen.
 
LG
Babsi


 

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