Autor Thema: Meine Erfahrungen  (Gelesen 49538 mal)

Offline Mertens

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Meine Erfahrungen
« am: 17. Mai 2013, 10:32:50 »
Vielleicht ist das hier das falsche Forum - aber immerhin findet sich der Eintrag "Erfahrungen zum impfen, bzw. nicht impfen". Also kann es so falsch nicht sein.
Meine Erfahrungen fangen zunächst bei mir selbst an. Ich habe an meine frühe Kindheit wie üblich einige wenige Erinnerungen. Dazu aber einige negative die mich mein Leben lang begleiten. Die eigenen Erfahrungen gebe ich daher wieder aufgrund meiner Erinnerungen und vielen Gesprächen mit meinen älteren Geschwistern und Eltern, die sich an diese Zeit noch intensiver erinnern als ich.

Ich bin Jahrgang 1968 und 1973 an Masern erkrankt. Der zunächst übliche Krankheitsverlauf hat wenig Aufsehen erregt. Das musste man durch. Ich wurde von vielen Freunden besucht und nach ca. 1 Woche erweiterte sich der Maserninfekt um Windpocken. Da war bereits Schluss mit lustig. Im Verlauf der gleichen Woche stellte sich dann noch eine schwere Lungenentzündung ein. Ich erinnere mich an diesen Teil noch an Omas alte Wolldecke, an das fürchterliche Rasseln beim Atmen und die sehr gedrückte Stimmung. Ich erinnere mich auch stückweise an die Fahrt im Krankenwagen, der mit Blaulicht die knapp 70 Km zur damals nächstgelegenen Kinderklinik zurückgelegt hat. Und ich erinnere mich an die Klinik, in der ich mit 5½ Jahren mehr als 3 Monate gelegen habe. Zunächst in Quarantäne. Allein. Später dann mit zwei weiteren Kindern. Die Schwestern waren alle mit Mundschutz. Immer. Auch die Ärzte. Heute weiß ich, dass die wenigsten damals geimpft waren und alle mit dem Risiko agieren mussten, sich ggf. zu infizieren. Die Besuche waren rar. Meine Eltern hatten damals noch Landwirtschaft, mein Vater war in einer kaufmännischen Zusatzausbildung und Mutter hatte keinen Führerschein. So kam mein Familie einmal in der Woche zu Besuch. Für Besucher gab es den Balkon. Überdacht, damit die nicht nass wurden. Zum Zimmer hin war eine große Scheibe. Daneben ein Telefon. So konnten sich die Besucher mit den kleinen Patienten unterhalten. Besuche in der Station waren verboten. Kontakt gab es nur von außen. Körperkontakt, mütterliche Geborgenheit und körperlichen Trost gab es nicht. An Besuchstagen habe ich das Telefon belagert und Weinkrämpfe gekriegt, wenn es jemand anders gewagt hat, den Hörer draußen auch nur anzufassen. Ich dachte immer wenn meine Mutter kommt, dann kann sie nicht mit mir sprechen und ich muss wieder warten.
Die Besuchszeiten waren kurz, ein paar Worte Trost und dann waren sie auch schon wieder weg und ich hatte nur die lieben, aber maskierten Krankenschwestern in den komischen Ganzkörperkitteln um mich herum und ich habe jeden Abend Rotz und Wasser geheult.
Manchmal träume ich davon. Bis heute.

Ich habe mich damals bei meinem Nachbarsjungen angesteckt. Der hatte die Masern wie sich später herausstellte. Nur die Masern. Normaler Verlauf. Der Glückliche.

Diese Maserninfektion mit Windpocken und der Lungenentzündung war eine der schlimmsten Erfahrungen meiner Kindheit und bis heute bedrückt es mich - auch wenn es schon 40 Jahre her ist.

Und meine Kinder werden derartiges auch nicht erleben, soweit ich das beeinflussen kann!

Ihr ahnt es bereits. Ich bin ein bis ins tiefste überzeugter Impfbefürworter. Ich habe meine eigenen Erfahrungen gemacht und stütze mich nicht auf irgendwelche Forschungen oder Ergebnisse wie auch immer motivierter Arbeitsgruppen. Ich hatte damals keinen Impfschutz und daran wäre ich fast verreckt. Ich habe mich zudem bei einem anderen Kind infiziert, und war kränker als derjenige der mich angesteckt hat.

Zu meinen Kindern. Beide sind vollständig durchgeimpft. Komplikationen gab es, aber wenige und es waren die, die man erwarten kann, wenn sich ein Immunsystem auf Krankheitserreger einstellt. Leichtes Fieber, Hautausschlag, die leichte Masernsymptomatik usw. Im Vergleich zu dem was passiert wenn die aggresiven Formen der Krankheiten ausbrechen - pillepopp!
Ja. Ich weiß. Impfungen können Nebenwirkungen haben. Infektionen haben diese "Nebenwirkungen" aber auch und das in deutlich häufigerer und schmerzhafterer Form. Ich selbst kann immer noch an einer Masernspätfolge erkranken. Diese möglichen Spätfolgen bestehen bei allen, die die Krankheit durchlebt haben. Das ist Fakt. Nur weil das Kind dann irgendwann (scheinbar) wieder gesund ist, heißt das längst nicht, dass das Kind tatsächlich beschwerdefrei leben wird. Ob man das Glück hat (es ist tatsächlich nichts weiter als Glück) dass das Kind keine subakut-sklerosierende Panenzephalitis bekommt, wird man mit Erreichen des 12ten Lebensjahres wissen. Und ob man das Risiko der später möglichen Krankheiten eingehen will....   Ich will es nicht.
Meine Kinder sind kein Spekulationsobjekt!

Hinzu kommt meine Verantwortung gegenüber jenen, die nicht geimpft sind! Weil sie noch zu jung sind. Weil Krankheiten keine Impfung zu lassen, oder weil Eltern aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen bewusst nicht impfen. Meine Kinder werden niemanden vermeidbar infizieren so wie ich infiziert wurde.
Allerdings ist meine Einstellung auf der anderen Seite ebenso konsequent: Wird unser noch ungeborenes Kind in den ersten Lebensmonaten von einem vorsätzlich ungeimpften Kind mit welchem vermeidbaren Infekt auch immer infiziert, dann werde ich die verantwortlichen Eltern auf vorsätzliche Körperverletzung verklagen!
Das wird dann ein (in meinen Augen längst überfälliger) Musterprozess.

Für mich heißt impfen Verantwortung übernehmen gegenüber meinem Kind. Es heißt aber auch Verantwortung zu übernehmen gegenüber jenen, die ggf. durch mein Kind oder mich infiziert werden können. Und bei aller Freiheit, die die erklärten Gegner von Impfungen in Anspruch nehmen vermisse ich Stellungnahmen zu sozialen Verantwortung.

Meinethalben mag es jeder für sich entscheiden und auch der Impfung ablehnend gegenüber stehen. Aber ich erwarte, dass sich diejenigen der Verantwortung bewusst sind, dass sich ggf. andere infizieren, die dann echt Probleme haben können.
Hier besteht akut Handlungsbedarf. Wenn zB. ein ungeimpftes Kind eine Masernerkrankung in eine Kinderaztpraxis oder in eine Kita schleppt und sich dort Kinder infizieren, die entweder nicht geimpft sind - oder aufgrund von Alter oder gesundheitlichen Belangen nicht geimpft werden können, wie gehen bewusst nicht impfende Eltern damit um?

Ich verlange als Impfbefürworter, dass die Verursacher haftbar gemacht werden. Sich an den Behandlungskosten beteiligen, oder gar Schadensersatz leisten müssen. Ich vermisse hier klare Regeln. Ob ich nun ein Kind oder jemand anderen Schlage, oder zulasse dass er sich infiziert - wo ist da der Unterschied? Seine körperliche Unversehrtheit wird beeinträchtigt. Ob durch Viren oder Prügel. Verletzungen können aktiv oder durch Unterlassung zugefügt werden. Schlussendlich leidet jemand, der nicht leiden müsste. Schwieriges Thema. Ich weiß. Aber wer A sagt, der sollte auch B sagen.

Nicht impfen? Okay, ist in Deutschland möglich!
Fremdinfiziert? Ist in Deutschland auch möglich!

Aber wer haftet? Denken nicht impfende Eltern überhaupt an andere Kinder oder ist die Betrachtung einseitig, d.h. man denkt nur an die eigenen Kinder? Steht das vermeintliche Wohl der eigenen Kinder höher? Selbst dann noch, wenn durch diese Einstellung die Gesundheit anderer beeinträchtigt werden kann?

DAS würde mich interessieren. Ganz ehrlich! Und ist auch der Grund warum ich hier - als Impfbefürworter - schreibe.

Lg.
J.


Offline Ichweissimmernochnichtsor

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Aw:Meine Erfahrungen
« Antwort #1 am: 17. Mai 2013, 14:26:07 »
Hallo Martens,

interessante Geschichte. Ich habe leider einen ähnlichen Fall in der Familie miterlebt, allerdings mit bleibenden Folgen.

Leider wirst du hier sicher keine brauchbaren Antworten erhalten. Differenzierte und kritische Ansichten suchst du in diesem Forum vergebens. Hier gibt es nur 1 Meinung.

Zum Thema "wie gehen Impfkritiker mit vermeidbarer Ansteckung(Körperverletzung) um ?" wird dir allenfalls hahnebüchen entgegnet, dass Impfungen sowieso niemals wirken würden oder die pure Existenz von Viren wird einfach eben mal geleugnet.

Oft wird dir hier auch einfach erzählt, dass Impfungen nur dazu da wären, Krankheitssymptome zu "unterdrücken". Wer soetwas behauptet kann sich niemals damit auseinandergesetzt haben, wie eine Impfung funktionert.

Es tut mir leid dir das zu sagen aber erwarte einfach nicht zu viel....

Offline Mertens

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Aw:Meine Erfahrungen
« Antwort #2 am: 17. Mai 2013, 15:51:43 »
Die Argumentationen von Impfgegnern sind mir nicht unbekannt. Ich will auch niemanden missionieren. Ich rede von selbst erlebten Erfahrungen. Wie gesagt, solange man in Deutschland die freie Entscheidung hat, lohnt es sich wenig. Allerdings interessiert es mich halt, wie bewusst infizierende Eltern (so kann man es auch sehen) die eigene Verantwortung gegenüber anderen wahrnehmen. Und natürlich auch wie sich der überzeugte Impfgegner verhält, wenn der Schuss nach hinten losgeht und die Masernparty drastisch endet. Geht er dann doch ins Krankenhaus und erwartet dass die Summe der Beitragszahler die Suppe auslöffeln und die Heilungskosten zahlen? Oder geht man selbst dann nicht zum Arzt wenn die Komplikationen bedrohlich werden?

Vielleicht am Rande:
Ich selbst lehne Selbstmedikationen vollständig ab. Im gleichen Atemzug lehne ich jede Art von Heilpraktikern ab. Allerdings - warum auch immer - sind wir nur selten krank und gehen demnach selten zum Arzt. Wenn es sich aber nicht vermeiden lässt, dann gehen wir zu unserem langjährigen Hausarzt. Ein Mediziner, der auch Sportvereine betreut. Der hat allerlei - auch alternative - Zusatzausbildungen. Aber er ist studierter Mediziner.
Wenn meine Heizung kaputt ist gehe ich schließlich auch nicht zum Autoschrauber, nur weil der auch eine Werkbank hat.

Zur so gerne bemühten Verflechtung der Pharmaindustrie. Ich nehme jeden Stoff als Medikament wahr, den ich einsetze um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Ob das eine Aspirin ist, ein Arnika-Kügelchen oder eine Muskelsalbe. Mir ist bewusst, dass es beim Einsatz von Medikamenten zu sog. Nebenwirkungen kommen kann. Nicht muss. Kann. Steht der Zweck jedoch im Vordergrund, wäge ich ab und akzeptiere dieses Risiko. Bei Impfungen ist mir bekannt, dass es zu Komplikationen kommen kann. Nicht muss. Kann.
Ich wäge also ab. Im Hinterkopf habe ich meine eigene Geschichte. Ich weiß, Krankenhäuser von heute sind anders als die von damals. Aber das Rasseln in der Lunge wird sich heute nicht anders anfühlen als damals und so wie mein Nachbar damals glimpflich davon gekommen ist, kann es auch heute noch für einen anderen lebensbedrohlich werden.
Und die Pharmaindustrie stellt Medikamente her. Mitunter ziemlich fragwürdiges Zeug. Meistens aber durchaus wichtige Dinge. Oder bezweifelt hier jemand ernsthaft, dass Insulin für Diabetiker ein fragwürdiges Erzeugnis der Pharmaindustrie ist?
Natürlich hat die Pharmaindustrie Lobbyisten und natürlich wollen diese Medikamente platzieren. Deshalb ist die Pharmaindustrie aber ebensowenig böse wie es Brauereien sind, die Alkohol auf den Markt werfen und den nahezu alle trinken, obwohl die Nebenwirkungen von Alkohol hinlänglich bekannt sind. Niemand schimpft auf Brauer- und Brennereien. Aber alle auf die böse böse Pharmaindustrie...

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Aw:Meine Erfahrungen
« Antwort #3 am: 17. Mai 2013, 19:06:48 »
Wow!
schön geschrieben - und sehr überzeugend!!

Leider kann ich "meine Fakten" nicht so schön beschreiben. Nur....
an dem Satz blieb ich hängen:


Zitat
Infektionen haben diese "Nebenwirkungen" aber auch und das in deutlich häufigerer und schmerzhafterer Form.



stimmt das wirklich?

Mein Sohn hatte auch eine Lungenentzündung durchgemacht - wir hatten wohl sehr großes Glück, es war eine bakterielle Infektion (ohne dass er Masern hatte). Er konnte zu Hause auskuriert werden, ohne AB.

Er sagt darüber, dass es nicht so schlimm war.
Das Husten hat wehgetan, ich hielt ihn, während er hustete und ermunterte ihn, fest "alles rauszuhusten".
Das hat - so meint der Arzt - seine Heilung beschleunigt.

Ich akzeptiere Impfbefürworter, aber bei einem Pubkt werde ich wütend (also zumindest mal im persönlichen Gespräch), wenn jemand mit der Keule kommt "nichtimpfen sei egoistisch".
Es gibt sooo vieles, was der Mensch tut, um seiner Gesundheit (und der seiner Mitmenschen) zu schaden - nicht impfen gehört da nicht dazu.

Fliegst du nie? keine importierten Lebensmittel? keine Platiktüten für den Einkauf? keine sinnlosen Konsumgüter? kein Auto?  etc.

p.s.: in meiner Herkunftsfamilie hatten wir alle alle üblichen Kinderkrankheiten - und es gab keine Probleme.
In meiner Erinnerung waren die Masern sogar ein bisschen schön. Sehr erwärmend - na gut, ich hatte keine Komplikationen


Offline philadelphia

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Aw:Meine Erfahrungen
« Antwort #4 am: 17. Mai 2013, 20:11:57 »

 
http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=99027

 Bis jetzt sind seit Beginn der Grippesaison im Herbst 2012 offiziell ca. 46.000 Personen an Influenza erkrankt.

 Wird inzwischen bei den Meldungen an das PEI auch vermerkt, ob die Personen geimpft oder nicht geimpft waren? Bei jährlich 5.000 oder gar 40.000 Grippetoten wie immer wieder veröffentlicht wird, sollte man doch inzwischen erfahren dürfen, wer geimpft oder nicht geimpft war. Und außerdem müsste doch auch jede Grippeerkrankung trotz Impfung der bußgeldbewehrten Meldepflicht unterliegen, so denke ich zumindest. Anderenfalls wäre eine Grippeerkrankung trotz Impfung doch eine ganz normale Nebenwirkung. Weiß jemand, ob diesbezüglich Meldungen erfolgen wegen Impfnebenwirkungen, die über das normale Maß hinausgehen???

 Unsere Mutter ist ca. 6 Wochen nach der Grippe- bzw. 5 Wochen nach der eine Woche später verabreichten Tetanusimpfung verstorben und kein einziger Arzt (HA, CA, OA usw., mindestens 10 Ärzte haben daran rumgepfuscht)hat trotz wiederholter Krankenhausaufenthalte bezüglich Impfnebenwirkungen auch nur im geringsten Ansatz daran gedacht, auch Impfnebenwirkungen zu überprüfen, sondern die neu aufgetretenen Beschwerden wurden lediglich mit Tabletten, Spritzen, Infusionen usw. bekämpft und dann war schnell ausgekämpft (nur das Alter war wichtig und das war eh schon über 80!). Obwohl dieses Ereignis schon über 6 Jahre zurückliegt, ist mir der Verlauf noch in Erinnerung, als ob er gestern gewesen wäre. Und eine Meldung erfolgte nicht.

 Man hat ja nicht einmal gewusst, dass man die wegen Osteoporose vom Hausarzt verordneten Bisphosphonate bei Bettlägerigkeit mit OP wegen frischen Knochenbrüchen und bereits aufgetretenen Beschwerden wie z.B. Schmerzen hinter dem Brustbein, Erbrechen, Atemnot, Schluckbeschwerden usw. nicht weiter verabreichen darf; nein man hat sogar statt der Fosamax die erst kurz vorher zugelassenen Fosavance verabreicht (Mutter konnte sie selbst nicht mehr nehmen).

 Und daher glaube ich, dass bezüglich Impfnebenwirkungen seitens der meisten Ärzte überhaupt keine Notwendigkeit gesehen wird an solche zu denken, weil die Impfungen ja von der STIKO empfohlen sind und dann braucht man doch nicht mehr zu überlegen

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Diese Info habe ich bereits zum Thema Grippeimpfung hier in diesem Forum mitgeteilt.
Nun würde mich interessieren, ob denn Mertens weiss, ob irgendwo verzeichnet ist, ob bei an erkrankten Personen vermerkt ist, ob diese Person geimpft war gegen die Krankheit oder nicht. Ich war bis zu diesem o.g. schlimmen Ausgang ganz und gar fürs Impfen, aber seit dieser Zeit eben nicht mehr.
Im vergangen Winter sind z.B. in einem Heim ausgerechnet einige Bewohner an Grippe erkrankt welche  ("geimpft / geschützt / gesund" - Werbung für die Grippeimpfung)gegen die Grippe geimpft waren - und wer kann dann die Nichtgeimpften anstecken - die Geimpften.  Einen hundertprozentigen Schutz bietet angeblich keine Impfung.
« Letzte Änderung: 01. Januar 1970, 01:00:00 von 338 »

Offline DrBest

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Aw:Meine Erfahrungen
« Antwort #5 am: 17. Mai 2013, 20:54:11 »
hallo philadelphia,

Sie vergleichen hier Äpfel mit Birnen. Und ich nehme mir gerne die Zeit ihnen auch zu erklären warum.
Was für die Influenzaimpfung gilt, gilt keineswegs für alle Impfungen. Bei der Influenzaimpfung wird nämlich gegen die saisonale Grippe geimpft. Dazu werden 10 verschiedene Influenzastämme aus Asien hergenommen. Da diese in aller Regel ca. ein halbes Jahr später zum ersten Mal bei uns in Europa auftreten.

Die 10 am Häufigsten in Asien auftretenden Stämme werden dazu abgetötet. Dabei bleibt für den Laien gesprochen die Öberfläche der Viren intakt, so das der Körper nach der Injektion der toten Viren nun weis, wie dieser Erreger ausschaut.
Kommt es nun zum Kontakt mit den lebenden Viren, z.B. durch Tröpfcheninfektion, so kann unser natürliches Immunsystem, gezielt dagegen ankämpfen, es hat ja so zu sagen den Feind schonmal gesehen und weis nun was es zu tun hat. Nämlich natürliche Antikörper bilden. Das geschieht nun innerhalb von Minuten bis Stunden. So können sich die Viren gar nicht erst ausbreiten und es kann zu keiner Infektion kommen. Exakt so funktioniert auch die Immunität nach einer durchgemachten Viruserkrankung.
 
Bei einem Erstkontakt ohne vorhergehnden Impfung dauert die Antikörperbildung mehrere Tage. Dadurch können sich die Viren extrem vermehren bis der Körper, auf gleicher Weise wie nach einer Impfung, bereit ist sich dagegen zu wehren. Bis es soweit ist treten dann die typischen Krankheitssymptome auf.

Leider gibt es sehr viel mehr Influenzastämme als  die 10 am Häufigsten in Asien vorkommenden, und diese verändern ihre Oberfläche auch noch im Schnitt 1x pro Jahr. Eine Influenzaimpfung gibt also 100%igen Schutz gegen die häufigsten Influenzaerreger in der jeweiligen Saison, nicht aber einen vollständigen Schutz generell gegen eine Influenzaerkrankung. Dazu kommt, dass auch die Stämme aus Asien ihre Oberfläche ändern können bis sie bei uns sind. Das machen sie zwar nicht oft, es kommt aber gelegentlich vor.
Zusammenfassend kann man sagen, dass man nach einer Influenzaimpfung immun gegen die wahrscheinlichsten Influenzaviren bei uns ist. Andere Stämme können uns dennoch infizieren. Das Krankheitsbild ist dabei kaum verschieden.

Und genau hier unterscheidet sich die Influenzaimpfung dramatisch von anderen Impfungen wie z.B. gegen Masern,Mumps,Röteln,Tetanus etc. Denn diese Virusstämme sind konserviert. Das bedeudet sie bleiben über viele Jahrzehnte hinweg  unverändert. So wie die Großmutter, die vor 70 Jahren an Masern erkrankte immernoch immun gegen die heutigen Masernviren ist, so bleibt ein gegen Maserngeimpftes Kind auch immun.
Ist ja auch klar, bei beiden Personen wurde das Immunsystem auf die Erreger "geschult". Das Resultat ist in beiden Fällen exakt das selbe: Das Immunsystem kennt nun den Feind und kann diesen gezielt bekämpfen.
Bei den inaktivierten Viren der Masernimpfung ist im Unterschied zur Großmutter die Krankheit allerdings nicht ausgebrochen. Denn diese Viren konnten sich ja gar nicht vermehren. Für das Immunsystem macht das übrigens gar keinen Unterschied.

Ich hoffe ich habe das einigermaßen verständlich erklärt.
Sie sehen also Impfung ist nicht gleich Impfung. Vor allem die Influenzaimpfung ist ein absoluter Spezialfall. Und die Variabilität der Influenzaviren ist faszinierend.

Abschließend möchte ich noch sagen: Die Influenzaimpfung kann uns keinesfalls 100%ig gegen die Erkrankung schützen, sie kann das Risiko allerdings dramatisch senken. Das hängt aber vor allem von dem jeweiligen Jahr und der Gegend in der man lebt ab.
« Letzte Änderung: 01. Januar 1970, 01:00:00 von 4820 »

Offline philadelphia

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Aw:Meine Erfahrungen
« Antwort #6 am: 18. Mai 2013, 09:23:02 »
Lieber Dr. Best,
danke für Ihre aufschlussreiche Info. Nur mir nützt das wenig, wenn sowieso bekannt ist, dass die Grippeimpfung ein "Spezialgebiet" ist und man dann nur ständig für diese Impfung wirbt und dann wenn Nebenwirkungen auftreten, diese von den Ärzten ignoriert werden. Bei unserer Mutter sind immer nach der Impfung grippeähnliche Symptome aufgetreten und kaum hatte sie sich wieder einigermaßen erholt, waren ca. 10 Monate um und die nächste Impfung wurde gespritzt. Bereits nach der vorletzten Impfung ist sie gestürzt und mußte wegen Bruch beider Arme ins Krankenhaus, musste operiert werden, hatte beide Arme in Gips, war dort ca. 3 Wochen - eine schwere Zeit mit vielen UAW - und trotz noch nicht ausgeheilter Bronchitis wurde im nächsten Dez. wieder diese "Gesund-Impfung" verpasst, weil ja eine "leichte" Erkältung kein Hindernis ist.

Dann wieder gestürzt und wieder Krankenhauseinweisung und weil es so der Brauch ist und es ja eh keine Nebenwirkungen bei Tetanusimpfung gibt, wurde gleich noch diese Tetanusimpfung verpasst, obwohl die letzte noch keine 8 Jahre zurücklag und genau ab dieser damaligen letzten Tetanusimpfung hat sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert und keiner wusste warum!?! Wieso sollte dann die Tetanusimpfung harmlos sein? Gerade bei der Tetanusimpfung soll oft eine "Überimpfung" gegeben sein mit den entsprechenden Auswirkungen. Ich habe mir Lektüre besorgt und auch im Beipackzettel ist die Krankheit GBS aufgeführt, aber keiner glaubt daran und der Patient ist der Dumme, versteht doch nix von Medizin, hat kein Abi usw.

Nachdem Sie Ihrem Bericht nach "medizinisch geschult" sind im Gegensatz zu mir, wäre es doch auch für Sie interessant, ob bei den Erkrankungen immer festgehalten wird, ob diese Person nun geimpft oder nicht geimpft war. Ich konnte diese Gegenüberstellung bis heute noch von niemandem erfahren, genau so wenig wie ich erfahren konnte, ob denn schon jemals gegen einen Arzt ein Bußgeld verhängt wurde, weil er die bußgeldbewehrte Meldepflicht eines VERDACHTS auf eine Impfnebenwirkung nicht beachtet hat. Angeblich werden ja nur ca. 5 - 10 % Verdachtsfälle auch wirklich gemeldet, so dass mindestens 90 % (und zwar aller Impfungen, nicht nur die Grippeimpfung) nicht gemeldet werden und somit gar nicht bekannt sind und somit auch im Beipackzettel falsche Zahlen stehen.

Kurz - ich bin geheilt von den Impfungen und dem Wissen der Ärzte. Dies nützt unserer Mutter (sie war immerhin Mutter von 8 Kindern, 18 Enkelkindern und 10 Urenkeln - wir haben auch 4 Mediziner in der Familie und davon sind zumindest zwei von Impfungen nicht überzeugt) nichts mehr - schade, dass wir damals noch nicht Internet hatten und wir einfach blind den oft (ein-)gebildeten Ärzten vertraut haben. Gerade auch was die UAW der Bisphosphonate betrifft: Keiner, aber überhaupt keiner - weder Hausarzt  noch sonst einer der vielen Ärzte oder das Pflegepersonal wusste weder von den UAW noch von den Einnahmevorschriften Bescheid. Davon muss ich ausgehen oder die haben einfach ausprobiert??

Offline Mertens

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Aw:Meine Erfahrungen
« Antwort #7 am: 21. Mai 2013, 09:11:09 »
@yanna: Ich komme mit der Keule, denn nicht impfen ist egoistisch. Wenn Sie bewusst nicht impfen nehmen Sie ebenso bewusst in Kauf, dass Sie sich ggf. infizieren. Da der Infekt hochgradig ansteckend ist nehmen Sie demzufolge ebenso bewusst in Kauf, dass Sie - oder in Ihrer Verantwortung stehende ungeimpfte Personen - andere Personen anstecken.
Wenn das nicht egoistisch ist braucht der Begriff wohl eine neue Definition.

@philadelphia: Es ist ja bereits durchgekommen, ich bin ärztlich versorgt. In den vergangenen Jahren gab es zwei Grippetypen, die mich animiert haben meinen Arzt zum Gespräch zu bitten: Schweinegrippe und Vogelgrippe! Mein Arzt erklärte es mir folgendermaßen:
"Mertens, du bist impffaul, weil du dich nur knapp alle drei Jahre gegen die jährliche Influenza impfen lässt. Dennoch bist Du gegen die am häufigsten auftretenden Influenzastämme immunisiert. Der Schweinegrippenvirus ist ein Subjekt, dass es geschafft hat vom tierischen Wirt auf den Menschen überzugehen. Da du aber eine gewisse Grundresistenz besitzt, bist du zumindest nicht hochgradig gefährdet. Selbiges gilt für die Vogelgrippe. Mir wurde die normale, saisonale Influenzaimpfung empfohlen. Ich habe die genommen und bislang (zumindest in den letzten 7 Jahren) bin ich nicht einmal an Grippe erkrankt. Jop, ich hatte schon die echte Influenza und ich habe die auch durchgestanden - ich kann mir aber angenehmeres vorstellen. Abgesehen davon zahlt der Arbeitgeber diese netten kleinen Eskapaden der "alternativen Selbstheilung" und mir fällt eigentlich kein Grund ein, warum ich ihm diese vermeidbaren Kosten aufbürden soll.
Und ja, natürlich kann ich an Grippe erkranken, wenn mich eine Mutation befällt die im Cocktail nicht enthalten ist. Allerdings ist diese Möglichkeit deutlich geringer, als wenn ich ungeimpft bin. 100% Schutz? Gibt es nicht. Noch nichtmal für deinen PC. Aber Risikominimierung. Mir ist es das wert. Die Alternative ist weitaus gefährlicher!

Das mit deiner Mutter tut mir aufrichtig leid.
Ich hatte vor einiger Zeit eine Erkrankung, die den Gang zum Gynäkologen notwendig werden ließ. Die Diagnose war niederschmetternd und der Arzt der sie mir mitteilte aufgrund der Art und Weise wie er es tat ein ausgesprochenes Arschloch. Ich habe die Diagnose nebst der Kompetenz dieses Herrn angezweifelt und bin zu einem anderen Gynäkologen gegangen. Die Diagnose war gleich, die Art und Weise eine ganz andere. Mir wurde empfohlen eine dritte Meinung einzuholen. Nicht weil dieser Arzt falsch gelegen hätte, er hat es mir empfohlen um mit dieser Diagnose klarzukommen. Ich habe einen Wust an Info bekommen, habe mich informiert und die dritte Meinung eingeholt. Die Diagnose war unverändert. Allerdings hatte ich nun von zwei Ärzten Therapiemöglichkeiten an der Hand. Der zuletzt aufgesuchte Mediziner war ein Professor an einer Uniklinik. Ich bin ziemlich weit gefahren, aber der Mann hat einen weltweit guten Ruf auf diesem Gebiet. Ich habe mich für eine Therpie entschieden, die beide - der Landarzt und der Professor - empfohlen haben. Heute ist die Sache ausgestanden.
Warum erzähle ich dir das? Weil es wie in jeder Branche gute und schlechte "Spezialisten" gibt. Man neigt dazu sofort alles in einen Topf zu werfen wenn man negative Erfahrungen gesammelt hat. Das ist aber der falsche Ansatz. Wenn die Ärzte deine Mutter falsch behandelt haben, dann verstehe ich deinen Ärger, finde es aber nicht nachvollzienbar, dass Du davon ausgehst, dass alle Ärzte so handeln, oder dass bei allen ähnlich gelagerten Fällen die Patienten versterben. Ich finde diese Verallgemeinerung nicht in Ordnung!

Nein, ich kenne kein Verzeichnis. Verzeichnisse interessieren mich auch nicht. Wozu auch?



Am Rande:
In einer kleinen Provinzstadt hier in der Nähe sind Masern aufgetreten. In einer 3ten Klasse mit nur 21 Schülern liegen vier Schüler mit Masern im Bett. Ein Baby ist ebenfalls schwer an Masern erkrankt. In einer ansonsten durchgeimpften Familie. Im selben Ort. Die Impfdichte liegt Dank der ortsansässigen Alternativmedizinierin (sie lehnt Impfungen ab) bei unter 85%. Das ist vermutlich Musik in euren Ohren....
Alle erkrankten Kinder haben die Möglichkeit später - nach angeblich durchgestandenem Infekt - an den Spätfolgen zu erkranken. Dem Baby geht es richtig beschissen und ich bin wütend.
Wenn die Kinder das 12te Lebensjahr vollendet haben, dann dürft Ihr vorsichtig feiern, denn dann ist zumindest die Wahrscheinlichkeit an einer subakut-sklerosierende Panenzephalitis zu erkranken weitestgehend ausgeschlossen. Wenn das Baby Schaden nimmt möchte ich nicht in der Haut der verantwortlichen Eltern der infizierten/infizierenden Kinder stecken.

Der Egoismus dieser Eltern wird mit der Gesundheit eines 8 Monate alten Babys bezahlt.

Ich könnte kotzen!


Offline Luna

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Aw:Meine Erfahrungen
« Antwort #8 am: 21. Mai 2013, 09:41:01 »
@ Mertens: Wenn Du nur ein ganz, ganz kleines bisschen Ahnung zum Thema hättest, dann wüsstest Du, dass dieses Baby nur die Masern hat, gerade WEIL es in einer komplett durchgeimpften Familie leben muss. Eine geimpfte Mutter kann KEINEN Nestschutz mehr an Ihr Kind weitergeben durch das Stillen. (Falls sie überhaupt stillt.)

Also bitte: Erstmal unabhängige Bücher wälzen, seinen Verstand einschalten und DANN diskutieren und verurteilen..

Und schon mal was von EIGENverantwortung gehört?

Offline Mertens

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Aw:Meine Erfahrungen
« Antwort #9 am: 21. Mai 2013, 13:12:27 »
Hallo Luna! Aha. Schön. Die geimpfte Familie (die nicht als Überträger fungieren kann) ist also Schuld. Entschuldige, dass ich da nicht ganz mitkomme, eine Erklärung würde ich begrüßen!

Eine geimpfte Mutter kann keinen Nestschutz mehr weitergeben? Diese Aussage verbuche ich bestenfalls als (schlechten) Witz, denn sie ist falsch.

Ob jemand stillt, oder warum jemand nicht stillt überlasse ich vollständig derjenigen die diese Entscheidung zu treffen hat. Mitunter können Frauen nicht stillen - selbst dann nicht wenn sie es gerne wollen.

Unabhängige Bücher? Was soll das sein? Es gibt keine unabhängigen Bücher! Es gibt lediglich Meinungen die in Büchern vertreten werden. Daneben gibt es noch die ein oder andere wissenschaftliche Erkenntnis.

Eigenverantwortung? Du willst das Baby dafür verantwortlich machen dass es sich infiziert hat? Oder die Eltern dafür dass Sie das Kind in die Nähe einer "wirverwirklichenunsmalselbst"-Familie gelassen hat.
Das Kind ist infiziert worden. Niemand anders ist verantwortlich als der oder diejenigen die zugelassen haben dass das Virus verbreitet wird.

Offline Tuberkulinum

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Aw:Meine Erfahrungen
« Antwort #10 am: 21. Mai 2013, 13:50:49 »
Der Netzschutz ist aber wohl viel geringer als für Mütter, die die Masern vollständig durchgemacht haben.
Bei der ganzen Maserndebatte muss man sich aber auch andere Dinge vor Augen führen: Nach Einführung der Masernimpfung haben schwere Lungenerkrankungen bei Säuglingen durch RSV Viren zugenommen. Mütter, die geimpft sind, können Ihren Kindern keinen Schutz vor RSV Viren übertragen, die aus der gleichen Familie wie Masernviren stammen.
Dies hat zur Folge, dass jedes Jahr schätzungsweise 20000 Babies und Kleinkinder mit schwerer RSV-Bronchiolitis oder Pneumonie (Lungenentzündung) ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die WHO schätzt , dass jährlich 4 Mio Kinder an diesen Erkrankungen sterben (man arbeitet jetzt an einer RSV Impfung). Was nützt es mir, wenn die Maserntoten zurückgehen, die Kinder aber an RSV Infektionen sterben?

Offline Mertens

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Aw:Meine Erfahrungen
« Antwort #11 am: 21. Mai 2013, 16:07:35 »
Ich habe keinen Hinweis finden können, dass der Nestschutz bei geimpften Müttern geringer ausfällt als der von ungeimpften. Eine seriöse Quellenangabe würde ich daher nicht ablehnen.

Zitat: Dies hat zur Folge, dass jedes Jahr schätzungsweise 20000 Babies und Kleinkinder mit schwerer RSV-Bronchiolitis oder Pneumonie (Lungenentzündung) ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die WHO schätzt , dass jährlich 4 Mio Kinder an diesen Erkrankungen sterben.  Zitat Ende

Ganz schön ungenau Ihre Anmerkung. Schätzungen sind nicht gerade das, was ich als Grundlage für eine solche Entscheidung akzeptieren kann.

Was nützt es? Geschätzte Pest oder bewiesene Cholera? Ich finde den Vergleich nicht sehr seriös.

Offline Mertens

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Aw:Meine Erfahrungen
« Antwort #12 am: 21. Mai 2013, 16:11:29 »
Und was ich noch vermisse sind Stellungnahmen, wie bewusst nicht impfende Eltern Ihre Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit sehen.

Da kommt hier ja relativ wenig bis garnichts.

Wie gehen Sie damit um, wenn Sie ein an Masern erkranktes Kind haben, dies ggf. nicht bemerken und es in die Kita, Schule oder ins Zeltlager schicken. Wie verhalten Sie sich, wenn Ihr Kind das erste Erkrankte ist und andere Kinder infiziert. Das interessiert mich wirklich brennend.

Offline DrBest

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Aw:Meine Erfahrungen
« Antwort #13 am: 21. Mai 2013, 20:11:25 »
Auch wenn ich hier eigentlich Nichts mehr dazu schreiben wollte, muss ich mich bei so viel Halbwissen und Unwahrheiten doch  noch einmal einmischen.

Was sie als Nestschutz bezeichnen wird eigentlich Leihimmunität genannt. Vereinfacht gesagt besitzt Jedes Kind, das zur Welt kommt kein eigenes Immunsystem. In den letzten Schwangerschaftswochen allerdings können bestimmte plazentagängige Antikörper von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden. Diese geben ihm dann für eine gewisse Zeit einen relativ spezifischen Schutz.
Spezifisch? Genau! Nämlich kann die Mutter natürlich NUR Antikörper übertragen, die sie selbst gebildet hat. Und dazu muss bei ihr eine Immunisierung erfolgt haben. Das ist ein Prozess der NICHT aktiv funktioniert. Die Mutter bildet diese Antikörper in den letzten SSW NICHT vermehrt, sondern die Plazenta wird dafür durchgängiger. Die Antikörper sind die ganze Zeit schon da.

Ob die Mutter diese Antikörper wegen einer vorangegangenen Viruserkrankung produziert, oder ob sie sie auf Grund einer Impfung produziert ist völlig egal. In beiden Fällen sind sie absolut identisch. Kein Mensch könnte beide Formen unterscheiden. Es liegt ja exakt der selbe Prozess des Immunsystems vor. Somit spielt das warum die Mutter diese Antikörper produziert überhaupt keine Rolle für die Leihimmunität des ungeborenen Kindes!  

Ihre Aussage ist nicht nur vage, sie ist absolut falsch!

Das Ganze hat mit dem Stillen übrigens überhaupt nichts zu tun, denn die Weitergabe von Antikörpern endet selbstverständlich mit  der Geburt und dem Durchtrennen der Nabelschnur.
Leider werden diese Antikörper so etwa nach 4 Monaten vollständig abgebaut sein und das Kind muss sie nun selbst produzieren. Das kann es z.B. nach einer Impfung oder nach einer Viruserkrankung. Bei beidem natürlich wieder mit dem selben Effekt.

Wo ich ihnen allerdings Recht geben muss ist, dass auch durch das Stillen spezielle(andere) Antikörper über die Milch auf den Säugling übertragen werden. Diese haben aber eine völlig andere Struktur und könnten niemals die Plazenta durchqueren. Ebenso können die plazentagängigen Antikörper niemals in der Milch gefunden werden. Im großen und ganzen schützen die Antikörper aus der Muttermilch gegen bakterielle Erreger von Darmkrankheiten und nicht gegen Viren.

Sie können also ihr Kind solange stillen wie sie möchten, es wird dadurch nicht mehr Immun gegen z.B. das Masern-Virus. Nach 4 Monaten ist mit der Immunität Schluss und das Kind besitzt überhaupt keinen antikörpervermittelten Schutz mehr gegen Viruserkrankungen.

Es gibt also folgende mögliche Fälle für die ersten 4 Lebensmonate des kleinen Säuglings:

Mutter bereits  vorher erkrankt ---> Kind ist immun

Mutter geimpft ---> Kind ist genau gleich immun

Mutter weder geimpft noch vorher erkrankt ---> Kind ist überhaupt nicht immun

Nach 4 Monaten sind, was die Virusimmunität angeht, natürlich alle drei Kinder gleich ---> nicht immun.
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Offline DrBest

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Aw:Meine Erfahrungen
« Antwort #14 am: 21. Mai 2013, 20:24:55 »
Achso noch eins habe ich vergessen:

Was die Zahl an RSV-Erkrankungen angeht, so wäre mir völlig neu, dass sie seit Einführung der Masern-Impfung angestiegen ist. Woher nehmen sie das?

Eine RSV-Infizierung war schon immmer sehr häufig und hat auch früher schon 40 - 70% aller Kinder in den ersten beiden Lebensjahren betroffen, meist aber ohne lebensbedrohliche Komplikationen.

Auch schon zu Zeiten ihrer Großmutter. Nur wusste sie das damals vermutlich noch nicht.
Ein großer Faktor warum diese Krankheit immernoch so häufig auftritt wie früher ist sicher, dass es dagegen nie eine Schutzimpfung gab, die die Virusverbreitung eindämmen konnte und auch Deutschland damit noch sehr durchseucht ist.
Bei solchen Zahlen spricht man übrigens schon lange von einer Endemie...
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