Autor Thema: Jamira ist noch immer am Überlegen  (Gelesen 7441 mal)

Offline jamira

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Jamira ist noch immer am Überlegen
« am: 13. November 2014, 08:15:51 »
Hallo alle zusammen!

Ich selbst wurde als Kind geimpft gegen: Pocken, Polio, Diphterie/Tetanus, Zecken. Ich hatte alle Kinderkrankheiten ohne schlimmen Verlauf.
Als Erwachsene habe ich Polio, Diphterie/Tetanus, Zecken immer brav in den empfohlenen Zeiträumen auffrischen lassen.
2009 habe ich mich im Frühjahr gegen Hepatitis A/B impfen lassen.

Im Herbst 2009 bekam ich eine chronische Urtikaria, laut 4 Ärzten der Schulmedizin müsste ich damit leben und Antihistaminika schlucken. Eine Ärztin mit alternativen Zusatzausbildungen hat mich dann ausgetestet und über das Immunoglobulin G4 (Bluttest) eine Unverträglichkeit gegen Weizeneiweiß, Milcheiweiß und Hühnerei-Eiweiß festgestellt. Nach einer halbjährlichen Diät ohne diese Eiweiße war meine Urtikaria ausgeheilt.
Kann Zufall sein, kann auch nicht sein, dass das relativ zeitnah zur Impfung auftrat, ich werds niemals erfahren.

Soweit zu mir. Bis zu diesem Punkt hatte ich mich nie mit Impfungen beschäftigt und auch nie hinterfragt.

Dann wurde ich schwanger, und plötzlich stand die Impffrage im Raum.
Ich las Bücher von Hirte, Bachmair, Graf, Tolzin. Schaute mir viele pro und kontra Seiten im Internet an.
Mein Fazit war, zunächst einmal die Impfentscheidung "hinauszuschieben", also im ersten Lebensjahr nicht zu impfen und dann noch einmal zu überlegen.
(Stichworte: gestillt, überschaubare Infektionsgefahr, Immunsystem noch nicht ganz entwickelt, Problem Aluminium - Nervenzellen).

Nun ist der Kleine 19 Monate alt, und ich kann mich noch immer nicht für eine Impfung durchringen.
Nach allen Infos bin ich am Ende eher auf "kontra Impfen" gekommen. Natürlich zweifelt man dann trotzdem, warum die Behörde auf "pro" kommt - man hat ja als Elternteil leider nicht Einblick in alle Daten. Vielleicht sind ja die Infos der Impfgegner einfach massiver als die der Befürworter?
Einzelne Impfungen wie eben auch Polio, Diphterie/Tetanus, Zecken werden angedacht.
Zweifel über Zweifel.
Unterm Strich bin ich frustriert: Die Datenlage ist riesig, unüberschaubar, wird je nach Vertreter so oder so ausgelegt, es sind nicht alle Daten zugänglich, man hat offiziell eine Entscheidungsfreiheit, aber wenn ich diese nutze und mich gegen Impfungen entscheide, werde ich von den meisten Leuten angefeindet.
Meistens verfallen Diskussionen schnell auf die Emotionalebene, selbst bei Ärzten, und Diskussionen auf der Sachebene werden nicht bis zum Ende geführt.
Die vorhandenen Datenlücken verunsichern mich.

Also momentaner Stand: ungeimpftes Kind, ständig schlechtes Gewissen, laufende Beschäftigung mit dem Thema.   :worry:


Offline Marty

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Re: Jamira ist noch immer am Überlegen
« Antwort #1 am: 18. November 2014, 10:31:55 »
Hallo Jamira,

ich habe mir zu der von dir beschriebenen Situation (die ich gut verstehen kann) ein paar Gedanken gemacht, die mir ein eigenes Thema wert waren. Zu finden hier:
http://www.impfschaden.info/forum/index.php/topic,8019.0.html

Offline jamira

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Re: Jamira ist noch immer am Überlegen
« Antwort #2 am: 20. November 2014, 07:42:53 »
Danke für die lange Antwort!!

Offline (B)engelchen

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Re: Jamira ist noch immer am Überlegen
« Antwort #3 am: 23. November 2014, 14:26:06 »
Liebe Jamira,

mir geht es so wie dir. Ich habe eine Tochter, die jetzt 15 Monate alt ist. Da mein jüngster Bruder nach einer Impfung bei der Bundeswehr einen anaphylaktischen Schock erlitten hat und seitdem gesundheitliche Probleme hat, war meine Mutter total gegen das Impfen. Ich habe gesagt, ich möchte mir meine eigene Meinung bilden. Ich habe in der Schwangerschaft mit Hirte angefangen und für uns stand fest: keine Impfung im ersten Jahr! Ich habe mich weiter mir dem Thema beschäftigt und bin immer weiter von der Skepsis zum Gegner geworden. Allein bei den Beipackzetteln wird mir schlecht.
Es ist wie mit allem, mein weiß vorher nie, ob eine Entscheidung, die man trifft letztlich richtig oder falsch ist. Alle Eltern handeln nach bestem Wissen und Gewissen für ihre Kinder - auch die, die impfen. Aber nach dem, was ich weiß und was mir nach meinem Menschenverstand logisch erscheint, bin ich der Meinung, dass ich meinem Kind mit einer Impfung einen Schaden zufüge, den ich gar nicht überblicken kann. Deshalb lasse ich weiterhin die Finger davon. Natürlich kann es theoretisch sein, dass genau mein Kind nun eine Kinderkrankheit bekommt, die einen schweren Verlauf nimmt. Es kann aber jeden Tag sein, dass mein Kind stirbt. Ich muss dazu sagen, dass unsere erste Tochter im 10. Schwangerschaftsmonat verstorben ist, weil ich eine nicht erkannte Gerinnungsstörung habe. D.h. ich weiß, dass das Leben so spielt, wie es spielt, egal was ich tue oder nicht. Ich kann alles "richtig" machen und trotzdem kann eine Katastrophe passieren. Verstehst du, was ich meine. Es gibt im Leben keine Sicherheit! Das hat das Leben so an sich. Wenn du bezüglich des Themas Impfen zu dem Schluss kommst, dass du nicht impfen möchtest, dann lass es! Es können schlimme Dinge mit und ohne Impfungen passieren. Solange EINE Impfung nicht zu 100% schützt, werde ich meinem Kind so einen Cocktail jedenfalls nicht verabreichen, auch wenn ich weit und breit die einzige bin. Ich bin trotz meiner Zweifel der Meinung, dass es (vielleicht nicht die richtige, aber) die bessere Entscheidung ist.

Liebe Grüße (B)engelchen


Offline Babsi

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Re: Jamira ist noch immer am Überlegen
« Antwort #4 am: 24. November 2014, 09:10:20 »
Guten Morgen,
meine beiden Kinde sind bis jetzt auch nicht geimpft.
Mit dem Wissen was ich mir bis jetzt angelesen habe, würde ich eine Impfung vor dem 5Lj nicht durchführen.
Ich denke, dass die Eltern sich schon bewusst machen müssen, dass Masern in der Pubertät keine harmlose Erkrankung ist.
Man sollte mit der Arzt oder Heilpraktiker sich auseinandersetzen und über die Folgen sprechen.
Sich die Frage stellen, was ist wenn mein Kind erkrankt, habe ich jemanden der mich in der Situation unterstützt? Bin ich alleine auf mich gelassen?


Offline jamira

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Re: Jamira ist noch immer am Überlegen
« Antwort #5 am: 24. November 2014, 14:08:24 »
Liebes (B)Engelchen, liebe Babsi, danke für Eure Antworten!

Zitat
Es können schlimme Dinge mit und ohne Impfungen passieren.
Das stimmt. (Es tut mir sehr Leid, dass Du Dein Baby verloren hast! )

Für mich hat sich in den letzten Wochen in dieser Hinsicht einiges getan.
Ich kann meine Entscheidung bezüglich Impfungen nun nicht nur vom Kopf her tragen, sondern auch vom Gefühl her.
Ich weiß nicht genau, warum, aber zu Beginn hatte ich das Gefühl:
Wenn ich mich nur richtig entscheide, habe ich eine 100% Garantie, dass nichts passieren wird.
Das ist natürlich aus wissenschaftlicher Sicht ein totaler Blödsinn, aber ihr wisst eh, der Kopf ist das eine, und das Herz ist das andere.
Nur: Eine Garantie kann mir niemand geben. Nicht mit Impfen und nicht ohne Impfen.
Das kann ich jetzt akzeptieren.

Das Thema "gegen Kinderkrankheiten impfen" wird sicher in der Pubertät noch einmal ein Thema werden, falls mein Sohn die Kinderkrankheiten bis dahin nicht durchgemacht hat. Aber bis dahin ist noch Zeit, und da tut sich auf Studien-Ebene hoffentlich noch einiges. Was ich als Entwicklung in die richtige Richtung sehe, ist die "epidermale Impfung", wo man nicht mehr in den Muskel impft, sondern in die oberste Hautschicht, wo viel mehr Abwehrzellen vorhanden sind und man daher mit geringeren Konzentrationen an Adjuvantien auskommt. Allerdings muss man sich hier auch ansehen, ob und welche Nachteile diese Art der Impfung hat - die verfügbaren Daten und Studien sind alle noch recht jung (v.a. 2011-2014). Ich sag bei Neuentwicklungen immer: nichts überstürzen, man muss ja nicht der Erste sein, der etwas ausprobiert, und in der Anfangsphase der Anwendung zeigen sich oft viele Schwächen (vgl. HPV-Impfung).
Ich weiß noch nicht, wie wir uns in der Pubertät bezüglich Impfungen entscheiden werden, aber das werden wir wie gesagt aufgrund der Informationen entscheiden, die in 12 Jahren verfügbar sind.

Die Zeckenimpfung halte ich mittlerweile für nicht notwendig, wenn man sich die Wahrscheinlichkeit anschaut, einen bleibenden Schaden von FSME davonzutragen.
(Hier bin ich als Österreicherin besonders werbegeschädigt - jeder kennt hier die riesige Zecke, die sich über den Fernsehbildschirm anschleicht und ganz bedrohlich aussieht...)

Tetanus ist ein Kapitel für sich, da muss ich einmal eine "pro" Seite suchen, die den Impfmechanismus erklärt. Die "kontra" Seiten kritisieren diese Impfung ja fast am schärfsten von allen Impfungen.

Bei Polio und Diphterie besteht wohl kaum eine Gefahr, wenn man nicht außerhalb von Europa reist.
http://www.reisemed.at/krankheiten/poliomyelitis-kinderlaehmung
http://www.reisemed.at/krankheiten/diphtherie

Habe auch sehr lange mit meinem Mann über das Thema diskutiert, und wir bleiben derzeit auf dem Standpunkt, dass unser Kind nicht geimpft wird.

LG
Jamira




Liebe Grüße,
Jamira


Offline (B)engelchen

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Re: Jamira ist noch immer am Überlegen
« Antwort #6 am: 29. November 2014, 12:01:26 »
Liebe Jamira,

100%ige Sicherheit gibt es einfach nicht. Schön wär's, ich würde es mir auch oft wünschen! Und daher spielt das Gefühl eben eine große Rolle!
Ich sehe aber z.B. an meiner Tochter, dass sie bisher bis auf einen Magen-Darm-Infekt und zwei Erkältungen keinerlei Erkrankungen in ihren 16 Lebensmonaten hatte. Ich kenne in meinem Umfeld nur ein einziges geimpftes Kind, was bisher auch so selten krank war/ist. Allerding hat dieses Kind bei weitem nicht den Kontakt zu anderen Kindern, den meine Tochter hat. Alle anderen Kinder sind tatsächlich öfters krank, manche haben ständig (so im 2-Wochen-Takt) Mittelohrentzündung oder Erkältung oder Hand-Mund-Fuß oder was auch immer. Natürlich weiß ich nicht, ob mein Kind eventuell auch mit Impfungen gesünder als andere wären, da ja noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Aber ich bin der Meinung, dass ich das Immunsystem meines Kindes bisher nicht durch Impfungen geschädigt habe und es deshalb intakt ist, was eben bei anderen nicht der Fall ist. Wenn ich mein Kind anschaue, fühle ich, dass ich die Richtige Entscheidung getroffen habe. Was ich tue, wenn mein Kind die Kinderkrankheiten nicht in der Kindheit durchmacht, ist eine andere Frage. Wie du verschiebe ich diese Gedanken. Die kann ich mir machen, wenn es soweit ist. Und auch hoffen, dass die Forschung dann ein Stück weiter ist.
Tja, was Tetantus angeht, bin ich auch manchmal überfragt. Ich bin kein Naturwissenschaftler, also muss ich glauben, was ich lese. Es gibt ja das Buch "Die Tetanus-Lüge". Ich habe es noch nicht gelesen, werde es aber vielleicht mal machen, wenn ich Zeit habe. Kennst du das Buch?

Ich könnte mir vorstellen, dass es in ein paar Jahren soweit kommt, dass die Medizin auch über die negative Seite der Impfungen aufklärt und die Entscheidung mehr noch den Eltern überlässt. Wenn ich mir anschaue, was mit Antibiotika ist, merkt die Medizin ja jetzt endlich auch, dass sie es mit ihrer schnellen und ständigen Gabe übertrieben haben. Leider ist das noch nicht bei allen Ärzten angekommen, aber immerhin schon bei einigen.

Es würde mich freuen, wieder von dir zu hören! Einen schönen ersten Advent!

LG (B)engelchen


Offline jamira

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Re: Jamira ist noch immer am Überlegen
« Antwort #7 am: 04. Dezember 2014, 22:34:49 »
Liebes (B)Engelchen,

Mein Kleiner (mittlerweile 20 Monate alt) hat bislang auch nur ein paar harmlose Erkältungen gehabt. Seit er 16 Monate alt ist, ist er 4 Vormittage die Woche in der Krippe, hat also schon viel Kontakt zu anderen Kindern, und davor waren wir regelmäßig (ab dem 9. Monat) einmal pro Woche bei einem Eltern-Kind-Treff bzw. beim Babyschwimmen.
Ich kenne aber auch einige Kleinkinder, die geimpft und ebenfalls robust sind. Man kann das nicht so verallgemeinern. Aber ich bin 1.) auf alle Fälle sehr dankbar für den Gesundheitszustand meines Kinders und 2.) davon überzeugt, das Richtige entschieden zu haben.  :victory:

Die Tetanus-Lüge hab ich noch nicht gelesen, aber der Grundvorwurf an die Tetanus-Impfung ist: "Es kann keine wirksame Impfung gegen ein Toxoid geben. Wenn das funktionieren würde, könnten wir auch Impfungen gegen andere toxische Stoffe entwickeln - z.B. gegen Alkohol ;-)"
2 Kurzfassungen der Vorwürfe der Impfkritiker sind:
http://www.impf-report.de/upload/pdf/Infoblatt/20050506-Tetanus.pdf
https://www.youtube.com/watch?v=oA7FIjzZHyg

@in ein paar Jahren: Ja, ich denke mir auch, solange es keine Internet-Zensur gibt, werden sich die Menschen immer mehr ein eigenes Bild machen wollen und immer mehr hinterfragen - da lassen sich Dinge nicht mehr so einfach verheimlichen wie früher. Es steigt auch der Druck, Studien und Daten in guter Qualität zu machen.
Beruhigend :-)

Na dann, einen schönen zweiten Advent!

LG
Jamira



 

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