Autor Thema: "Medikamentöse Fiebersenkung" -was genau heißt das?  (Gelesen 9243 mal)

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"Medikamentöse Fiebersenkung" -was genau heißt das?
« am: 09. März 2016, 20:30:00 »
Hallo,
Ich frage mich gerade, was genau "medikamentöse Fiebersenkung", von der ja z.B. Bei Pneumokokken- oder Masernerkrankung abgeraten wird-bedeutet. Wäre schon eine Paracetamol zu viel? Oder bedeutet es, dass man nicht über den Tag verteilt 4 Tabletten nehmen darf? Denn Schmerzstillen ist ja evtl. auch nicht immer verkehrt..?
Ich frage mich nur für den Fall, DASS.
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Offline timmerich

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Re: "Medikamentöse Fiebersenkung" -was genau heißt das?
« Antwort #1 am: 10. März 2016, 08:02:39 »
Warum fiebert der Organismus? Sicher nicht, weil es dafür vom Pharmakonzern ein Mittel gibt, was dieses unterbindet.

Wir haben bei unseren Kinder noch nie das Fieber gesenkt und werden einen Teufel tun, in diesen -sehr gut gesteuerten Prozess- einzugreifen, wenn es keine lebensbedrohliche Situation gibt. Aktuell hatte unsere Mittlere einen Infekt mit 40,6°C, bei dem viele Eltern der Schnappatmung nahe gewesen wären. Da es dem Kind aber den Umständen entsprechend gut ging, gab es bei uns noch nicht mal ansatzweise die Versuchung zu irgendeinem Fiebersenker zu greifen.

Ich verstehe nicht, warum man immer wieder meint, man muss Fieber mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln senken.

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Re: "Medikamentöse Fiebersenkung" -was genau heißt das?
« Antwort #2 am: 10. März 2016, 09:58:04 »
Sobald Fieber die 40 überschreitet setzt die Psychologie der runden Zahlen ein. 40 Fieber bedeuten für Eltern selbiges wie für einen Börsianer der Fall des DAX unter 10000 ... nachdem er jahrelang über 12000 stand. Das Wort 'Schnappatmung' trifft es perfekt. Der Körper kann mit solchen Temperaturen umgehen, zumal die Höhe der Temperatur das Ausmaß der Notwendigkeit für den Körper bedeutet. Solange das Temperaturregelareal im Hirn nicht geschädigt ist kennt der Körper seine Grenzen.

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Re: "Medikamentöse Fiebersenkung" -was genau heißt das?
« Antwort #3 am: 10. März 2016, 11:38:56 »
Vielleicht habe ich die Frage doof formuliert. Es geht mir nicht ums Fieber senken! Unser Kind hat auch schon bei 40Grad gefiebert und wir sind nicht durchgedreht. :victory:
Es geht mir um die schmerzstillende Wirkung solcher Präparate, die einhergehend ja auch immer gleich "fiebersenkend" wirken. Bzw. Meine Frage, ab WANN sind sie denn fiebersenkend? Ich will ja eben NIcHt Fieber senken. Aber bei einem vor Schmerzen schreienden Kleinkind würde ich schon gerne etwas dagegen tun können (klar andere Möglichkeiten haben Vorrang!)
Aber muss man dann schon Sorge haben, dass nach z.B. 1 Paracetamol das Fieber aktiv gesenkt wird? Weil dann würde ich natürlich Sorge haben und darauf verzichten.
Um noch klar zu stellen, ich bin kein Freund von Schmerzmitteln und Co. Habe selbst das letzte Mal eine Paracetamol vor drei Jahren genommen und denke, dass Ruhe und viel Trinken auch gegen Kopfschmerzen hilft... ;-)
Ich hoffe, meine oben stehende Frage ist nun. Etwas deutlicher.
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Offline Taira

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Re: "Medikamentöse Fiebersenkung" -was genau heißt das?
« Antwort #4 am: 10. März 2016, 14:18:23 »
Mir ist kein Schmerzmittel bekannt, dass keinen Einfluss auf die Temperaturregulationsrezeptoren hat.
Vielleicht weiß da wer anderes im Forum eines.
Und ja, die erste Pille Paracetamol tut bereits ihre Wirkung als Fiebersenker.
Im Zentrum der Wirkung von Paracetamol steht die Hemmung des Enzyms Cyclooxygenase-2 (COX-2). Dieses Enzym steuert die Bildung von körpereigenen Botenstoffen, den Prostaglandinen.  Prostaglandine reizen die Nervenenden und sind aber auch an der Schmerzweiterleitung und -wahrnehmung im Gehirn beteiligt. Im Gehirn und Rückenmark unterdrückt der Wirkstoff also durch Hemmung der Prostaglandinproduktion die Weiterleitung und Wahrnehmung von Schmerz.
Außerdem soll Paracetamol im Gehirn die Rezeptoren, die für den Nervenbotenstoff Glutamat-NMDA zustängig sind, beeinflussen und den Effekt von Stickstoffmonoxid verändern, das ebenfalls an der Schmerzwahrnehmung beteiligt ist.
Die starke fiebersenkende Wirkung des Paracetamols beruht darauf, dass die Substanz im Zentrum des Gehirns für Temperaturregulation die Wirkung körpereigener Fieberstoffe fast völlig ausschaltet.

Die Frage ist doch, ob ein Kind das Masern hat sich vor Schmerzen windet. - Wohl eher nicht.
Bei Ohrenschmerzen; schon eher.
Es gibt alternativ viele Homöopatika die Schmerzen stillen. Von Apis, Arnika, Chamomilla. Das muss man von Fall zu Fall entscheiden.

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Re: "Medikamentöse Fiebersenkung" -was genau heißt das?
« Antwort #5 am: 10. März 2016, 19:53:29 »
Klasse! Danke für diese hilfreiche Antwort!!!
Genau, es ist wohl eher bei 'ner heftigen MOE der Fall, Schmerzen stillen zu wollen.
Es wird damn mal langsam Zeit, hier eine homöopathische Hausapotheke anzuschaffen.
Vielen Dank!  :yes:
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Offline timmerich

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Re: "Medikamentöse Fiebersenkung" -was genau heißt das?
« Antwort #6 am: 10. März 2016, 20:03:49 »
Taira, super erklärt, vielen Dank.

Also bei Ohrenschmerzen könnte ich mir zur Not (wenn Homöopatika nicht anschlagen, was ich bislang noch nicht erlebt hab) noch ein Lokalanästhetikum vorstellen, wobei wir hier auch immer gut mit naturheilkundlichen Ohrentropfen von z.B. Weleda oder Wala gefahren sind. Diese schmerzstillenden Ohrentropfen gibt es ja auch, ich will hier keine Schleichwerbung machen.

Aktuell ist die Große durch und noch etwas schlapp aber soweit wieder fit, unsere Mittlere hat  nur noch 37,4, dafür die Jüngste nun seit heute 40,2. Bei 3 Kindern stresst das enorm, da die Kinder in dieser Zeit enorm viel abverlangen. Daher kann ich schon nachvollziehen, das viele zum Fiebersenker greifen "um Ruhe zu haben".  Dies mal am Rande bemerkt  :smile: . Aktuell geht in Deutschland ja was seltsames um http://www.n-tv.de/ticker/Grippewelle-dauert-momentan-vor-allem-bei-Kindern-an-article17188696.html, wir Erwachsene sind fit und allem Anschein nach immun  :smile: . Die Grippe ist das meiner Ansicht auch nicht, ich tippe eher auf Adenoviren...

Vielleicht hat man was freigesetzt um die Grippe"schutz"impfung anzukurbeln und es kommt verdächtig oft Werbung für ein bestimmtes Schmerzmittel/Fiebersenker ist mir aufgefallen  :teeth:

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Re: "Medikamentöse Fiebersenkung" -was genau heißt das?
« Antwort #7 am: 12. März 2016, 09:00:36 »
Hallo miteinander,

auch ich würde gerne noch einen kurzen Beitrag zur medikamentösen Fiebersenkung leisten.

Die meisten Kleinkinder sind durch mäßig hohes Fieber, durchaus bis zu 39 °C, in ihrer Aktivität kaum beeinträchtigt (was mich bei unserer eigenen Brut immer wieder aufs Neue erstaunt hat, denn ich selbst bin bereits ab 37,2 °C zur gar Nichts mehr zu gebrauchen ;-).

Ich sehe daher auch in aller Regel keine Notwendigkeit für eine medikamentöse Fiebersenkung.

Etwas anders stellt sich die Sache jedoch dar, wenn bei diesem Kind schon einmal ein Fieberkrampf aufgetreten ist. In diesen Fällen rate ich dann schon eher zur Gabe von etwas Paracetamol (KEIN ASS bzw. ASPIRIN !!!). Ein einmaliger Fieberkrampf ist nach derzeitigem Kenntnisstand zwar nicht als kritisch anzusehen. Bei wiederholten Fieberkrämpfen ist man noch nicht so ganz sicher. Außerdem werden manche Eltern nervös, wenn sie ihr Kind einige Sekunden lang bewusstlos zucken sehen. Das muss meiner Meinung nach nicht sein.

Viele Grüße
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Offline timmerich

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Re: "Medikamentöse Fiebersenkung" -was genau heißt das?
« Antwort #8 am: 12. März 2016, 09:30:24 »
Zum Thema Paracetamol:

„Fieberzäpfchen“ für Säuglinge als eine Ursache für Asthma und Neurodermitis bei Kindern identifiziert

Beasley,R., Clayton,T., Crane J., von Mutius E., Lai, C., Montefort, S., Stewart, A.: Association between paracetamol use in infancy and childhood, and risk of asthma, rhinoconjunctivitis and eczema in children aged 6 – 7 years: analysis from Phase Three of the ISAAC programme. The Lancet 372 (2008), 1039 – 1048

Paracetamol wird seit mehreren Jahrzehnten von Eltern, Krankenschwestern und Ärzten als Standardbehandlung für Fieber bei Säuglingen und Kleinkindern gehandhabt. In den USA repräsentiert Paracetamol 1990 das meistverwendete Arzneimittel überhaupt. Die Rate von Fieberkrämpfen kann damit nachweislich nicht beeinflusst werden. Paracetamol wirkt rein symptomatisch, d.h. nur wenige Stunden, fiebersenkend und schmerzlindernd. Paracetamol in empfohlener Dosierung verringert akut die Verfügbarkeit des wichtigen Antioxidans Glutathion und kann eine sogenannte Th2-dominante Antwort des Immunsystems begünstigen, die mit einer verringerten Abwehr von Infekten und einer Begünstigung von Allergien einhergeht: D.h. es besteht der Verdacht, dass Paracetamol die Abwehrleistung und Regulation des kindlichen Immunsystems akut und nachhaltig verschlechtert. Es gibt auch Hinweise, dass Paracetamol bei Schwangeren bereits das spätere Asthmarisiko des Ungeborenen erhöht (Literatur in o.g.Studie zitiert).

Im Rahmen der weltweit durchgeführten ISAAC-Studie wurde nun an 205 487 Kindern aus 31 Ländern (!) konsistent gezeigt, dass die Gabe von Paracetamol im ersten Lebensjahr mit einer statistisch signifikanten Erhöhung von Asthma bronchiale im 6. – 7.Lebensjahr einhergeht (die sogenannte OR, das Mass erwartbaren Asthma bronchiales, steigt von 1,0 auf 1,46, also Asthma bronchiale ist in dieser Gruppe rund 50 % häufiger als ohne Paracetamol-Gabe zu erwarten wäre. Diese Rate berücksichtigt bereits sogenannte confounder wie Rauchen der Mutter, Antibiotika im 1.Lebensjahr etc. Ohne diese Adjustierung ist der Effekt noch höher). Dabei besteht eine nachweisbare Dosis-Wirkungs-Beziehung, insofern die häufigere Gabe von Paracetamol („high use“)  die Rate von Asthma bronchiale bis auf Werte über 3,0 = dreifach erhöhte Rate von Asthma bronchiale im 6.-7. Lebensjahr steigern kann! (Bereits bewiesen ist, dass Antibiotika im 1.Lebensjahr ebenfalls die Asthmarate mehr als verdoppeln können). Ebenfalls erhöhen sich statistisch signifikant die Häufigkeit einer allergischen Rhinokonjunktivitis und Neurodermitis.

Die Daten müssen angesichts des immensen Aufwandes der Studie, die alle Erdteile mit unterschiedlichsten Lebensstilen umfasst, als ausserordentlich valide angesehen werden. Folgende Schlussfolgerungen können daraus gezogen werden:

1. Die weltweite Zunahme von Asthma bronchiale – einer Erkrankung, die für 1 – 2 von 10.000 betroffenen Kinder pro Jahr tödlich verläuft – ist zu einem erheblichen Teil durch die (main stream) Medizin selbst bewirkt worden. Ärzte und Krankenschwestern, die fiebernden Säuglingen und Kleinkindern Paracetamol geben, können damit nachhaltig die Gesundheit des Kindes schädigen.  Zu berücksichtigen ist, dass dies oft mit dem Verweis oder impliziten Glauben eines Einflusses auf Fieberkrämpfe geschieht, obwohl Paracetamol nachweislich darauf keinen Einfluss hat.
2. Die Gabe von Paracetamol bei Fieber und leichten Schmerzen muss vor diesem Hintergrund im Regelfall als kontraindiziert angesehen werden.

Artikel von:
Georg Soldner,  Kinderarzt
J.-Retzer-Str.36, 81241 München

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Re: "Medikamentöse Fiebersenkung" -was genau heißt das?
« Antwort #9 am: 12. März 2016, 11:48:10 »
Hallo timmerich,

die von Ihnen bereits zitierte ISAAC-Studie zeigt in der Tat den von Ihnen genannten Zusammenhang. Die Autoren kommen daher zu dem Schluss, dass die - dosisabhängige - Anwendung von Paracetamol im ersten Lebensjahr vielleicht ein Risikofaktor für eine spätre Entwicklung von Asthma sein könnte. Ich vermute, dass Sie diese Studie auch selbst gelesen haben und nicht nur auf die persönliche Meinung des anthroposophisch motivierten Kollegen Soldner verweisen. In diesem Fall sind Ihnen sicherlich neben den Vor- auch die Nachteile dieser Studie aufgefallen:
größter Vorteil: Großes multizentrisches Kollektiv, was die Verlässlichkeit der Ergebnisse tendenziell steigert.
größter Nachteil: Retrospektiver Ansatz, der auf Fragebögen beruht, was objektivierbare Befunde stark erschwert, da es einen Recall-Bias beinhaltet (insbesondere Fragebögen an Eltern sind eine der am wenigsten verlässlichen Datenerhebungsquellen, auch wenn manche Fragestellungen anders nur schwerlich angegangen werden können).
Die vom Kollegen Soldner daraus gefolgerte Einschätzung, Paracetamol sei bei Fieber und leichten Schmerzen kontraindiziert, ist daher nichts anderes als seine ganz persönlich persönliche Meinungsäußerung. Er darf das natürlich auch gerne so sehen. Es ändert nur nichts daran, dass die offizielle und damit rechtlich verbindliche Zulassung dieses Medikamentes genau das Gegenteil besagt, denn Zäpfchen mit 75 mg Wirkstoff dürfen ab einem Körpergewicht von 3 kg - unabhängig vom Alter des Kindes - gegeben werden. Nichtsdestotrotz bleibt Paracetamol natürlich ein Medikament und ist kein Grundnahrungsmittel. - Soviel zum Sicherheitsaspekt der Substanz.

Was nun die Wirksamkeit von Paracetamol hinsichtlich der Prävention von Fieberkrämpfen angeht, so ist die Studienlage hier uneinheitlich, wie Sie vermutlich ebenfalls wissen (Mewasingh LD. Febrile seizures. BMJ Clin Evid. 2008 May 22;2008. pii: 0324). - Insofern ist die Aussage "Die Rate von Fieberkrämpfen kann damit [mit Paracetamol] nachweislich nicht beeinflusst werden" aus meiner Sicht unangebracht.

Ich wäre zurückhaltend, Texte des Kollegen Soldner unkommentiert zu verbreiten. Seine Expertise als Pädiater kann ich nicht beurteilen, als wissenschaftlich tätiger Arzt ist er - abgesehen von zwei Leserbriefen zu Artikeln in deutschsprachigen Fachzeitschriften - meiner Kenntnis nach bislang jedoch noch nie in Erscheinung getreten. Dies soll seine wissenschaftliche Expertise nicht diskreditieren; bemerkenswert ist dieser Umstand jedoch allemal ...

Beste Grüße und auch Ihnen ein schönes Wochenende
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Offline timmerich

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Re: "Medikamentöse Fiebersenkung" -was genau heißt das?
« Antwort #10 am: 13. März 2016, 10:40:11 »
Selbstverständlich habe ich die Studie gelesen, das ist aber schon bestimmt 6 Jahre her und ich habe nicht mehr alles auf dem Schirm. Jedoch so viel, dass ich nur im äußersten Notfall bei Kleinkindern zu Paracetamol greifen würde. Und nur da halte ich es für angebracht.

Ich frage mich, wie es die Menschheit all ohne diese Mittel bis zum heutigen Tag überleben konnte. Wenn ich im Umfeld höre, dass junge Mütter schon bei 38,5°C in Schnappatmung verfallen und das Fieber bekämpfen wollen, als stehe der Weltuntergang unmittelbar bevor, geht mir der Hut hoch. Wir haben mit allen 3 Kindern bis zum heutigen Tag noch nie schlechte Erfahrungen mit Fieber gemacht, im Gegenteil. Sie haben hinterher eine sehr kurze Rekovaleszenzzeit im Gegenteil zu den Beobachtungen die wir mit anderen Kindern machen, die grundsätzlich immer mit Fiebersenker und vor allem sehr gerne mit Antibiotika bei jedem Schnupfen behandelt werden. Die sehen wir nahezu dauerkrank. Auch wenn dies keine wissenschaftliche Studie ist (nur die zählt ja bei Ärzten), reicht es für mich, um daraus MEINE Schlüsse zu ziehen.

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Re: "Medikamentöse Fiebersenkung" -was genau heißt das?
« Antwort #11 am: 13. März 2016, 14:36:15 »
Hallo timmerich,

in diesen Punkten stimmen wir nahezu deckungsgleich überein.

Wenn ich € 5 bekommen hätte für jede nervöse Nachbarsmutti mit fieberndem Kind, die ich beruhigen durfte (während das Kind übrigens quietschfidel im Kreis herumhüpfte), wäre ich heute reich. Auch bei der eigenen Brut ziehe ich erst sehr, sehr, sehr spät die antipyretische Reißleine - vorrausgestezt die Kinder trinken gut und reichlich.

Ihr Hinweis auf die Antibiotikaanwendung ohne jegliche Indikation ist leider ebenfalls gleichermaßen betrüblich wie zutreffend. Was da in Deutschland aber auch andernorts an therapeutischem Wildwuchs wuchert ist mitunter unfassbar. Dies betrifft sicherlich auch Kolleginnen und Kollegen im Krankenhaus, nach meiner Erfahrung aber noch mehr die ambulante Patientenversorgung. Inwieweit dies auf sinnfreie Patientenforderungen und/oder Wissenslücken bzw. ein unbegründetes Sicherheitsbedürfnis der Ärzte zurückzuführen ist, kann ich dabei nicht sagen. Verbesserungswürdig bleibt es allemal ...

Einen schönen und fieberfreien Restsonntag wünscht Ihnen
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Re: "Medikamentöse Fiebersenkung" -was genau heißt das?
« Antwort #12 am: 26. April 2016, 11:06:11 »
Fieber senken ist wie den Wachund erschießen wenn Einbrecher kommen!

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Re: "Medikamentöse Fiebersenkung" -was genau heißt das?
« Antwort #13 am: 26. April 2016, 18:18:41 »
... und manchmal ist es, wie dem übernervösen Opfer die scharfe Waffe abzunehmen bevor es sich damit selbst versehentlich schädigt.

Offline Paula.C

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Re: "Medikamentöse Fiebersenkung" -was genau heißt das?
« Antwort #14 am: 10. Mai 2016, 19:05:22 »
Ich denke eben es kommt auch immer darauf an, weshalb man Fieber hat. Manchal kommt man eben um ein Hammermedikament nicht herum.

 

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