Impfschaden Forum

Forum rund ums Impfen => Vorstellung Mitglieder => Thema gestartet von: ?! am 07. September 2015, 12:22:43

Titel: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: ?! am 07. September 2015, 12:22:43
Hallo miteinander,

ich bin neu hier und möchte mich mit diesem ersten Beitrag kurz allseits vorstellen. Bevor ich das jedoch tue, möchte ich diese Gelegenheit nutzen, zunächst einmal allen Betroffenen und deren Angehörigen mein aufrichtiges Mitgefühl zu ihrem jeweiligen Schicksalsschlag auszusprechen. Durch eine ohne akute Not durchgeführte medizinische Maßnahme dauerhaft schwer zu erkranken, ist vermutlich eine der traurigsten Begebenheiten, die einem Menschen überhaupt widerfahren kann.

Nun zu meiner Person: Ich bin 41 Jahre alt und seit etwa 15 Jahren als Arzt im Bereich der Infektionsmedizin tätig. Ich unterrichte in diesem Fach Medizinstudenten aus schulmedizinischer Sicht und ich berate bzw. impfe ggf. Personen vor Fernreisen. Ich selbst bin entsprechend den offiziellen Impfempfehlungen der STIKO geimpft, ebenso meine Frau und meine beiden Kinder. Wir alle erfreuen uns dabei bester Gesundheit und wir wissen dieses Glück sehr wohl zu schätzen. Auch sonst ist bislang noch nie jemand in meinem privaten oder beruflichen Umfeld mit einem vermeintlichen oder gesicherten Impfschaden an mich herangetreten. Ein persönlicher Kontakt zu Personen mit Impfschaden hat also bei mir noch nie stattgefunden. Nichtsdestotrotz ist die grundsätzliche Existenz von Impfschäden ist aus meiner Sicht unzweifelhaft, ebenso gehe ich hier von einer hohen Dunkelziffer nicht erkannter bzw. nicht anerkannter Impfschäden aus.

Vor dieser Einschätzung abgesehen erkenne ich andererseits jedoch auch erhebliche Unterschiede zwischen den in diesem Forum häufig geäußerten Ansichten und meiner persönlichen Meinung zu Impfungen und alternativen Präventions- und Therapieformen. Damit kann ich gut leben. Es ist auch nicht meine Absicht, in diesem Forum in irgendeiner Form missionarisch aufzutreten und ich hoffe, dass niemals ein Beitrag von mir auch nur diesen Anschein erweckt. Angesichts der persönlichen Erfahrungen von Betroffenen und deren Angehörigen erscheint mir das gleichermaßen pietätlos und sinnfrei.

Ich bin bislang noch nie unter einem anderen Benutzernamen in diesem Forum registriert gewesen und habe auch jetzt keine Parallelidentität hier. Wenn ich mich unterhalten möchte, tue ich das lieber mit anderen als mit mir selbst (meine eigene Sichtweise kenne ich ja schon). Den freundlichen Gedankenaustausch schätze ich sehr. Nach meiner Erfahrung sind Diskussionen zu diesem Thema oft stark emotional aufgeladen und werden dann leider auch schnell – von beiden Seiten – recht unsachlich geführt. Ich kann das durchaus nachvollziehen, denn das Thema ist extrem sensibel und zudem aus vielen Gründen schwierig: An wirklich belastbaren Daten dazu mangelt es häufig. Mathematische Modelle kranken leicht an den unklaren Häufigkeiten von Ereignissen und vielen unbekannten Einflussgrößen. Medizinische Interessen stehen hier zudem möglicherweise im Gegensatz zu ökonomischen Zielen von Unternehmen. Und all dies ist nur eine kleine Auswahl der möglichen Fallstricke. Dazu möchte ich übrigens gerne feststellen: Ich besitze keinerlei Aktien, nicht von Pharmafirmen und auch sonst keine, und ich erhalte für meine Gegenwart in diesem Forum weder Geld noch irgendwelche anderen Zuwendungen von Dritten. Jegliche Äußerungen von mir entstammen daher ausschließlich meiner eigenen Überzeugung. Aus eigenem Antrieb werde ich mich mit der Verbreitung meiner Ansichten jedoch grundsätzlich zurückhalten. Mir ist bewusst, dass dies hier aus gegebenem und nachvollziehbarem Anlass nicht gewünscht ist. Ich verstehe das sehr wohl. Fragt man mich jedoch direkt nach meiner Meinung, werde ich entsprechend antworten.

Warum habe ich mich eigentlich hier angemeldet? - Schon eine durchaus berechtigte Frage.

Viele Dinge sind mir auch nach Studium und vielen Berufsjahren gar nicht richtig klar. Vielleicht lerne ich ja hier etwas dazu. Mit anderen Selbsthilfegruppen – und als solche betrachte ich ein Forum wie dieses – habe ich diesbezüglich ziemlich gute Erfahrungen gemacht. Dort trifft man häufig formal Laien, in Wahrheit aber regelrechte Experten für die jeweilige Erkrankung. Ich betrachte das hier also als Chance auf einen neuen Blickwinkel. Ich habe viele Fragen, die man mir in früheren Gesprächen bislang nur äußerst schwammig beantworten konnte. Daher bin ich stets an neuen Einschätzungen und Erkenntnissen interessiert. Ob das dann zu einer Veränderung meiner eigenen Position führt, kann ich natürlich nicht versprechen.

Jetzt ist es hier doch plötzlich viel mehr Text geworden, als ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Vielen Dank allen, die sich die Zeit genommen haben ihn dennoch vollständig zu lesen. Ich hoffe auf eine respektvolle Aufnahme in diesem Kreis. Meinen Beitrag dazu will ich gerne leisten.

Liebe Grüße
?!
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Krümel am 07. September 2015, 17:55:12
Hallo und schön, dass Du Dich (im Gegensatz zu manch anderen Neuen hier) vorgestellt hast.
Und da kann ich auch gleich die erste Frage stellen:
Wie fühlt man sich als Arzt, der impft?
Sind Sie wirklich überzeugt, dem Patienten damit etwas Gutes getan zu haben?
Wenn ich lese, dass seit 15 Jahren praktiziert wird, auch geimpft wird und noch NIE ein Impfschaden dadurch entstanden ist, drängt sich mir die Frage auf, ob Sie die Patienten überhaupt weiter behandeln oder nicht? Denn wer geht schon mit Allergien, Heuschnupfen, Bronchitis, Fieber und allgemeiner Schwäche usw. zu einem Infektionsmediziner? Solche Patienten schlagen wohl eher beim Hausarzt auf, vielleicht noch beim Dermatologen. Das bedeutet für mich, dass Sie vermutlich die Reaktionen auf Impfungen gar nicht mitbekommen können.

Beim Stichwort Infektionsmedizin hätte ich dann noch die Frage an Sie, wieso die homöopathisch arbeitenden Ärzte in den Ebola-Gebieten ein Verbot bekommen haben, mit Globuli zu behandeln, wo man doch genau sah, dass auch  die Schulmedizin ziemlich machtlos da stand. Ist nicht jeder Versuch einem Menschen zu helfen, ein Versuch wert? Man hätte die Infizierten, welche nur mit Globuli behandelt werden sollen, auch von den anderen separieren können, nur um sicher zu gehen. Ist das nur die Angst durch Nichtwissen, weil es im Medizinstudium nicht vor kommt, Pharmazeutische Lehre hingegen schon?
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: ?! am 08. September 2015, 07:41:15
Hallo Krümel,

ja, ich glaube tatsächlich dass unserer Patienten von dieser Maßnahme mehr profitieren als dass es für sie von Nachteil ist. Zusammen mit einigen Kollegen beraten wir Personen, die beruflich oder touristisch an exotische Orte unterwegs sind. Wir sind angestellte Ärzte; unser Einkommen ist daher unabhängig von der Anzahl verimpfter Dosen. Die meisten Patienten, die zu uns kommen stehen dem Impfen ausgesprochen aufgeschlossen gegenüber. Viele haben sich bereits im Internet über ihr Reiseland diesbezüglich informiert. Wir verimpfen typische Reiseimpfungen (Hepatitis-A, Gelbfieber, Typhus, ...), aber frischen bei Bedarf auch Standardimpfungen auf (Tetanus, Diphtherie, Keuchhusen, Masern, ...). Der Großteil unserer Patienten ist 20 bis 40 Jahre alt und ohne bekannte Grunderkrankungen. Es gibt aber auch Personen mit besonders hohem Beratungsbedarf (HIV positiv, Multiple Sklerose, regelmäßige Hochdosis-Cortison-Einnahme, Knochenmarktransplantierte, Schwangere, ...), bei denen man sich mindestens 30 min Zeit nehmen muss. In einer niedergelassenen Praxis wäre das aus meiner Sicht finanziell untragbar; dort würde ich aus rein ökonomischen Überlegungen heraus eine ausgesprochene Impfsprechstunde nicht anbieten. Es kommt übrigens bei solchen Beratungen durchaus vor, dass ich Patienten aus medizinischen Erwägungen heraus von einer bestimmten Impfung abrate und diese dann nicht verabreiche.

Ein Teil der Impflinge kommt mehrmals zu uns, weil z.B. ein Impfschema mit mehrere Dosen an mehrere Tagen erfolgt oder weil bei der initialen Vorstellung aus irgendeinem Grund nicht alle Impfungen durchgeführt wurden. Wie bereits geschrieben hat von diesen Personen noch nie bei mir jemand über ein Problem in seiner Impfananmese berichtet (und ich frage natürlich jeden vor einer neuen Impfung danach). Von meinen Kollegen habe ich auch noch nichts dergleichen gehört. Rechtsverfahren sind nach meiner Kenntnis bei uns auch noch nie angestrebt worden. Mit sind zwei Fälle erinnerlich (einmal bei mir, einmal bei einem Kollegen), bei denen die beiden Patienten (junger Mann und junge Frau) während der Impfung kurz ohnmächtig geworden sind. Da dies jedoch noch vor Injektion des Impfstoffes geschah, führe ich dieses Phänomen auf die Aufregung vor dem Pieks zurück. Nachdem sich beide wieder erholt hatten, konnten bei auch ohne weitere Probleme geimpft werden. Dies mag man als eine Impfkomplikation betrachten, da es in diesem  Zusammenhang aufgetreten ist; einen gar dauerhaften Impfschaden kann ich daraus jedoch nicht ableiten. Insofern bleibe ich bei meiner Aussage. Sie haben andererseits natürlich recht: Probleme, die man mir nicht zur Kenntnis bringt, kann ich nicht kennen ... wir haben sicherlich keine 100%-ige Nachverfolgung unserer Patienten.
 
Ich empfehle und impfe im Übrigen grundsätzlich nur das, was ich für mich in der gleichen Situation ebenfalls wünschen würde. Das kann je nach Reiseland, Reisestil und Reisezeit variieren. Lehnt ein Patient eine von mir empfohlenen Impfung ab, frage ich einmal nach dem Grund um Missverständnisse bei der Beratung auszuschließen. Hat der Patient meine Argumentation verstanden aber bleibt bei seiner ablehnenden Meinung (das kommt selten vor, aber manchmal eben schon), lasse ich mir das von ihm zu meiner eignen Absicherung schriftlich bestätigen und betone dann einmal mehr die Bedeutung anderer Präventionsmaßnahmen (z.B. Mückenschutz, Lebensmittelhygiene, Meiden von Tierkontakten u.s.w.).

Ich werde mich auch noch auch die zweite Frage antworten, muss dies jedoch aus Zeitgründen auf etwas später verschieben. Da bitte ich um Verständnis. Bis dahin beste Grüße.


Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: ?! am 08. September 2015, 09:36:32
Hallo erneut,

nun habe ich auch ein paar Minuten Zeit für die zweite Frage zu homöopathisch arbeitenden Ärzten und Globuli bei Ebola. Ich selbst war nicht im Krisengebiet vor Ort und auch nicht in die Organisation des Managements eingebunden. Daher kann ich hier nur mutmaßen. Soviel vorab.

Der Aufwand an Vorbereitung hinsichtlich persönlicher Schutzmaßnahmen für die Helfer in solchen Situationen ist enorm. Ein Restrisiko der Infektion bleibt dennoch. Man kann und muss es im Rahmen der Fürsorgepflicht für Mitarbeiter aber auf ein Mindesmaß beschränken. Jeder Patientenkontakt erhöht dieses Risiko. Da gilt es abzuwägen.

Zudem ist die Lage in solchen Epidemien oft sehr komplex und unübersichtlich, mit vielen Unsicherheiten behaftet und von vielen Unwägbarkeiten abhängig. Je einfacher und strukturierter die Vorgehensweise, desto besser funktioniert sie. Von Kollegen bei Ärzten ohne Grenzen weiß ich aus anderen Einsatzgebieten um die Schwierigkeiten, Infizierte überhaupt zu identifizieren. Will man sie auch noch behandeln, müssen viele Vorbehalte besprochen werden. Mit den Patienten, mit den Angehörigen, ggf. auch noch mit Stammesoberhäuptern und Entscheidungsträgern. All das kostet Zeit, Geld und Mühe (und alle diese drei Dinge sind in einer solchen Situation Mangelware).

Aus solchen Gründen - vielleicht gibt es auch noch andere - versucht man wohl, auf alle Maßnahmen und Patientenkontakte zu verzichten, von denen man sich keine relevante Besserung der Lage verspricht. Die Anwendung von Globuli zählt hier dazu. Hätte ich die Entscheidung für oder gegen diese alternative Therapie treffen müssen, wäre sie ohne zu zögern ebenso (= negativ) ausgefallen. Bei der Verteilung und der Nutzung limiterter Ressourcen in der Epidemie viraler hämorrhagischer Fieber sehe ich schlichtweg keinen Platz für homöopathische Behandlungen.

Liebe Grüße abermals
?!
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Krümel am 08. September 2015, 18:32:19
Ich find es anmaßend, hochnäsig und zugleich verachtend unmenschlich, wenn Ärzte Kranken eine Behandlung untersagen, von der sich Ärzte keinen Erfolg versprechen, obwohl der Zentralverband klassisch homöopathischer Ärzte durchaus große Erfolge bei Ebola-Erkrankten auf der Reise zu den Ebola-Einsatzgebieten zu verzeichnen hatten, und zwar nur mit Globuli. Diese Ärzte waren mit herzlichen Armen empfangen worden, die Regierung in den entsprechenden Gebieten waren einverstanden mit der homöopathischen Behandlung, sie HATTEN die Erlaubnis! Kaum im Lager angekommen, untersagten die dort arbeitenden ausländischen Ärzte jedoch die homöopatische Arbeit, machten Druck auf die Regierung, sodass diese ihr Einverständnis zurück nahm und die klassisch homöopathischen Ärzte dazu verdonnert wurden, nur schulmedizinisch arbeiten zu dürften. Und dass, obwohl sie auf dem weiten Weg ihrer Anreise schon sehr gute Erfolge verzeichneten. Das ist und bleibt ein Skandal.
Es zeigt einmal mehr die Ignoranz und Scheuklappen derer, die nur klassisch schulmedizinisch behandeln und sich für Götter in Weiß halten.

Ich sag es Dir mal direkt, glaub Dir nicht, dass Du Infektionsmediziner bist, sonst hättest Du darüber Bescheid gewusst. Schließlich ist Ebloa und deren Behandlungsversuche DAS Thema unter Infektionsmedizinern.

Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Taira am 08. September 2015, 18:56:43
was ist denn hier los?
Mensch Krümmel, seit gestern hat sich ?! grad mal vorgestellt. Ich verstehe ja, dass dich der Unglaube an die Wirksamkeit der Homöopathie sehr verärgert. Aber ?! hat sich sehr ausführlich und vorsichtig vorgestellt. Nicht immer gleich die Keule.
Vielleicht hat ihn die Homöopathie bisher genauso wenig interessiert, wie das Nichtimpfen.

Mich wundert es nur, dass ?! hier im Forum Infos/Erfahrung/Aufklärung sucht.
Ich empfehle immer als erstes ein Impfkritisches Buch zu lesen um eine Basis in die Materie zu bekommen.
Dann fragen stellen und Ansichten teilen.
Jedenfalls von mir erstmal ein liebes Willkommen und danke für deine ausführliche Vorstellungsrunde.
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: ?! am 08. September 2015, 20:07:56
Hallo Tiara,
das Buch "Impfen - Pro & Contra" von Martin Hirte habe ich bereits in seinem Erscheinungsjahr gelesen. Darüber hinaus ist ja das "Schwarzbuch Impfen" der Libertas & Sanitas e. V. im Netz frei verfügbar. Viele Fragen, die ich habe, lassen sich jedoch damit für mich nicht befriedigend beantworten.
So ist mir zum Beispiel nicht klar, wie die in mehreren Foren-Beiträgen erwähnte "Ausleitung" eines Impfstoffes erfolgen soll. Die dafür verwendeten Mittel variieren (mal ist es Zink, mal etwas anderes), die Einnahme der Mittel erfolgt wohl oral (so habe ich das zumindest verstanden) obwohl der Impfstoff doch kurz zuvor im Muskel verabreicht wurde. Wie also funktioniert das? Gibt es auch eine Möglichkeit den Erfolg zu bestimmen? Ist möglicherweise hinterher Impfstoff eliminiert worden oder umgewandelt oder ersetzt? Hier wäre ich einmal auf ein erklärendes Wort sehr gespannt.

Hallo Krümel,
es steht Ihnen natürlich völlig frei zu glauben, was Sie wollen. Ich darf Ihnen jedoch versichern dass Ebola unter den Infektionsmedizinern hierzulande selbst zur Hochzeit seiner Epidemie nur eines von ganz vielen Themen gewesen ist und inzwischen - zumindest in meinem direkten Umfeld - überhaupt keine Rolle mehr spielt, auch wenn es nach wie vor Infektionsfälle gibt. Für unser Klinikum war es entscheidend, im Falle einer Aufnahme eines Verdachtsfalles angemessen reagieren zu können. Wir erhalten in unserm Labor viele Untersuchungsaufträge auf Malaria erhalten und diese Proben von Patienten stammen, die sich in Afrika aufgehalten haben und nun fiebern. Das war unser Berührungspunkt mit dem Problem.
Viel epidemiologisch relevanter sind aus meiner Sicht Bakterien mit übertragbaren Resistenzen wie z.B. den Metallo-Betalactamasen bei Enterobacteriacae und nosokomiale, also im Krankenhaus erworbene, Infektionen mit Problemkeimen. Das beruht ein Stück weit auch auf persönlichem Interesse innerhalb des Fachgebietes. Jeder, wie er eben mag.

Einen schönen Abend allseits noch wünscht Ihnen
?!
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: timmerich am 08. September 2015, 21:05:42
Nun ja Taira,

Krümels Bedenken sind ja nicht ganz unbegründet, wenn man zurückblickt, was hier vor einiger Zeit los war. Auch ich wundere mich natürlich genauso, wie sich ausgerechnet in dieses Forum ein Infektionsmediziner verirrt und dann auch noch so einen aussagekräftigen Benutzername ?! gewählt hat. Die Mediziner die ich kenne, haben keine Zeit (und auch keine Lust) sich in einem Impfschadenforum einzulesen (und das muss ?! ja getan haben, sonst hätte er nicht erwähnt, dass er keine Parallelitentität hier hat und auch noch nie im Forum angemeldet war, also kennt er die Geschichten, die hier abgingen). Von daher kann ich die Skepsis und Vorsicht von Krümel schon durchaus verstehen. Und ich kann mir auch beim besten Willen nicht vostellen, dass wir die Fragen von ?! zu seiner Befriedigung beantworten können.
Auch ich teile die Skepsis, warten wir mal ab, wie sich das entwickelt, vielleicht sind wir auch nur zu übervorsichtig im Moment und liegen völlig daneben  :victory: .
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Liesa am 09. September 2015, 11:59:49
Echtes Interesse vorausgesetzt: Man kann hier schon ziemlich viel lesen, um welche Art Impfschäden es geht. Fazit: Sie sind in keine Schublade zu packen. Jeder Mensch reagiert individuell, und wenn er Pech hat, verträgt er eine Impfung eben nicht.
Der "Impf-Arzt" wird im allgemeinen den Zusammenhang auf einen zeitlichen wegdefinieren. Eine Meldung macht erstens Mühe und stellt zweitens die eigene Impfpraxis in Frage, zumindest als ein "Mosaiksteinchen". Ein Grund, weshalb wir von vielen Impfschäden - als Zufall gedeutet - nie erfahren. Ich habe in meiner Bekanntschaft zwei Fälle, die mit Impfungen in einem Zusammenhang stehen, der über das "zufällige Zusammentreffen" deutlich hinausgeht: 1. Epilepsie mit völlig desolatem Verlauf nach Masern- bzw. MMR-Impfung (deren zweite Impfung damals noch mit ca 6 Jahren gegeben wurde); 2. "offiziell" nachgewiesene minimale cerebrale Dysfunktion (so hieß das damals, heute sicher anders) nach eindeutig nicht vertragener Impfserie, das Kind war nach jeder (!) Impfung krank und entwickelte sich schließlich zurück. Beide Fälle, wie ungezählte andere, werden wir niemals als Impfschäden erwähnt finden.
Und unseren eigenen Impfschaden ebenso wenig, da wir ihn nicht gemeldet haben. Ein Kind mit 40° Fieber und Muskelkrämpfen stellt man nur beim Arzt vor (wir gingen woanders hin als zum Impfarzt), aber nicht bei irgendwelchen Ämtern: Melde"pflicht" bestand damals im übrigen nicht. - Und als die motorischen Probleme kamen (und die verkrampften Bewegungen nicht aufhörten), hätten wir niemals nachweisen können, dass das noch kleine Kind, das selbst nichts noch erklären / erzählen konnte, vorher "normal" war. Alles-in-Ordnung stand zwar im U-Heft, aber dem glaubt man in solchen Fällen bekanntlich nicht: Die "angeborene" Beeinträchtigung wurde dann eben übersehen ... Strategien, sich rauszureden, gibt es genug, da Impfschäden eben nie nach Wenn-dann-Muster passieren.
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: ?! am 09. September 2015, 14:27:54
Hallo Liesa,

vielen Dank für Ihre offene Schilderung. Zur Bewertung eines solchen (sicher sehr tragischen) Falls, den ich zudem ja gar nicht persönlich kenne, werde ich mich an dieser Stelle sicherlich nicht äußern, denn das wäre keinesfalls seriös möglich.

Ich teile jedoch Ihre Einschätzung, dass wir zwar die Nennerdaten, also die Anzahl verabreichter Impfdosen, z.B. über die Abrechnungen der Krankenkassen hierzulande sehr gut kennen, bei den Zählerdaten, also der Anzahl an Impfschäden, jedoch kein wirklich vollständiges Bild vor Augen haben. Die von Ihnen dafür genannten Gründe ("nicht erkennen können" bzw. "nicht melden wollen") haben hier vermutlich durchaus einen beachtlichen Anteil. Unter dem Strich wird das tatsächliche Risiko eines Impfschadens daher sehr wahrscheinlich unterschätzt, nur kann den Faktor dafür niemand sagen. Außerdem ist die Antragstellung auf einen Impfschaden ja noch beileibe kein Garant für eine Anerkennung. Es mag durchaus in vielen Fällen einer Antragstellung nur deshalb zu deren Ablehnung kommen, weil ein Zusammenhang nicht lückenlos gesichert nachweisbar ist. Ich erstelle selbst immer mal wieder als Sachverständiger Gutachten im Auftrage von Gerichtsverfahren über die Anerkennung von Infektionen durch medizinische Behandlungsfehler oder Berufskrankheiten. In manchen Fällen ist die Anschuldigung des Geschädigten offensichtlich unbegründet (ja, auch das gibt es). Aber in manch anderen Verfahren klingt alles insgesamt durchaus plausibel. Die Beweisführung ist aber auch dann immer noch extrem schwierig und gelingt in vielen Fällen letztendlich doch nicht, obwohl so viele Argumente dafür sprechen. Das wird bei der Anerkennung von Impfschäden vermutlich ähnlich sein (darin habe ich keine persönliche Erfahrung), denn, genau wie Sie schreiben, werden nicht unterscheidbare Krankheitsbilder manchmal eben auch bei völlig ungeimpften Personen z.B. durch angeborene Erkrankungen oder auch ohne sonstigen erkennbaren Grund (juristisch liest man dann oft den Begriff „schicksalshaft“) beobachtet. Und dann gibt es ja auch noch sehr viele Geimpfte, die nie auch nur den Hauch eines Problems jedweder Art bei sich bemerken. Impfschäden folgen nun einmal keinem festen Wenn-dann-Muster … Das alles erscheint mir dann immer ein wenig als der Pferdefuss unseres Rechtsstaates, in dem in der Regel derjenige in der Nachweispflicht ist, der etwas bewirken oder erreichen will. Ich hoffe, Sie erwarten von mir nicht die Lösung dieses Problems (denn die hab auch ich nicht).

Ganz unabhängig von seiner Ursache tut mir der in Ihrer Familie aufgetretene Krankheitsfall sehr leid und ich verstehe vor diesem Hintergrund Ihre impfablehnende Einstellung durchaus. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie weiterhin viel Kraft, weil das nun einmal alles ist, was ich hier und heute tun kann.

Mit den besten Wünschen
?!
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Liesa am 09. September 2015, 15:21:55
Eben. Man weiß nichts Genaues, behauptet es aber. So auch diese Tabelle zu Masern, die Jamira verlinkt hat [ http://www.stopmasern.ch/de-ch/so-schuetzt-die-impfung/nebenwirkungen-masernimpfung.html ], die man einfach in den Raum bzw. ins Netz stellt, ohne dass sie je "bewiesen" werden könnte.

Natürlich gibt es tatsächlich angeborene Fehlentwicklungen. Dennoch sollte man hellhörig werden, wenn "eigentlich" nichts diagnostiziert wird, die Impfung als Ursache jedoch ausgeschlossen und das Ganze als angeboren-schicksalhaft definiert wird. Punktschluss. Man weiß weder das eine noch das andere! Das wird aber fast nie so formuliert.

Außerdem erwarte ich, dass ein Kinderarzt auch schon bei den allerkleinsten Problemen nach Impfung vorsichtig wird - auch wenn es sich nur um einen zeitlichen Zusammenhang handeln könnte. Es ist aber umgekehrt: Oft wird jeder Verdacht, dass die Probleme durch die Impfung generiert sein könnten, vom Tisch gewischt, es wird "munter" weiter geimpft. Das berichten sehr viele Eltern mit impfgeschädigten Kindern. Ihre Beobachtungen "gelten" nicht - sie sind ja nur die Eltern ... und sie werden nicht selten als überängstlich hingestellt. Es gibt sogar Fälle, wo ein Kind ziemlich bald nach der Impfung einen ersten epileptischen Anfall bekam und die Eltern gegen die nächste Impfung regelrecht kämpfen mussten - oder sich eben breitschlagen lassen, weil die Impfung ja sooo wichtig ist. Das verstehe ich nicht.

Es gibt aber auch andere Ärzte. Als ich mit dem Bruder meines impfgeschädigten Kindes ins KH musste und dort nach Impfungen gefragt wurde, erzählte ich unsere Geschichte. Ich bekam absolutes Verständnis für (m)ein ungeimpftes Kind. Da schien der Arzt ziemlich genau zu wissen, wovon ich spreche.
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Krümel am 09. September 2015, 15:32:40
ist es nicht völlig unseriös, Impfungen durchzuführen und zu behaupten, sie hätten mehr Nutzen als Schaden, ohne transparente Schadenszahlen bieten zu können? Wie können Ärzte dastehen und ihren Patienten dann glaubhaft vermitteln, Impfen sei nicht schlimm, wenn sie es selbst nicht wissen?
So wie die Antwort klang, verstehe ich die Ärzteschaft nicht, weshalb kein Aufschrei gegen die Pharma getätigt wird, um klare Statistiken und echte Wirksamkeitsnachweise gefordert werden, also Impfdosis vs. Kochsalzlösung. Denn nicht selten gibt es Schäden durch die Wirkverstärker in Impfungen. Es gibt so viele Ungereimtheiten zum Impfthema und nicht zuletzt der schäbige Umgang mit Impfgeschädigten, das es im Grunde unverantwortlich ist, weiterhin zu impfen.
Und bei aller Liebe, da hilft so ein Seifenoperntheater mit Betroffenheitsbekundungen und Mittleidsgefasel den Impfgeschädigten herzlich wenig. Von Mittleid wird man auch nicht wieder gesund oder kann teure Behandlungen und Therapien bezahlen, die nach dem Impfschaden fällig sind. Das einzige, was Betroffenen hilft, sind Ärzte mit Mumm in der Hose, die aufstehen und sich klar positionieren und Forderungen an die Pharma stellen, um echte Zahlen zu Nutzen / Risiko zu bekommen. Damit es nicht noch mehr Menschen trifft. Was geschehen ist (Impfung), kann man nicht mehr Rückgängig machen, wenn der Schaden dadurch eingetreten ist und es ist mit nichts wieder gut zu machen. Einziger Trost ist die Gewissheit, dass us Fehlern gelernt wird und man sich zu Irrtümern bekennt und umdenkt.
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Liesa am 09. September 2015, 15:42:56
Ja, genau diese Un-Seriosität meine ich.

Die "Logik von Impfgegnern" wird oft als abstrus hingestellt (was ich zum Teil auch nachvollziehen kann/ nachvollziehe). Aber mit Zahlen zu arbeiten, die man bestenfalls vermuten kann, ist ebenfalls abstrus.

Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: ?! am 09. September 2015, 17:27:32

Hallo Krümel,

für gute Wünsche kann man sich in der Tat nichts kaufen und Gesunden werden Erkrankte davon ebenfalls nicht. Vielleicht kann man sie aber dennoch aussprechen. Manch einem mag Mitgefühl ja doch irgendwie gut tun.

Was nun Ihre Anmerkungen zur Qualität von Studien angeht, so liegen unsere Ansichten hier gar nicht unendlich weit auseinander: Ja, bessere Daten zur Nutzen/Risiko-Abwägung wären hervorragend. Das ist aber natürlich viel leichter gefordert als ermittelt. Ihnen ist vermutlich bekannt, wie unbeschreiblich aufwendig es ist, klinische Studien durchzuführen („aufwendig“ ist zudem übrigens häufig ein anderes Wort für „teuer“); ich hatte bereits mehrmals die Gelegenheit zur Beteiligung an einer solchen.

Was würde man sich denn wohl von einer idealen Impfstudie wünschen und wie bekommt man das …? Hier nur einige, wenige Gedanken von mir dazu – das erhebt sicher keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

- Neutralität bzw. Unabhängigkeit vom Hersteller des Produktes. Ja, das wäre prima. Dann muss das viele Geld eben aus anderer Quelle fließen. Welche könnte das sein? Staatlich? Stiftung? Wie viele Studien mit negativem Ergebnis wird man sich ohne ein ökonomisches Fiasko leisten können? Ist es tatsächlich unseriös, wenn vom Hersteller Geld für eine Produktprüfung gegeben wird, er dies aber auch offiziell in eben dieser Studie angibt? Ist überhaupt gut, den Hersteller, der ja später im Erfolgsfall daran verdient, bei der Testung finanziell zu entlasten?

- Verblindung der Beteiligten ob Verum oder Placebo gegeben werden (das ist hier tatsächlich einmal relativ einfach und erfolgt in aller Regel auch so). Was aber machen Sie, wenn eine Gruppe auf halber Strecke bereits erheblich besser abschneidet als die andere? Abbruch aus ethischen Erwägungen heraus? Wie viel „besser“ tolerieren Sie noch? Alternativ: Aufheben der Verblindung und damit Minderung der Gesamtstudienqualität? Sollte man vielleicht besser gar nicht erst Zwischenauswertungen machen?

- Vergleichbarkeit der Gruppen. Wollen Sie im Vorfeld die Gruppen nach bestimmten Parametern abgleichen? Wenn ja: nach welchen (vermutlich abhängig von der Art der Infektion)? Grunderkrankungen? Risikoverhalten? Befragen Sie nur oder prüfen Sie das nach? Wenn nein: wie schließen Sie sonst einen relevanten Bias aus? Sie werden immer im Nachhinein irgendetwas finden, was man hätte besser machen können. Das alleine stellt aber nicht unbedingt die Aussage einer Studie vollständig infrage.

- Objektivität der Befundung. Laborbefunde lassen sich da noch vergleichsweise leicht erstellen. Aber wie stark sind „starke“ Kopfschmerzen? Ab wann ist lange anhaltendes Schreien eines Kleinkindes „lange“? Wie schließen Sie andere Ursachen für die beobachten Symptome aus? Gleiche Ereignisse werden von verschiedenen Menschen oftmals ganz unterschiedlich bewertet. Nicht alles ist standardisierbar. Nicht alles ist objektiv messbar.

- Wirksamkeitsnachweis. Was machen Sie, wenn der zu erwartende Erfolg erst mit starker zeitlicher Verzögerung zu erwarten ist (Jahre, Jahrzehnte)? Wollen Sie mit der Einführung eines möglicherweise gut wirksamen Präparates so lange warten und in der Zwischenzeit vermeidbare Infektionen und Komplikationen billigend in Kauf nehmen? Oder wollen Sie doch lieber das Restrisiko der Unsicherheit einer Wirksamkeit tragen? Wie hoch dürften denn solche Risiken sein? Wie führen Sie Nachweise bei einer niedrigen Prävalenzen herbei? Wollen Sie die Gruppengrößen entsprechend der Stichprobenumfangsberechnung heraufsetzen (dann explodieren Ihnen die Kosten)? Oder wollen Sie lieber die Studie an einen Ort mit höherer Prävalenz verlegen, vielleicht in ein 3.Welt-Land (dann hapert es schnell mit der Übertragbarkeit und Generalisierung der Ergebnisse nach Europa oder Sie rennen in eine ethisch-moralische Sackgasse)? Begnügen Sie sich stattdessen mit einem Surrogarparameter? Was nehmen Sie denn da? Den Antikörpertiter? Wie hoch sollte der denn sein?

- Methodik. Wie kommen Sie zur Dosisfindung? Wie viel Impfstoff wollen Sie verwenden? Wie schätzen Sie dessen Verträglichkeit vor der Anwendung am Menschen ab? Im Tierversuch? An welchem Modell? Oder nur in der Zellkultur? Welche Applikationsform schlagen Sie vor? Die meisten Impfstoffe werden in den Muskel verabreicht in der Annahme durch dessen gute Durchblutung eine starke systemische Reaktion hervorzurufen. Manche Impfstoffe werden in die Nase gepustet. Wirkt das besser? Muss man das vergleichen? Manche Impfstoffe werden geschluckt – und dann auch wieder ausgeschieden? Wie begrenzen Sie das Risiko für Reversion durch Wildviren, für Sekundärinfektionen bei Immunsupprimierten? Welche Zusatzstoffe akzeptieren Sie im Impfstoff?

- Surveillance. Wie lange wollen Sie eine Nachverfolgung der Patienten anstreben? 1 Woche, 1 Jahr, 10 Jahre? Mit jedem Tag, der vergeht ergeben sich unzählige andere Gründe und Erklärungen für Ereignisse. Wie viele Drop-outs sind zu erwarten, weil die Patienten nicht mehr auffindbar sind, nicht mehr mitmachen wollen, …? Das müsste man ja zu Beginn eigentlich auf die Gruppengröße nochmals draufschlagen. Kann man das überhaupt im Vorfeld verlässlich abschätzen? Wollen Sie sich also lieber auf die Intention-to-treat- oder doch auf die per-protocol-Gruppe stützen? Das ist nicht ganz trivial, denn beides hat so seine Vor- und Nachteile.

- Risikoabschätzung. Mit welchem Maß an Ungenauigkeit, Streubreite und Risiko sind Sie bereit zu leben? Welche Power fordern Sie dafür (80% - 90% - 95%)? Wir verimpfen in Deutschland weit mehr als 50.000.000 Impfdosen jedes Jahr. Es werden im Vergleich dazu jährlich ca. 200 Anträge auf Impfschäden gestellt und davon laut RKI wiederum <20% anerkannt. Einmal ausgehend davon, dass alle diese 200 Anträge zu Recht gestellt wurden und die Dunkelziffer dann auch noch den Faktor 100 (… ist nur geraten, Sie dürfen das gerne ganz anders einschätzen …) ausmacht, ergäben sich für das Impfen eine Sicherheit von 99,96%. Ist das nun eine konservative Schätzung, erscheint Ihnen das real, ist diese Vermutung völlig falsch? Wäre der Prozentsatz, wenn er denn überhaupt stimmt, zu wenig? Ab wann wäre er für Sie akzeptabel? Fragen Sie das einmal 100 Impfbefürworter und 100 Impfkritiker und Sie erhalten 250 verschiedene Meinungen dazu. „Impfschaden“ ist vielleicht auch nicht gleich „Impfschaden“. Sollte man alle berücksichtigen, sich nur auf „schwere“ beschränken? Wann ist der Schaden eigentlich „schwer“?

Ich kenne keine einzige Zulassungsstudie für Impfstoffe, die mir in allen Belangen ausnahmslos gefällt. Ich kenne übrigens auch keine Zulassungsstudie für andere Pharmaka, die mir in allen Belangen gefällt. Sie sind aber andererseits dadurch auch nicht völlig frei von Wert und ich habe eben auch keine besseren.

Es ist gar nicht so schwer, klinische Studien (– durchaus berechtigt –) zu kritisieren. Manche der in diesem Zusammenhang getätigten Aussagen der Impfkritiker sind aus meiner Sicht eines medizinischen Fachgutachtens würdig, denn sie zeugen von großem Sachverstand der Immunologie und der Biostatistik. Dann wiederum lese ich Schlussfolgerungen eben dieser Kritiker, die sich meiner Meinung nach gar nicht aus deren Erkenntnissen ableiten lassen (auch da wird übrigens oftmals ganz schön viel miteinander vermischt). Das lässt mich dann wieder an der Qualität der Kritik zweifeln. Und dann finde ich oft noch gleich darunter einen Link zu irgendwelchen alternativen Therapieempfehlungen, für die es niemals irgendeine klinische Studie gegeben hat, die aber trotzdem von – nach eigenem Bekunden – kritischen Menschen nahezu kritiklos empfohlen bzw. angenommen wird … das verwundert mich dann schon.

Weder will ich mit alledem sagen, die Weisheit gepachtet zu haben (merke jeden Tag: hab ich nicht), noch soll dies ein Freibrief für mangelhaft konzipierte/durchgeführte Studien sein. Solange ich jedoch nichts Besseres habe oder erwarten darf, muss ich mich mit dem arrangieren, was verfügbar ist und an dieser Stelle kommen wir offensichtlich zu einer unterschiedlichen Gesamtbewertung der Thematik. Raum für Verbesserung ist hier aber sicherlich allemal gegeben, da gebe ich Ihnen gerne Recht.

Viele Grüße
?!

p.s.
Und auch die allerbeste Studie mit dem kleinstmöglichen Risiko von Problemen nutzt Ihnen natürlich immer noch nichts, wenn es schlussendlich dann doch Sie oder einen Angehörigen trifft. Ich weiss das. Das kann einem dann nur noch leid tun. Und dann ist vielleicht doch auch Mitgefühl angebracht.
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: timmerich am 09. September 2015, 17:55:18
?! wie kommt es Deiner Meinung nach (in Foren sagt man in aller Regel Du, daher nehme ich mir mal die Freiheit....), dass es nur so wenig gemeldete Impfschäden gibt? Liegt es daran, dass es tatsächlich so wenige sind, oder doch eher, dass der Impfarzt "seinen Stall sauber haben möchte", auch wenn er gesetzlich dazu verpflichtet ist? Wenn ich an meinen Fall, besser gesagt beide Fälle denke, dann hat keiner der Impfärtze von sich aus eine Meldung gemacht. Erst im Fall 1 der weiterbehandelnde Facharzt hat zusammen mit einem sehr engagierten Arzt von der Uni Klinik die UAW gemeldet, während die Impfärztin gemeint hat, das kann nicht sein.
Fall 2 war viele Jahre später bei mir in der betriebsärztlichen Dienststelle, da habe ich eine Tetanusauffrischimpfung bekommen, im Impfpass war unter Allergie "Thiomersal" eingetragen, der verabreichte Impfstoff enthielt Thiomersal, ein grober Fehler vom Impfarzt. Ich bekam jedoch starke grippeähnliche Symptome, hohes Fieber, konnte 3 Tage mich kaum noch bewegen, in unmittelbaren Zusammenhang mit der Impfung wohlgemerkt. Wurde 14 Tage krank geschrieben. Die Meldung erfolgte hier über die Krankenkasse durch meinen Hausarzt (dienstliche Impfung -> Berufgesnossenschaft), obwohl der Impfarzt unmittelbar von mir informiert wurde. Seine Aussage, kann nicht von der Impfung sein, wird ein grippaler Infekt sein (obowhl er mich eingehend untersucht hatte....).

Von daher glaube ich nicht an die Zahl, die uns als wahre Impfschäden präsentiert werden. Schau mal in die Datenbank von Hr. Bachmair rein, ich bin mir sicher, von den eingetragenen Fällen wurde noch nicht mal 1% gemeldet und es dürfte nur ein Bruchteil der Impfgeschädigten den Weg hierher finden. Und wenn meine Fachärztin nicht den Verdacht des Impfschadens bei mir geäußert hätte, wäre ich als Betroffener auch vielleicht erst viele Jahre später darauf gekommen. So dürfte es eine Vielzahl der Betroffenen ergehen....
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: ?! am 09. September 2015, 19:24:13
Hallo timmerich,

das kann Ich nicht sicher beantworten. Ich kann nur spekulieren.

Nach meiner Einschätzung sind Impfschäden unterdiagnostiziert. Wird wirklich ein solcher Schaden anerkannt, kann man diesen wohl als gesichert betrachten. Wie viele weitere Ereignisse dieser Art unerkannt vorkommen, ist nicht ganz klar. Eine riesig hohe Zahl erwarte ich jedoch auch nicht, denn sonst wäre angesichts der hohen Durchimpfungsraten ja der Großteil der Bevölkerung betroffen - das ist sicher nicht der Fall.

Die Konsultation verschiedener Ärzte mag dazu beitragen, dass man Impflinge nicht wieder sieht und damit auch keine Folgen. Eine "Patientenkarte", auf der alle Maßnahmen und Diagnosen gespeichert werden, könnte hier helfen - ruft aber aus anderen Gründen schnell die Datenschützer auf den Plan. Sollte ein Kollege auf den Gedanken eines Impfschadens kommen, so glaube ich, dass er/sie auch eine Meldung veranlasst - nicht nur der gesetzlichen Grundlage wegen sondern aus der Fürsorgepflicht für den Patienten heraus. Vielleicht ist das aber auch zu altruistisch gedacht.

Vermutlich werden viele Ereignisse schlichtweg übersehen. Ich wüsste aber nicht, wie man da Abhilfe schaffen sollte. Viele Impfschäden äußern sich durch unspezifische Symptome, für die sich auch viele andere Erklärungen finden lassen. Wie soll man das in großen Populationen unterscheiden? Soll man jede auch nur irgendwie denkbare Ursache abfragen? Wie weit soll man da rückwirkend suchen? Mir erscheint das nicht praktikabel. Eine entsprechende Datenbank zu erheben, ist aus meiner Sicht grundsätzlich sehr sinnvoll und löblich. Vielleicht trägt das etwas dazu bei, das Ausmaß des Problems besser einordnen zu können. Aber auch hier erwarte ich aus genau dem gleichen Grund der geringen Spezifität eine erhebliche Unschärfe bei der Bewertung der Einträge. Das ist wohl der Nachteil von Individuen gegenüber Klonen ...

Man kann dem Thema mehr Zeit in der Ausbildung von Ärzten einräumen. Dann wird man natürlich an anderer Stelle kürzen müssen ... alles nicht so einfach.

Ich werde in diesem Forum aus verschiedensten Gründen keine persönliche medizinische Beratung durchführen. Vermutlich wäre das von vielen Mitgliedern auch gar nicht erwünscht. Zur Allergie gegenüber Impfstoffen und deren Bestandteilen würde ich dennoch gerne ein allgemeines Wort verlieren: Bei einer gesicherten Allergie gegenüber einem Inhaltsstoff ist die Verabreichung kontraindiziert. Dieser Punkt ist für mich nicht verhandelbar. - Ich kenne jedoch auch Patienten, die bringen mir ihren Allergiepass und Impfausweis und haben (versehentlich?) Impfstoffe erhalten, gegen die sie vermeintlich überempfindlich hätten reagieren müssen. Haben sie aber nicht. Und nun? Doch Impfen, weil es ja schon mehrmals gutging? In solchen Fällen zweifle ich meist die Richtigkeit bzw. Bedeutung der Allergie an. Probleme gab´s bei dieser Entscheidung noch nie. Ganz ähnliche Erfahrungen machen wir übrigens täglich auch im Bereich der Antibiotika-Therapie (Stichwort: vermeintliche Penicillin-Allergie). Natürlich gibt es aber auch echte Allergien, die bei Nichtbeachtung schnell zum Bett auf der Intensivstation führen können (ich bitte, dies also zwar als ein Stück weit relativierend, sicher aber nicht als verharmlosend aufzufassen). Im Zweifelsfall und ohne andere Erfahrungswerte würde ich stets auf die Impfung verzichten.

Mit den besten Grüße allseits
?!
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Krümel am 09. September 2015, 19:37:03
Du als Arzt kannst das Risiko, welches Du dem Patienten aussetzt, überhaupt nicht einschätzen, eben wegen fehlender korrekter Statistik und trotzdem impft ihr munter unfassbare 50.000.000 Impfdosen jedes Jahr.  :blink:

Und selbst bei so vielen Impfungen ist man nicht mal in der Lage, vernünftige Daten zu erheben? Wenn man nur jeden 2. geimpften zwecks Befragung und Kontrolluntersuchung z. B. nach einer Woche und nach 2 Monaten wieder einbestellen würde, um eben ein Verlauf nach der Impfung zu dokumentieren, hätte man schon mal was. Ja, die ewige Kostenfrage. Da frage ich mich immer, was wiegt mehr, Gesundheit oder Geld?!
Es wäre ein Klacks neue Impfstoffe in der Testung mit Kochsalzinjektionen zu vergleichen. Nur warum macht es wohl keiner? Vielleicht weil die Nebenwirkungen von Impfbegleitstoffen doch unerwünschte Nebenwirkungen haben, die dann natürlich nicht so auffallen, im Vergleich zur Kontrollgruppe mit dem neuen Impfstoff.

Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: holzwuermle am 10. September 2015, 08:32:57
Hallo !?
du frägst in deinem ersten Post warum manche, für dich nicht nachvollziehbare Empfehlungen geben.
Dazu ist erst einmal wichtig zu verstehen, dass die Schulmedizin für Menschen die einen Schaden erlitten haben keine Hilfe ist.
Durch deine Wertung, die du indirekt vornimmst, stempelst du jeden der eine Alternative Empfehlung gibt als unfähig ab.
Aber leider sind es deine Kollegen die unfähig sind Zusammenhänge erkennen zu wollen und auch Schlüsse zu ziehen.
Und sind die Empfehlungen wirklich so abwegig?
Was in den Körper reinkommt muss verarbeitet werden. Und die Sicht der Schulmedizin ist da leider oft sehr kurz.
Soll heißen, Leber, Niere und Darm werden es schon ausscheiden wenn es verbraucht oder unnütz ist.
Dem ist leider nicht so. Wie du sicher weist, hat unser genialer Körper auch die Möglichkeit Dinge einzulagern also so wegzupacken das sie nicht mehr so stören. Weil er sie nicht ausscheiden kann. Und genau das passiert mit großer Wahrscheinlichkeit auch mit dem Stoffen die in einer Impfung sind.
Jetzt hat aber die Alternativmedizin einige Ansätze die es wert wären zu betrachten.
Da wäre die bei vielen so verhasste Homöopathie, oder auch das oft erwähnte entgiften.
Die Empfehlung vieler hier, dass jemand der einen Schaden erlitten hat, zu einem Heilpraktiker  gehen könnte ist auch verständlich, unter dem Hintergrund das man bei Menschen deiner Berufsgruppe, nicht ernst genommen wird.
(Da könntest du ja bei deinen Studenten wert darauf legen: Patienten sind nicht dumm. Sie informieren sich, wenn das evtl. auch mal holperig ist, so zeigt es doch wie wichtig dem Patienten die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung ist).

Grüße
holzwuermle
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Krümel am 10. September 2015, 09:18:03
schön geschrieben Holzwuermle
 :give_heart:
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: ?! am 10. September 2015, 13:12:27
Hallo holzwuermle,

eine Abkehr von der Schulmedizin nachdem durch eben diese ein (vermeintlicher oder tatsächlicher) Schaden entstanden ist hin zu anderen Heilmethoden ist für mich durchaus nachvollziehbar; umso mehr, wenn dieser Schaden im Vorfeld nicht als mögliche Folge der Maßnahme bekannt war und dann vermutlich nur noch umso tiefer ins Mark trifft.

Was mich jedoch schon wundert, und so bitte ich auch verstanden zu werden, ist der regelmäßige Hinweis in Foren auf zweifelsfrei existente methodische Schwächen bei schulmedizinischen Studien einerseits aber andererseits die Akzeptanz von Maßnahmen und Zusammenhängen ohne auch nur den Versuch einer inhaltlichen Prüfung auf Richtigkeit und Wirksamkeit. Es erscheint mir so, als würde damit unter Anwendung von Logik ungenaues Wissen durch reinen Glauben ersetzt. Für mich steht das im Widerspruch zueinander (vielleicht steht mir da aber auch nur mein schulmedizinisch geprägtes Weltbild im Weg ... Sie dürfen das aber natürlich gerne auch ganz anders betrachten und bewerten).

Das ist bis hierhin aus meiner Sicht übrigens auch gar keine Frage des Intellekts. Wie Sie bereits anführten: Patienten sind nicht dumm (es sind andererseits aber auch nicht alle super-pfiffig, eben ein Querschnitt der Bevölkerung). Aber wer würde nicht darüber nachdenken, nach einer schlechten Erfahrung zukünftig einen Alternativweg zu beschreiten? Noch dazu, wenn man bei seiner Suche viele andere Personen mit vielen Parallelen in der Lebensgeschichte kennenlernt, die sich hier nun viel wohler fühlen, ein Gruppengefühl aufbauen und sich gegenseitig stützen und aufmuntern. Das würde vermutlich auch mich in meiner Entscheidung zur Kehrtwende bestärken. Und ich kann daran auch nichts Schlechtes finden. Aber gerade weil ich mir doch dabei viele Gedanken mache um bewusst Entscheidungen treffen zu können, würde ich dann über eben jene Ungereimtheiten stolpern. Und dann komme ich doch wieder ins Grübeln. Vielleicht bin ich ja aber auch der einzige hier, dem das so geht.

Daher möchte ich gerne nochmals anfragen, ob es hier in diesem Form jemanden gibt, der mir die tatsächliche Wirkungsweise erklären kann oder wenigstens eine Idee hat, wie es eventuell sein könnte. Wenn also nun der verunsicherte und geschädigte aber immer noch kluge Patient ankommt und nach einer solchen Erklärung der Wirkungsweise der Behandlung fragt, wie lautet darauf die Antwort? Oder wurde so eine Frage noch nie von Patienten gestellt? Aber auch in dem Fall fände ich des Rätsels Lösung spannend.

Viele Grüße
?!
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Krümel am 10. September 2015, 13:35:46
Laß es mich mal so versuchen:
Geschädigte haben, bevor sie geschädigt wurden, auf Schulmedizin gesetzt und ihr vertraut, weil sie als wissenschaftlich und sicher verkauft wurde. Wie sich dann heraus stellte, ist im Grunde nichts sicher und auch wenn man meint, man wisse wie es läuft, so wissen wir im Grunde noch fast gar nichts. Es gibt zig Theorien und Forschungen, aber wie man immer wieder merkt, ist der Mensch ein zu komplexes Wesen, um alles zu verallgemeinern. Und so macht sich der Geschädigte, weil es Antrieb eines Jeden ist gesund sei zu wollen, auf den Weg und probiert aus, was ihm nach dem Schaden helfen kann. Und auf diesem Weg sammelt man eigene Erfahrungen, manchen hilft dies, anderen was anderes und alle sind dankbar, dass es viele Wege gibt, wenigstens etwas Lebensqualität zurück zu gewinnen, mit was für Methoden auch immer. Wissenschaft ist da weniger gefragt, denn unterm Strich zählt, was die Situation verbessert, nicht was Studien sagen, die unter Umständen unvollständig sind, oder gar gefälscht.
Ich weiß nicht, ob Du das als "Gesunder" verstehen kannst, aber Wissenschaft ist nicht alles im Leben, wie manche erfahren durften. Es ist egal, ob es zu manchen Methoden Studien und Wirksamkeitsnachweise gibt oder nicht, da jede Methode bei jedem anders aufgenommen wird. Für mache passt es, für andere nicht.
Ich weiß, dass Homöopathie wirkt. Kannst selbst ein Versuch machen. Mit Pflanzen. Selbe Pflanze 4 Töpfe, alle selbe Krankheit, die einen gießt Du mit normalem Wasser, die anderen mit den passenden Globuli. Die Globuli-Wasser-Pflanzen wurden gesund, die andern 2 Töpfe nur mit Wasser gingen ein. Pflanzen, so behaupte ich, kann man nicht auf der psychischen Ebene mit Placebos heilen. Kann ich wissenschaftlich etwas nachweisen? Nein. Interessiert oder stört es mich? Nein. Ändert es etwas an dem Ergebnis, dass es funktioniert? Nein. Also brauch ich wissenschaftliche Nachweise nicht. So einfach ist das.
 
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: ?! am 10. September 2015, 14:18:46
Hallo Krümel,

vielen Dank für die Antwort. Ich kann diese Sicht auf die Dinge in gewissen Grenzen sogar nachvollziehen (auch wenn ich sie selbst so nicht teile bzw. sie mich nicht ausreichend zufriedenstellt - aber das muss sie ja auch gar nicht).

Auch wenn das hier das Ich-stell-mich-mal-vor-Forum ist, darf ich vielleicht noch mit einer - vorerst - letzten Frage anknüpfen:

Einmal entwas Abseits vom Problem der Impfungen:
Wie verhält es sich mit akuten schweren (vermeintlich lebensbedrohlichen?) Erkrankungen. Ist in solchen Fällen eine (Teil-)Rückkehr zur Schulmedizin dann doch wieder denkbar (in manchen Beiträgen hier im Forum klang es für mich danach)? Macht es bei der Entscheidung darüber einen Unterschied, ob man selbst erkrankt oder z.B. die eigenen Kinder? Darf sich hier Staat/Gesetz/Schulmedizin ggf. über den Wunsch und Willen von Eltern hinwegsetzten?

Bei Zustimmung durch Erziehungsberechtigte sind Antworten zur Behandlung oft einfach; bei Bagatellproblemen in der Regel ebenfalls. Aber dann ergeben sich da durchaus manchmal in Notaufnahmen schwere Konflikte. Wie sollte man z.B. verfahren bei einer Ablehnung von notwendigen Bluttransfusionen für ein Kind durch die Eltern aus religiöser/weltanschaulicher Überzeugung? Wie steht ist mit einer passiven Immunisierung bei einem Kind von Impfgegener z.B. bei Tollwutrisiko nach Tierbiss?

Die Eltern vertrauen und fordern Alternatimedizin. Der Arzt aber sieht eine akute Gefährdung für Leib und Leben.
Was nun?
Da würde mich auch einmal ein Meinungsbild interessieren.

Im Übrigen bin in ich in den nächsten Tagen nicht im Netz. Wenn ich also auf Fragen nicht unmittelbar antworte, bitte ich dies nicht als Unhöflichkeit aufzufassen.

Liebe Grüße
?!
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Krümel am 10. September 2015, 15:16:22
Was sind das für schräge Fragen in einem Impfschadenforum? Das kann man gar nicht beantworten, weil jeder für sich selbst nur sprechen kann.
Ich für mich kann sagen, dass ich viele Ärzte für paranoid halte, was die "Gefährdung" angeht. Was soll diese Panikmache auch in Bezug auf Impfungen. Macht Euch das alles solche große Angst, weil ihr im Studium nicht mehr lernt, wie man das früher behandelt hat sondern stattdessen nun pharmazeutischer Unterricht statt findet? Ich war neulich mit einem meiner Kinder im Krankenhaus zur Behandlung. Der Arzt war fleißig damit beschäftigt viel in den Rechner zu tippen, wenig mir zuzuhören und zum Schluss hat er in einem kleinen Pocket-Heft für Arzneimittel nachgeschaut, was er meinem Kind verschreibt. Tolle Medizin! Großartig. Und voll am Ziel vorbei, denn hätte er mir zugehört, würde er wissen, dass mein Kind keine Säfte mag und hätte Tabletten bzw. Kapseln aufgeschrieben. Es kommt nicht selten der Eindruck, Ärzte könnten nur noch Fiebersenker, Cortison, Antibiotika, Antihistaminika und Schmerzmittel in der Kinderheilkunde aufschreiben. Die Palette dazwischen hat kaum einer mehr drauf.

Ganz klar kann ich Deine Frage nach der Einmischung in die elterlichen Entscheidungen beantworten. NEIN, der Gesetzgeber darf sich hier nicht einmischen! Bevormundung vom Staat wo keine Not vorliegt, ist total am Ziel vorbei. Das käme einer Entmündigung der Eltern gleich. Würdest DU gern entmündigt werden, weil jemand eine andere Vorstellung von Behandlung hat und meint, nur seine wäre richtig und deshalb muß Du Dich dem jetzt beugen?? Da würdest Du sicher auch auf die Barrikaden gehen.

MEINE Meinung ist hier klar positioniert: NIEMAND ausser MIR entscheidet über meinen Körper, denn nur ich muß damit leben. Das steht niemandem zu.
Ärzte sollten mal wieder auf den Boden zurück kommen. Wer sind sie, dass sie über mich verfügen können, wie es ihnen paßt?
Und das betrifft auch mein Kind. Ärzte haben Aufklärungsrechte aber die Selbstbestimmung liegt beim Patienten und das sollte auch unangetastet sein. Dabei ist es egal ob Kind oder Erwachsener. Auch wenn es manchen Ärzten nicht paßt, wie der Patient sich entscheidet. Da sollte er so realistisch sein und zugeben, dass es jedem seine Entscheidung ist.

Und noch was: Ich kenne keinen, der Reanimation oder Notfallmedizin verweigert. Man sollte doch das gesunde Maß im Auge behalten und wissen, wo Grenzen sind. Vielleicht hat mich Deine Frage deshalb so irritiert. Bloß, weil man alternative Medizin bevorzugt, heißt das doch nicht, dass man Notfallmedizin ausschließt.

Zu Deiner Frage:
Wie sollte man z.B. verfahren bei einer Ablehnung von notwendigen Bluttransfusionen für ein Kind durch die Eltern aus religiöser/weltanschaulicher Überzeugung?
Wie wäre es mit AKZEPTANZ??? Die scheint mir bei Ärzten auch abhanden gekommen zu sein. Zählt immer nur ihre Meinung und nur sie haben recht und das schlimmste, sie haben sich das so lange eingeredet, dass sie es selbst schon glauben, dass es kein anderen Weg als den ihren gibt.

Und das hier von Dir:
Die Eltern vertrauen und fordern Alternatimedizin. Der Arzt aber sieht eine akute Gefährdung für Leib und Leben.
Was nun?
Dazu kann ich nur sagen, tolles Beispiel, da ist es wieder, dieses Verkaufen von Sicherheit, die es in Wirklichkeit nicht geben kann. Der Arzt kann ja seine Einschätzung sagen und wie sich der Patient entscheidet, ist ihm selbst überlassen und der Arzt muß lernen das zu akzeptieren und den Fall als erledigt ansehen. Denn wenn der Arzt nur etwas anbieten kann, was der Patient ablehnt, muß der Patient weiter suchen nach einer Möglichkeit, die er für die für ihn passende hält. Warum haben die Ärzte da so ein großes Problem des Selbstbestimmungsrechtes? Verstehe ich nicht.

Auch das Thema Tierbiss, Tollwut, oder Verletzung und passive Tetanusimpfung... meine Meinung dazu ist: schön, dass es sie gibt und wer sich damit sicher fühlt, sich spritzen zu lassen, soll es machen. Aber es darf dazu niemand gezwungen werden. Denn wie wir hier schon mehrfach festgestellt haben, kann NIEMAND, auch kein Arzt aufgrund von fehlender transparenter Studien das Risiko abschätzen, ob der Patient ein Schaden durch die Impfbegleitstoffe oder durch die Erkrankung selbst erleiden kann. Der Arzt ist somit genau so im Ungewissen, was besser für den Patienten ist und sollte sich mit Entmündigung zurück nehmen. Nur weil er das Risiko der Erkrankung nicht tragen kann / will, bedeutet das nicht automatisch, dass der Patient es auch nicht tragen will. Das muß man respektieren.
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Krümel am 11. September 2015, 05:21:15
Moin, bevor ich gut ausgeschlafen in den neuen Tag starte, muß ich noch was hier los werden:

Wo willst Du denn die Grenze ziehen, bei der "ärztlichen Bestimmung über Patienten"? Ärzte können im Grunde überall in jedem Patienten etwas finden, was sie als lebensgefährlich erachten. Wo willst Du den Punkt setzen? Jeden Alkoholiker zwangseinweisen lassen, weil er seine Leber schädigt? Jedem Kettenraucher die Lippen zunähen und ne Magensonde legen, damit er nicht mehr Rauchen kann aber trotzdem ernährt wird? Wie viele Menschen sind überhaupt erst in Gefahr durch die Ärzte, weil sie tablettenabhängig geworden sind. Und was ist mit Eltern, die ihren Kindern kein Fleisch anbieten, weil sie überzeugte Vegetarier sind? Willst Du die auch vom Staat dazu zwingen, dass ihre Kinder Fleisch essen müssen weil Ärzte eine andere Ernährung empfehlen?
Was sagen will, jedem gehört nur sein Leben, nicht das des anderen. Und jeder kann selbst entscheiden, was er damit macht und wie er es macht. Alles andere ist übergriffig und steht Dir nicht zu.
Wenn Patienten zu Ärzten kommen und sie um Rat fragen, können die IHRE Meinung sagen, aber ein Recht auf Umsetzung haben sie nicht.
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: holzwuermle am 11. September 2015, 08:33:29
Von meiner Seite aus gibt es dazu eine klare Meinung:
Der Arzt muss beraten! aber dann ist es auch schon beendet. ENTSCHEIDEN müssen die Eltern oder die betroffene Person selbst.

Egal ob du einen Zeugen Jehova, Muslimen, Menonit, Vegetarier, Neuapostel, Evangelikalen oder Katholischen Menschen vor dir sitzt.

Die Folgen, egal welcher Art hat immer der betroffene Patient zu tragen. Das kann und will auch kein Arzt übernehmen.
Denn sonst gäbe es ja auch keine Diskussion über die Schäden, dann müsste die Schulmedizin sie ja anerkennen und tragen.

Danke Krümel, für die "Blumen"  :hug:
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: ?! am 11. September 2015, 10:55:30
Hallo Krümel & holzwuermle,

vielen Dank für die Antworten und die klare Positionierung hier. Da ich danach gefragt wurde wo ich die Grenze ziehen würde, will ich hier gerne auch meinen Standpunkt vorstellen:

Für mündige erwachsene Patienten kann es aus meiner Sicht nur eine Antwort geben: Jeder soll tun und lassen, was er möchte. Eine medizinische Beratung (nach bestem Wissen und Gewissen des Arztes) halte ich für sinnvoll. Aber die Entscheidung für oder gegen Maßnahmen trifft einzig und allein der Patient. Ich möchte auch nicht bevormundet werden. Die Entscheidung über Rauchen, Trinken, fettiges Essen, Sport, Tätowierung, Piercing, Operationen, Medikamente, Impfungen, ... (man könnte diese Liste vermutlich noch lange fortsetzen) obliegt also stets der mündigen Person.

Viel, viel schwieriger wird es, wenn die Interessen Dritter (z.B. Kinder oder anderer Schutzbefohlener) berührt werden. Da gibt es aus meiner Sicht eine breite Grauzone, in der sich die Ansichten von Schulmedizin und Alternativmedizin zwar voneinander unterscheiden aber dieser Unterschied nicht wirklich relevant ist. Dazu ein Beispiel aus dem persönlichen Umfeld: Prellt sich z.B. ein Kind beim Sport den Arm und die Eltern wollen nicht, dass ein Kühlpack aufgelegt wird (von dem ich denke, dass es den Schmerz des Kindes schnell lindern würde), weil sonst die homöopathischen Rescue-Tropfen nicht mehr richtig wirken können, erscheint mir das alles in allem denoch unkritisch. Gibt es jedoch Grund zu der Annahme einer Verletzung der Gelenkfläche oder eines Knochenbruches und die Eltern verweigern Diagnostik und ggf. die schulmedizinische Behandlung, dann grenzt das aus meiner Sicht an eine Vernachlässigung der elterlichen Fürsorge (auch wenn sie aus gutem Glauben geschieht), weil in diesem Fall bei einer verzögerten oder gar vollständig unterlassenen Versorung langfristische Schäden zu erwarten sind. Spätestens bei mutmaßlich akuter vitaler Gefährung ist für mich eine notfallmedizinische Versorgung nach dem aktuellen Stand der Möglichkeiten nicht mehr verhandelbar. Hier würde ich tatsächlich, wenn denn erforderlich, alle Register ziehen, die mir der Staat zur Verfügung stellt - bis hin zum zeitweisen Entzug der elterlichen medizinische Sorge - und auch einen sich daran anschließenden Rechtsstreit nicht scheuen, den es mit großer Sicherheit geben wird.

Ungeachtet unserer unterschiedlichen Positionen wünsche allen hier ein ganz schönes Wochenende.
Und ich möchte auch einmal kurz die Gelegenheit nutzen, mich für den Meinungsaustausch auf dieser angenehm sachlichen Ebene zu bedanken. So etwas ist nicht selbstverständlich und spricht stark für die Qualität dieses Forums.

Viele Grüße
?!
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Krümel am 11. September 2015, 11:41:54
Den Fall welchen Du beschreibst kenne ich nicht. Ich kenne keinen, der die Diagnostik verweigert. Konflikte gibt es häufig nur bei der Art der Behandlung. Und über Geschmack läßt sich bekanntlich streiten. Deinem Text ist zu entnehmen, dass Du NICHT in der Lage bist, andere Sichtweisen zu akzeptieren und nur DEINE Meinung und Einschätzung für die richtige hältst. Genau das ist es, was ich an Schulmedizinern hochnäsig und übergriffig finde. Jeder sollte seine Grenzen kennen, auch DU. Obwohl ich Dir immer noch nicht glaube, dass Du wirklich Arzt bist.
Die sollten stets das Wohl ihres Patienten im Auge behalten und Verhältnismäßigkeit bewahren. Was meinst Du, welchen Schaden diese kleine Kind bekommt, wenn man den Eltern das Sorgerecht entzieht und es in eine andere Familie gibt, nur weil Du es anders behandeln würdest. Ich meine, dass die Familie und insbesondere das Kind dadurch nur mehr Schaden nimmt. Und meinst Du nicht auch, dass solche Familie sich bei einer neuen Verletzung ein anderes Mal nach diesen Erlebnissen überhaupt noch zu Ärzten geht? Kopfschüttel, ich kann Deine Argumente nicht nachvollziehen.

Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: ?! am 11. September 2015, 13:25:37
Hallo Krümel,

zunächst einmal freut es mich natürlich zu lesen, dass in Ihrem Bekanntenkreis offensichtlich die Bereitschaft zur Diagnostik gegeben ist. Die Notaufnahme unseres Klinikums kennt da leider aber eben auch einige gegensätzlich gelagerte Fälle. Zum Glück nicht oft, dann aber wirklich für alle Beteiligten in vielerlei Hinsicht ziemlich problematisch.

Zudem doch noch vor dem Wochenende kurz eine Klarstellung, weil ich mich da möglicherweise unverständlich ausgedrückt habe:

Der Entzug der elterlichen Sorge in medizinischen Fragen ist keinesweg zwangsläufig an den vollständigen Entzug des Kindes aus der Familie geknüpft (das wäre in der Tat in den allermeisten Fällen aus den von Ihnen genannten Gründen hochgradig kontraproduktiv für dessen Entwicklung und Genesung). Stattdessen werden hier nur - ggf. eben auch gegen den Willen der Eltern - für einen bestimmten Zeitraum ausgewählte medizinische Maßnahmen hoher Dringlichkeit durchgeführt. Steht dann zu erwarten, dass auch zukünftig kein Kontakt zum Arzt aufgenommen wird, obwohl dies als unbedingt erforderlich angesehen wird, übernimmt in der Regel das Jugendamt hier eine Kontrollfunktion, d.h. das Kind wohnt nach wie vor daheim, wir nur in regelmäßigen Abständen kurz besucht um sicherzustellen, dass es ihm gut geht.

Einmal mehr beste Grüße allseits
?!
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Krümel am 11. September 2015, 18:26:52
Na Du kennst Dich ja gut damit aus  :blink: schon mal durchgezogen???
Ich bleib dabei. Das Verhalten find ich unmöglich und übergrifflich. Ärzte müssen nicht alles durchdrücken, was man machen kann. Ich stell mir da grad mal ein Frühchen vor, was nur mit größter Anstrengung überhaupt am Leben ist, an Maschinen angeschlossen und es ist klar, das wird, sofern es überhaupt die ersten Monate schafft, ein schweren bleibenden Schaden haben und nun nehmen wir mal an, es kommt zu Zwischenfällen, die Nieren versagen plötzlich und die Eltern wollen keine weiteren Maßnahmen an ihrem Kind, weil sie sehen, wie es sich quält. Der Arzt aber vertritt die Auffassung, da kann man ein Shunt legen und an die Dialyse anschließen. Denn das würde das Leiden ja verbessern, jedenfalls was das Nierenversagen angeht. Und Du würdest dann den Eltern das Erziehungsrecht im medizinischen Sinne weg nehmen?
Wer sind Ärzte, die meinen, Gott spielen zu können? Man kann nicht immer wissen, eigentlich sogar selten wissen, was das Richtige ist und letztlich muß die Familie mit den Folgen leben. Das ist leichter zu ertragen, wenn man selbst entscheiden kann, da man dann auch keinem anderen einen Vorwurf machen kann. Ich kann z. B. leichter damit leben, wenn etwas im Leben von alleine passiert als wenn man mir etwas antut und ich dann drunter leide.

Wenn man medizinisch alles machen muß, was man kann, verliert man glaub ich Einfühlungsvermögen und vor allem Respekt vor der Meinung anderer. Ich verstehe nicht, wieso Ärzte mehr zu sagen haben, als die Eltern, die das Kind gezeugt und geboren haben und sich selbstverständlich liebevoll um das Kind kümmern und Ärzte aufsuchen, wenn es etwas hat. Aber dass sie dann nach der Diagnostik eine andere Meinung als der Arzt haben und der sie kurzerhand "entmachtet" das find ich skandalös. Der Vertrauensbruch in Arzt /Patient bzw. Eltern ist vorprogrammiert.
10 Mediziner, 10 andere Diagnosen / Behandlungen.
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: ?! am 11. September 2015, 22:07:25
Hallo Krümel,

nein, ich selbst habe solche Maßnahmen noch nie initiiert. Das trifft primär die Kolleginnen und Kollegen der Notfallmedizin bzw. auf der Intensivstation. Infektionsmediziner sind da nicht der regelhafte Ansprechpartner.

Was nun das Beispiel aus der Neonatologie angeht (die bei uns auch nur konsiliarisch bei Infektionsproblemen mitbetreut wird): Es ist unglaublich schwierig den langfristigen Verlauf eines Frühgeborenen abzuschätzen. In meiner eigenen Verwandtschaft haben wir übrigens ein Kind, geboren in der 28. Schwangerschaftswoche, dann einige Kompilationen, inzwischen Teenager und zum Glück kerngesund.

Aber natürlich gibt es auch kleine (und große) Patienten, deren Zustand man beim besten Willen nur noch als hoffnungslos ansehen kann. Kein mir bekannter Kollege würde hier gegen den Willen des Patienten – sofern denn bekannt, – oder von Angehörigen Maximalmaßnahmen ergreifen. Ich bin wöchentlich bei den Visiten (in der Erwachsenenmedizin) auf der Intensivstation zugegen, wenn solche tragischen Verläufe vorgestellt werden.

Das Gegenteil ist übrigens viel häufiger im Stationsalltag: Es steht katastrophal schlecht, aber die Eltern/Partner können einfach nicht loslassen. Das ist auch nicht einfach …
Ich jedenfalls würde mich im Fall einer schweren Erkrankung diesen mir bekannten Kollegen blind anvertrauen und darauf hoffen, dass auch meine Frau sich von deren Expertise führen lässt. Vielleicht gibt es ja Ärzte, die sich in dem maximal Machbaren selbst verwirklichen wollen. Das halte auch ich für untragbar. Ich kenne jedoch keinen solchen.

Im Übrigen denke ich, dass meine Vorstellung mittlerweile abgeschlossen ist. Wir können uns selbstverständlich gerne weiter austauschen, wenn Sie das möchten. Dafür schlage ich dann aber einen eigenen Thread vor.

Ich wünsche eine geruhsame Nacht und ein schönes Wochenende
?!
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Krümel am 13. September 2015, 13:42:52
http://www.welt.de/wirtschaft/article146340254/Jeder-fuenfte-Arzt-ist-eine-Gefahr-fuer-Patienten.html

sagt alles.
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: ?! am 13. September 2015, 22:38:18
Hallo Krümel,

aber natürlich ereignen sich viele Fehler bei ärztlichen Maßnahmen. Das wird auch kaum jemand bestreiten. Je verdichteter die Aufgaben umso häufiger geht auch was schief. Die Lösung könnte lauten: Personal verdoppeln, die Arbeitslast verteilen und das Risiko dadurch vermindern. Das wäre total prima; nur würden damit auch die Krankenkassenbeiträge entsprechend steigen ... Kann man alles machen, die Bevölkerung muss es nur wollen. Im Augenblick erscheint mir das jedoch nicht mehrheitsfähig. Vielleicht täusche ich mich da aber auch.

Zum Glück sind die meisten formalen Behandlungsfehler (>90%) in ihrer Konsequenz übrigens nicht relevant sondern bleiben stattdessen völlig folgenlos. Das wiederum findet sich leider nicht einmal im vermeintlich seriös-investigativen Journalismus wieder. Relativierende Argumente verschaffen nämlich keine hohe Auflage. Machen Sie mal ein Zeitungsinterview und vergleichen Sie dann dem publizierten Text mit der getätigten Aussagen. Sie werden stauen ... Ich rate daher immer dazu, die Inhalte von Druckerzeugnissen kritisch zu hinterfragen (siehe auch die passende Signatur dazu von holzwuermle).

Dass aber ungeachtet dessen Raum und Bedarf für Verbesserung vorhanden ist, steht doch völlig außer Frage. Da sind die Mediziner nicht weniger Mensch als andere Berufsgruppen auch. Unterstützung durch Forderungen der Patienten sind also herzlich gern gesehen und vernommen.

Einen schönen Sonntag noch allseits wünscht
?!
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: holzwuermle am 14. September 2015, 06:50:36
ehrlich ?!, dein Argumente hören sich  mehr nach politischer PR-Abteilung an.

und meine Signatur drückt aus das man mit allen Infos achtsam umgehen muss. Gerade auch hier im Netz, wenn man sich nicht direkt gegenüber steht.
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: ?! am 14. September 2015, 07:39:25
Hallo holzwurmle,

ich stimme Ihnen gerne zu was den kritischen Umgang mit im Netz gestreuter Information angeht. Das betrifft Forenbeiträge genauso wie Links zu Zeitungsartikeln oder anderen Seiten völlig unklarer Seriosität. Außerdem neigen viele Menschen dazu, Informationen, die gut in ihr Weltbild passen, leichter als wahr anzuerkennen. Es wäre ja erstaunlich, wenn durch Zufall alle Zeitungsbeiträge mit mir genehmem Inhalt stets richtig und vollständig recherchiert sind, aber einseitige Information liefern, sobald ich anderer Meinung bin.

Was nun den von Krümel - praktisch kommentarlos - verlinkten Beitrag angeht:
Geschehen Fehler in der Medizin? Aber sicher! Jeden Tag, und jeder Fehler ist einer zu viel.
Entsteht aus jedem Fehler eine Katastrophe? Nein, zum Glück nicht (das habe ich im Artikel ein wenig vermisst und darum darauf hingewiesen).
Ist Überlastung ein häufiger Grund für Fehler? Ja, zweifelsohne!
Wäre dann nicht Entlastung durch mehr Personal (gerne Ärzte und Pflege) ganz hilfreich?

Wenn Sie hier eine andere - und am besten auch viel günstigere - Lösung anbieten können, sollte mich das sehr freuen. Ich sehe leider keine. In diesem Forum habe ich aber auch schon lesen können, dass Gesundheit wichtiger bewertet wird als Geld. Diese Einschätzung stimmt mich dann wieder zuversichtlich.

Ein weiteres Mal möchte ich nun anmerken, dass wir uns hier immer weiter off topic bewegen. Weder geht es noch um die Vorstellung meiner Person, noch dreht es sich um Impfschäden. Ich schätze aber den freundlichen Austausch hier sehr. Gerne können wir ihn in einem neuen Thread fortführen. Den Moderator bitte ich daher darum, diesen Thread um der klareren Struktur des Forums willen zu schließen.

Mit den besten Grüßen
?!
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Krümel am 14. September 2015, 08:33:20
Naja, das glaub ich nicht so recht, dass durch mehr Ärzte höhere Kosten entstehen, denn die Behandlungsfälle bleiben die gleiche Anzahl. Der Kuchen muß nur durch mehr Ärzte verteilt werden, im Schnitt verdient ein Arzt dann weniger, wenn er weniger Leute behandelt. Warum sollten dann die Kassenbeiträge steigen?
Was das Off Topic angeht, so weiß ich nicht, was ich mit Dir noch hier unter anderen Themen besprechen sollte?! Daher nutz ich diesen Thread mit Dir.
Dafür, dass Du viele Fragen hattest und Meinungen hören wolltest, reichen wir aber recht wenige Meinungen (waren es 2 oder 3?) aus, wenn Du jetzt darum bittest, Dein Thema zu schließen. Das wundert mich.

Auch find ich es merkwürdig, dass Du ankündigst, vorerst nicht im Forum zu sein und es sogar im voraus entschuldigst, dann aber doch postest.

Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: ?! am 14. September 2015, 10:28:54
Hallo Krümel,

in der Tat diskutieren hier auffällig wenige Personen mit ... da weiß ich aber auch nicht, wie man hier Leute aktivieren kann. Vielleicht gelingt Ihnen das ja?

Da Sie offensichtlich Interesse am Thema habe (ich finde es auch sehr wichtig), hab ich einmal Ihren Link dazu als Ausgangspunkt eines neuen Threads im Bereich "Sonstiges" genommen. Aus meiner Sicht lässt es sich nirgendwo anders passend eingruppieren.

Ich freue mich auf den weiteren Gedankenaustausch mit Ihnen und gerne auch mit vielen weiteren Interessierten. Daher nutze ich derzeit auch kleine Pausen, um hier immer wieder mal vorbeizuschauen. Wie aber bereits angekündigt, kann es auch mal über ein paar Tage nicht möglich werden - das bringt der Job nun mal so mit sich. Umso mehr Zeit und Gelegenheit für neue Meinungen von anderen.

Herzliche Grüße
?!
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Liesa am 14. September 2015, 13:44:21
Sorry, ich empfand den Vorstellungs-Thread als eine gewisse "Hemmschwelle".

Liesa
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: philadelphia am 15. September 2015, 18:12:51
?!
Haben Sie evtl. Daten darüber, wie oft schon gegen einen Arzt ein Bußgeld verhängt wurde, weil er die eigentlich vorgeschriebene und bußgeldbewehrte Meldepflicht einer über das normale Maß hinausgehende Impfnebenwirkung nicht erstattet hat?? Es wird geschätzt, dass nur etwa 5 - 10 % meldepflichtiger Impfnebenwirkungen tatsächlich auch gemeldet werden, 90 % werden demnach unter den Teppich gekehrt. Nur weil kaum ein Impfschaden gemeldet und wenn gemeldet dann nicht anerkannt wird heißt dies noch lange nicht, dass es Impfschäden nicht öfter gibt als in den Veröffentlichungen steht. So lange nicht wirklich alle Meldungen erstattet werden, wird man nicht feststellen können, ob Impfungen tatsächlich schützen (bei der Bezeichnung "Schutzimpfung" gehen wir Patienten von einem Schutz aus, einen 100 %igen Schutz gibt es aber nicht) und nicht eher schaden.

Meine Mutter ist ca. 5 Wochen nach der Grippeschutzimpfung (wird für ältere Personen ausdrücklich ständig empfohlen) und der dann eine Woche später verabreichten Tetanusimpfung im Krankenhaus verstorben. Keiner der zahlreichen Ärzte hat nur einen Gedanken an die Impfungen verschwendet, die aufgetretenen neuen Beschwerden hat man lediglich mit Tabletten, Infusionen, Beatmung mit Maske auf der Intensivstation, Spritzen usw. usw. bekämpft und dann war schnell ausgekämpft. Eine Meldung hat trotz meinem Hinweis kein Arzt erstattet.....

Die wegen Osteoporose verordneten Bisphosphonate wurden auch weiter verabreicht und auch bei denen hat man weder die Einnahmevorschriften noch die Nebenwirkungen gewusst. Denn hätten die Mediziner diese gewusst, dann hätten sie diese auch nicht weiter verabreichen dürften bzw. hätten vorsätzlich geschlampt (bettlägerig, Schmerzen hinter dem Brustbein, Atemnot, frische Knochenbrüche, Durchfall, usw. usw.). Und wenn schon diese in der Fachinformation ganz klar beschriebenen Vorsichtsmaßnahmen den Medizinern in einem Krankenhaus nicht bekannt sind, obwohl Bisphosphonate in einem Krankenhaus in der Krebstherapie tagtäglich verabreicht werden, dann glaube ich dass die Mediziner bezüglich Impfungen sowieso nicht groß nachdenken brauchen, weil die Impfungen doch von der STIKO empfohlen sind und Impfnebenwirkungen lt. den Veröffentlichungen so oft wie nie auftreten.

Die neue Grippeschutzimpfungsaison ist angebrochen. Heute ist schon der erste "Aufruf" von Experten zu mehr Grippeimpfungen in unserer Tageszeitung. - Hatte nicht letztes Jahr die Impfung oft keine Wirkung oder sind evtl. gar wegen der Impfung viele Patienten erkrankt und die Ärzte hatten somit eine sichere Einkommensquelle? Können Sie mir mitteilen, wie viele an Grippe erkrankten (evtl. sogar verstorbenen) Personen geimpft bzw. nicht geimpft waren? Interessant wäre auch, ob sich denn diese Experten impfen lassen. Von den Ärzten sind es angeblich nicht zu viele, welche sich diese Grippeimpfung spritzen, obwohl doch die wahrscheinlich schon mit vielen Bürgern Kontakt haben.  Der dumme Patient soll sich das Zeugs doch spritzen lassen, damit das Geschäft läuft.

  :spritze: :dash:


 
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: ?! am 15. September 2015, 22:24:41
Hallo philadelphia,

zum Verlust Ihrer Mutter zunächst mein Beileid – unabhängig davon, welcher Umstand hier letztlich ursächlich gewesen sein mag (das kann ich unmöglich beurteilen und bewerten, denn der Krankheitsverlauf ist offensichtlich sehr komplex gewesen).

Nun zu Ihren Fragen was die Influenza-Impfung betrifft:

Nein, ich habe keinerlei Daten zur Anzahl der Verfahren bzw. Bußgeldern gegen Ärzte wegen des Versäumnisses, den Verdacht einer Impfkomplikation bzw. eines Impfschadens zu melden. Nach meiner Einschätzung dürfte es sich dabei um Raritäten handeln. Das beweist im Umkehrschluss natürlich nicht, dass es keine solchen Versäumnisse gegeben hat. Mit großer Sicherheit werden hier viele potentielle Verdachtsfälle übersehen (die ihrerseits natürlich wiederum aber vermutlich auch nicht allesamt als tatsächliche Fälle bestätigt worden wären). Die von Ihnen genannte Schätzung der Dunkelziffer auf den Faktor 10 mag durchaus stimmen. Verlässliche Surveillance-Daten dazu gibt es meines Wissens aber ebenfalls nicht. Außerdem werden die Begriffe „Impfnebenwirkung“,  „Impfkomplikation“ und „Impfschaden“ auch gerne einem bunt durcheinandergeworfen oder zumindest unscharf benutzt. Das verwässert Datensätze ebenfalls leicht und macht Ergebnisse schwer vergleichbar.

Daten zur sogenannten „Übersterblichkeit“ wenn sich Grippeinfektionen häufen, sind zumindest in mathematischen Modellen – mit, wie ich finde, akzeptabler Genauigkeit – erhoben worden [http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2015/Ausgaben/03_15.pdf]. Die Effektivität der Impfung ist damit jedoch nicht ausreichend untersucht. Zutreffend ist sicherlich, dass die Verlässlichkeit des Impfschutzes insbesondere in der letzten Saison sehr niedrig war [Darvishian et al. Effectiveness of seasonal influenza vaccine in community-dwelling elderly people: a meta-analysis of test-negative design case-control studies. http://dx.doi.org/10.1016/S1473-3099(14)70960-0].  Ob man das Ergebnis dennoch für akzeptabel hält oder nicht, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.

Die Impfraten unter Mitarbeitern in Krankenhäusern in Deutschland liegen nach Auskünften der betriebsärztlichen Dienste, die diese Impfung im Winter ja kostenlos anbieten, regelhaft im Bereich von 20 bis max. 30% [Wicker et al. Influenza vaccination rates in Hessian hospitals. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2012 Aug;55(8):932-6. doi: 10.1007/s00103-012-1510-7]. Das mag die tatsächliche Durchimpfungsrate des Personals vielleicht etwas unterschätzen, weil die durch Hausärzte der Mitarbeiter verabreichten Impfungen damit nicht erfasst werden, doch der überwiegende Teil der Mitarbeiter bleibt hier – trotz eindeutiger Empfehlung der STIKO – sicherlich ungeimpft. Spannend wäre hier aus epidemiologischer Sicht (Übertragungsrisiko von/auf Patienten) eine Differenzierung zwischen Personal mit und ohne Patientenkontakt; da gibt es aber bestenfalls nur Untersuchungen mit ganz kleinen Kollektiven. Außerdem sind die Gründe für diese relativ niedrigen Impfraten noch nicht abschließend geklärt; zum Teil mag dies durch Zweifel an der Wirksamkeit bzw. Sorge vor Nebenwirkungen begründet sein – es gibt aber auch Berichte von Kampagnen in Krankenhäusern („Werbeaktionen“), durch die sich die Akzeptanz für empfohlene Maßnahmen deutlich erhöht hat, wie z.B. für die Händedesinfektion aber eben auch die Grippeschutzimpfung. Ich schließe daraus, dass auch Unwissen und Bequemlichkeit ihren Beitrag zum bescheidenen Gesamtergebnis beitragen. Wirklich befriedigend ist diese Erkenntnis auch für mich nicht.

Nach meiner eigenen Beobachtung im persönlichen Kollegenkreis steigt die Bereitschaft zur Grippeschutzimpfung, je mehr sich die Mitarbeiter mit Infektionskrankheiten beschäftigen. In unserer eigenen Abteilung mit entsprechendem Schwerpunkt ergibt sich regelmäßig eine Durchimpfungsrate gegen Influenza von >80%. Ich selbst bin seit nunmehr 10 Jahren in Folge gegen die saisonale Grippe geimpft worden, habe bislang jede dieser Impfungen exzellent vertragen und bin mit ganz großer Sicherheit auch nie an einer Grippe erkrankt (ich denke, das wäre mir nicht verborgen geblieben). – Aber vom Einzelfall kann man natürlich immer alles und gleichzeitig gar nichts ableiten ...

Einen schönen Abend noch wünscht Ihnen
?!
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Taira am 01. April 2016, 23:12:40
Hallo ?!,
die Aussage unserer KÄ: „Cortison hilft nur anfangs. Der Körper gewöhnt sich daran. Er wird „süchtig“ und kann dann nicht mehr ohne.“ Des Weiteren haben meine Kids genügend Freunde, die Cortisonsalben benutzen oder Cortison inhalieren. Die Nebenwirkungen habe ich diesbezüglich direkt vor Augen. Die wichtigsten Cortison-Nebenwirkungen sind der Einfluss auf den Stoffwechsel, insbesondere den Zuckerstoffwechsel und den Fettstoffwechsel und die Regulation des Mineralhaushaltes, sowie der Einfluss von Cortison auf den Knochenstoffwechsel (Stichwort: Knochenentkalkung (Osteoporose). Wenn es um lebensbedrohliche Zustände geht, dann bin ich ganz bei ihnen, aber wegen eines atopischen Exems eben nicht.
Ansonsten sind die allseits bekannten Mantren über Cortison hinlänglich bekannt.
Interessant ist aber, dass die Schulmedizin Neurodermitis nicht heilen kann. Das heißt, sie hat gar keine Ahnung über die Ursache. Darum ist auch klar, warum ihnen als Vertreter der organische Zusammenhang unbekannt ist.
Diesbezüglich wäre es gut, dass Sonnenscheinchen selbst google bemüht. Schließlich muss diese Familie schwere Entscheidungen fällen.
Ferner möchte ich sie daran erinnern, dass das hier ein Selbsthilfeforum ist und kein Arzt- oder Anwaltsforum. Ich darf also durchaus meine Erfahrungen zum Besten geben. Und Frau Sonnenscheinchen steht es frei sich zu informieren. Sie ist ja gerade hier, weil sie mal eine andere Meinung als die des Mainstream hören möchte.
Ich würde sie auch bitten, Cortison oder andere ihnen unverständliche Ansichten nicht in diesem Thread (http://www.impfschaden.info/forum/index.php/topic,8341.0.html) zu bestreiten. Dafür haben wir zum Beispiel den: Homöopathie Thread . Frau Sonnenscheinchen muss sich jetzt nicht noch unsere Meinungsverschiedenheiten reinziehen.

Grüßle Taira
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: holzwuermle am 02. April 2016, 06:10:01
Hallo ?!,
die Lebensqualität die Kollege ihres Standes für Menschen bereit halten ist sehr beschränkte, zum einen in der Weitsicht zum anderen im Verständnis.
Nein sie müssen darauf nicht antworten, ich verzichte gerne auf ein Erklärung!

Das zeigt sich sehr schön wie sie hier Menschen belehren die Sorgen haben.

MfG
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: ?! am 02. April 2016, 19:11:17
Hallo Taira,

aber natürlich steht es Ihnen frei, Ihre persönlichen Ansichten und Erfahrungen zu schildern. Davon lebt schließlich der Austausch in einem Selbsthilfeforum. Genau so steht es in der Diskussion anderen Teilnehmern frei, auf offensichtliche Fehleinschätzungen hinzuweisen, damit akut Betroffenen keine wirksame Therapie vorenthalten wird.

Die Ursachen der Neurodermitis sind tatsächlich nicht vollständig geklärt. Eine familiäre Häufung legt eine genetische Komponente nahe, aber vermutlich ist das als einziger Risikofaktor nicht ausreichend. Was die Frage aufwirft, woher dann andere Gruppierungen den "organischen Zusammenhang" (welchen genau eigentlich) erkannt haben. Klären Sie mich gerne auf. Wenn es sich bestätigt, werden Sie berühmt und reich ...

Eine Diskussion des Thema Cortison im Thread zur Homöopathie erscheint mir inhaltlich völlig fehl am Platz, daher kommentiere ich ihn lieber direkt hier. Was also nun das "Cortison" und seine Abkömmlinge angeht:
Als Hormon unterliegt es einem Regelkreis. Steigt seine Konzentration im Blut, sinkt die Nachproduktion durch den Körper. Wird die Substanz über Jahre in hohen Dosen angewendet, soll das Therapieende daher ausschleichend, also mit sinkender Dosis, erfolgen.
Durch eine rein topische Anwendung (lokal auf der Haut) bekommen Sie das aber nicht hin, denn die systemisch aufgenommen Menge ist für einen Gewöhnungseffekt viel zu gering. Außerdem kann die Behandlung bei Bedarf auch über Wochen und Monate erfolgen, ohne dass es zum örtlichen Wirkungsverlust kommt, denn auf zellulärer Ebene ist ebenfalls keine nennenswerte Gewöhnung zu erwarten. Entweder ist dies Ihrem Kinderarzt nicht bekannt (dann empfiehlt sich ein Fachgespräch mit einem Hautarzt bzw. ein Blick in die aktuelle Literatur: http://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=161077) oder er sollte nochmals den Begriff der "Sucht" nachschlagen.

Einen schönen Abend noch wünscht Ihnen
?!
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Taira am 03. April 2016, 22:58:00
Oh, Korinthenmeister im Dienst. Habe ich mich wohl etwas zu banal ausgedrückt.
Die Hautbarriere verändert sich an der Stelle wo das Cortison aufgetragen wird. Sie wird durchlässiger - ist bestimmt total gesund und normal -
das zieht eine erhöhte Verletzlichkeit und Blutungsneigung mit sich. Des Weiteren können dann Keime leichter eindringen. - Aber das ist ja kein Problem, da das Cortison ja deren Entzündung gleich mit bekämpft, gell? -
Es können sich (bei längerer Anwendung) Streifen (Wachstumsstreifen) bilden, die später verblassen, aber nie mehr verschwinden. Cortison verengt die Blutgefäße in der Haut, der Körper bildet dann neue Äderchen, Netzwerkäderchen (Steroid-Akne) die man dann sehen kann. Gerade im Gesicht geschieht das oft, weil die Hautbarriere dort ohnehin sehr dünn ist. - Sieht toll aus. -
Beim Cortisonschaden ist mit einem Entzugsdelirium zu rechnen. Je länger die Behandlung, desto explosionsartiger die  Verschlimmerung der Hauterscheinungen. - hilft total -
Im Fall von Sonnenscheinchen ist man nicht in 2 Wochen durch. Außerdem ist der gesamte Körper befallen, das heißt, dass Cortison wirkt rasch systemisch (Nebenwirkungen im gesamten Körper).
Cortison begünstigt damit Bluthochdruck, Ödeme, Gewichtszunahme, Magengeschwüre, Unfruchtbarkeit (wohl nur vorübergehend), Wachstumsstörungen bei Kindern, Osteoporose (durch entstehenden Kalziummangel) und durch die Wirkung auf den Zuckerstoffwechsel auch Diabetes mellitus. Außerdem schwächt es das Immunsystem (Infektanfälligkeit steigt). Zusätzlich auftretende Schlafstörungen, Schwindel und Kopfschmerzen sind hingegen eher harmlosere NW.
Das nennt man wohl den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.
Ich weiß, sie werden wieder sagen, dass ja nicht alle NW auf einmal auftreten und nicht bei jedem.
Das macht´s natürlich leichter sich für dieses Produkt zu entscheiden.

Nebenwirkungen Quelle:  http://dgk.de/gesundheit/allergie-haut/neurodermitis/cortison-bei-neurodermitis.html

"Äußerlich angewendetes Cortison kann:
die Haut dünn machen (Hautatrophie);
zu einer erhöhten Gefäßverletzlichkeit (Steroidpurpura) führen;
zu einer sichtbaren Erweiterung der kleinen oberflächlichen Hautgefäße, so genannten Teleangiektasien, führen;
eine Verstärkung des Haarwachstums am Auftragungsort mit sich bringen;
das Fettgewebe und dessen Verteilung verändern oder
dazu führen, dass die Haut schneller zu Infektionen neigt.
Im Gesicht: periorale Dermatitis (typische Hautveränderungen nach längerer Anwendung von Cortison im Gesicht, die nicht von der Neurodermitis her stammen und um den Mund herum lokalisiert sind);
nach dem großflächigen Auftragen von Cortison auf die Haut über längere Zeit kann es tiefer in den Körper eindringen und die Menge des körpereigenen Cortisons erhöhen. Dies hat Auswirkungen auf den ganzen Organismus. Mögliche Folgen sind Gewichtszunahme und Einlagerung von Wasser (Ödeme). "


-

Sie sind ja in dem Forum weil: „Viele Dinge sind mir auch nach Studium und vielen Berufsjahren gar nicht richtig klar. Vielleicht lerne ich ja hier etwas dazu. Mit anderen Selbsthilfegruppen – und als solche betrachte ich ein Forum wie dieses – habe ich diesbezüglich ziemlich gute Erfahrungen gemacht. Dort trifft man häufig formal Laien, in Wahrheit aber regelrechte Experten für die jeweilige Erkrankung. Ich betrachte das hier also als Chance auf einen neuen Blickwinkel. Ich habe viele Fragen, die man mir in früheren Gesprächen bislang nur äußerst schwammig beantworten konnte. Daher bin ich stets an neuen Einschätzungen und Erkenntnissen interessiert.“
Ich empfehle einen Blick in die Literatur von TCM, in welchem der Zusammenhang zwischen Haut und Nieren erörtert wird. Auf zu neuen Ufern!
Hier ein Link zum Heilpraktiker: http://homoeopathisch.de/neurodermitis/
Die Haut ist das Organ der Abgrenzung, des Austausches und der Ausscheidung.
Der Zusammenhang zwischen Haut und Nieren. Wenn die Niere überfordert ist, wird die Haut zu vermehrter Arbeit herangezogen.
Tritt eine Anhäufung von Stoffwechselprodukten im Organismus auf, kann daraufhin auch die Haut mit Reizung reagieren. Das äußert sich z. B. in Form von entzündlichen und juckenden Hautausschlägen.
Die Symptome zu unterdrücken ist keine Lösung, denn dann würde der Prozess nur nach innen verdrängt werden. Äußerlich aufgetragene Cremes oder Salben helfen gegen den Juckreiz. Die entzündlichen Hauterscheinungen werden aber oft nur unterdrückt.
Die Ursache für die Überreizung der Haut, liegt tiefer und bleibt meist  trotz äußerlicher Behandlung bestehen.
Im positiven Sinne fungiert die Haut ja nur als Ventil, und bewahrt den Organismus vor inneren Schäden. Wird das Ventil geschlossen, also der Hautausschlag unterdrückt, sucht sich der Körper einen anderen Weg, um sich zu entlasten.„

-

Aus dem Inhalt entnommen: http://impformation.org/de/blog/impfschaeden/neurodermitis_nach_impfungen/2015-04-10/59/
„In den jeweiligen Fachinformationen der Impfstoffe ist die Nebenwirkung –Hautausschlag- fast schon im Vordruck eines Beipackzettels. 
Aber nun betrachten wir doch einmal einige Impfstoffe für Säuglinge und Kleinkinder genauer. 
Wir beziehen uns in der Liste der Nebenwirkungen auf den Bereich „Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes“ bzw. „Erkrankungen des Immunsystems“.

1. INFANRIX HEXA (6fach Impfstoff) GlaxoSmithKline GmbH (IV) 

Selten: Hautausschlag 

Sehr selten: Dermatitis

Dermatitis: (V) 
„Die Dermatitis ist ein weit gefasster Überbegriff für den Formenkreis der ekzematösen Hautveränderungen. Dabei kommen nahezu in jeder dermatologischen Krankheitsgruppe Formen der Dermatitis vor. Allen gemeinsam ist die entzündliche Komponente der Felderhaut.

Folgende Krankheitsbilder werden der Dermatitis zugeordnet:
- Atopien: 
Atopische Dermatitis (Neurodermitis)
- Allergische Erkrankungen: 
Dermatitis ammoniacalis (Windeldermatitis) 

- Seborrhoische Dermatitis: Lymphome und ähnliche Erkrankungen 
Chronisch aktinische Dermatitis (Aktinisches Retikuloid)
- Granulomatöse Erkrankungen: 
Dermatitis atrophicans lipoides diabetica 

- Bakterielle Erkrankungen: 
Dermatitis exfoliativa neonatorum Ritter von Rittershain (Lyell-Syndrom) 

- Blasenbildende Erkrankungen: 
Dermatitis herpetiformis
- Akne: 
Periorale Dermatitis oder rosazea-ähnliche Dermatitis 

- Physikalisch bedingte Hauterkrankungen: 
Dermatitis solaris (Sonnenbrand) 
Strahlendermatitis
- Arterienerkrankungen: 
Dermatitis ulcerosa

2. SYNFLORIX (Pneumokokken-Impfung) GlaxoSmithKline (VI) 
Selten:
Allergische Reaktionen 
(wie allergische Dermatitis, ATOPISCHE DERMATITIS, Ekzem)

3. BEXSERO (Meningokokken-B-Impfung) Novartis (VII) 

Sehr häufig: 
Hautauschlag (Kinder bis 10 Jahre) (gelegentlich nach Auffrischimpfung) 

Häufig: Hautauschlag
Gelegentlich: Ekzeme

4. VARIVAX (Windpocken-Impfung) Sanofi Pasteur (VIII)
Häufig: Ausschlag, Masern-/Röteln-ähnlicher Ausschlag, Varizellen-ähnlicher Ausschlag (generalisiert, durchschnittlich 5 Läsionen) 

Gelegentlich: Kontaktdermatitis, Windelausschlag, Erythem, Miliaria rubra, Pruritus, Urticaria
Selten: Flush, Bläschenbildung, ATOPISCHE DERMATITIS, Ekzem, Akne, Herpes simplex, Nesselartiger Ausschlag, Kontusion, Dermatitis, Arzneimitteldermatitis, Impetigo, Infektionen der Haut, Masern, Sonnenbrand

Jetzt können Sie sich einmal über diese Nebenwirkung Gedanken machen. Wir kommen hier nun zu dem Schluss, dass die Verneinung von Neurodermitis (atopische Dermatitis oder atopisches Exzem) durch Impfungen absolut unverantwortlich ist. Diese obigen Impfstoffe gehören zu der Grundimmunisierung von Säuglingen und Kleinkindern. Trotzdem wird die Häufung der Neurodermitis vorzugsweise auf andere „Umwelteinflüsse“ gelenkt.

Wir streiten Neurodermitis bei Ungeimpften nicht ab, jedoch können Impfungen die Ursache sein.
Wie wir immer wieder schreiben: Bitte lesen Sie die Fachinformationen der Hersteller. „

weiterlesen hier: http://www.impfschaden.info/impfungen-allgemein/geimpfte/ungeimpfte/umfrage-zum-gesundheitszustand-ungeimpfter-kinder/umfrage-ergebnisse-krankheiten.html

Sie haben recht, der Homöopathiethread ist ungeeignet; überhaupt ist diese Plattform ungeeignet für schulmedizinisches Geistesgut. Das können wir ja genau alles hier (http://www.forum-impfen.de/) nachlesen, wer es wollte.
Ja oder in der Apothekenumschau.  :teeth:
In ihren Worten: "Genau so steht es in der Diskussion anderen Teilnehmern frei, auf offensichtliche Fehleinschätzungen hinzuweisen, damit akut Betroffenen keine wirksame Therapie vorenthalten wird." bzw. dadurch Verschlimmbesserungen entstehen.

--> Cortison heilt niemals Neurodermitis.
--> Die Schulmedizin heilt niemals Neurodermitis.
die Homöopathen vermögen es. - Seltsam  :victory:
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: Taira am 03. April 2016, 23:12:37
Oki, gibt schon n paar Ärzte die sich ganzheitlich auf den Weg machen und erfolge erzielen:
http://www.rshimshoni.de/Interview_Naturarzt.pdf

„Es gibt de facto keine Hautkrankheiten“
Naturarzt-Interview mit Dr. med. Raphael Shimshoni:
Naturheilkunde und Dermatologie, die medizinische Fachdisziplin für Hauterkrankungen, vertragen sich nur selten gut. Während der Dermatologe - überspitzt gesagt - alles von außen einsalbt oder gar von innen das Immunsystem unterdrückt, will der
Naturheilkundler von innen nach außen die natürliche Selbstregulation fördern. Der Dermatologe Dr. med. Raphael Shimshoni
ist insofern ein Sonderfall: Für ihn gibt es keine Hautkrankheiten, sondern nur innere Störungen, die sich an der Haut äußern.
Die Pharmaindustrie hat in dieser Zeit viel Neues auf den Markt gebracht, mit den bekannten zweifelhaften Erfolgen
bzw. Nebenwirkungen
. Bereits in den 80-er Jahren habe ich am Toten Meer erfahren, was solche „Innovationen“ anrichten können.
Zur damaligen Zeit hat man häufig Methotrexat zur Unterdrückung des Immunsystems eingesetzt. Außerdem kam die sogenannte
PUVA-Behandlung groß in Mode - dabei wird die Haut mit einem Medikament für die UVA-Strahlung sensibler gemacht. Beide
Therapien hatten zur Folge, dass die Betroffenen immer häufiger mit schwersten Formen von Psoriasis (Schuppenflechte) bei uns
ankamen.
Heute wird zur Unterdrückung des Immunsystems Cyclosporin verordnet. Betroffene, die es einnehmen - egal ob bei
Schuppenflechte, Neurodermitis oder Urticaria -, müssen es nach der Phase der Verträglichkeit, d. h. spätestens nach zwei Jahren,
absetzen. Was danach folgt sind ein unbeherrschbares Hautgeschehen und verstärkte Autoimmunreaktionen.
Es gibt de facto keine Hautkrankheiten, sondern nur Stoffwechselentgleisungen bzw. hormonelle,
immunologische und andere Störungen des Organismus, die sich dann aufgrund der vorhandenen Veranlagung an der Haut äußern.
Unsere Patienten kommen mit schwersten Hautveränderungen, so dass eine „Entgiftung über die Haut“ nicht stattfinden kann.
Dies erfolgt über Darm, Leber und Niere.
Bei Neurodermitis ist es immer das erste positive Zeichen, wenn der Betroffene in der
Abheilungsphase anfängt zu schwitzen. (...)

 Sagt ein Doktor! Hört! Hört!
Vielleicht hilft ihnen das als Anstoß, der Materie unsererseits Gehör zu schenken.
Gruß Taira
Titel: Re: Wer ich bin und was ich hier möchte
Beitrag von: holzwuermle am 04. April 2016, 08:00:57
Taira  :give_heart:

zweimal super formuliert.

Aber, auch hier gilt, ich muss breit sein über meinen Tellerrand blicken zu wollen.........

nur so mal bemerkt, ..... wie oft haben Menschen nach einer OP sehr starkes Hautjucken....das ist oft die Folge weil die Ausscheidungsorgane Leber/Niere mit dem verstoffwechseln der Medis und der Abbauprodukte aus dem OP Bereich überfordert sind. Wenn man hier z.B. ansetzt geht es den Patienten sehr schnell besser. (Mehrfach bestätigte Erfahrungen)