Rotavirus-Impfung Impfstoff Bereits 1998 wurde erstmals ein Rotavirusimfstoff in den USA zugelassen (Rotashield®). Die Impfung mit diesem Impfstoff führte jedoch zu Fällen von Darmeinstülpung (Invagination), worauf der Impfstoff vom Markt genommen wurde. Ab 2006 gibt es 2 neue Rotavirusimpfstoffe auf dem Markt: Rotarix®: Rotarix enthält einen attenuierten humanen Rotavirusstamm, der von einem Kind in den USA herstammt. Der Impfstamm ist ein Serogruppe A, G1P[8] Virus. Dosierung(Beipackzettel): Die Impfserie besteht aus 2 Dosen. 1. Dosis ab einem Alter v. 6 Wo. Zw. den einzelnen Dosen Zeitabstand v. mind. 4 Wo. einhalten. Die Impfserie sollte vorzugsw. vor dem Alter v. 16 Wo. verabreicht werden, muss aber auf jeden Fall bis zum Alter v. 24 Wo. abgeschlossen sein. Zusammensetzung von Rotarix (Glaxo-Smith-Kline): Nach der Rekonstitution enth. 1 Dosis (1ml): Humanes Rotavirus, RIX4414-Stamm, lebend attenuiert mindestens 106,0 ZKID50. Hergestellt in Vero-Zellen. Sonst. Bestandt.: Pulver: Saccharose, Dextran, Sorbitol, Aminosäuren, Dulbecco`s modifiziertes Eagle-Medium (DMEM), Lösungsmittel: Calciumcarbonat, Xanthan-Gummi, Steriles Wasser. Rotateq®: Der im Frühjahr 06 in den USA und seit Juni 06 in Europa zugelassene Impfstoff enthält lebendes abgeschwächtes Rotavirus, das menschlich-bovinen (vom Rind stammend) Ursprungs ist (WC3-Stamm). Der Impfstoff wird gentechnisch hergestellt(http://www.p-e-g.org/print/aktuelles/168) Das gentechnisch veränderte Virus vermehrt sich im Darm nicht so gut wie das Konkurrenzprodukt und muss deshalb höher dosiert werden. Der Impfstoff wird auch oral verabreicht, man kann ab der 5.Lebenswoche impfen, es werden 3 Dosen im Abstand von etwa 4 Wochen verabreicht. Die Impfung kann nur vor Magen-Darm-Infektionen, die durch Rotaviren ausgelöst werden, schützen. Andere Durchfallerkrankungen (die durch andere Erreger als Rotaviren verursacht werden) können auch bei geimpften Kindern weiterhin vorkommen. Die Wirkung des Rotavirus-Impfstoffes wird mit 80 bis 95% angenommen. Gegenanzeigen: Invagination in der Anamnese. Patienten mit angeborener Fehlbildung des Gastrointestinaltrakts, die zu einer Invagination prädisponiert sind. Säuglinge. mit einer bekannten od. vermuteten Immunschwäche. Bei akuten Erkrankungen wie Durchfall und Erbrechen Nebenwirkungen, Impfkomplikationen und Impfschäden der Rotavirus Impfung
Nebenwirkungen des Impfstoffes Rotarix (www.gelbe-liste.de): Infektionen und parasitäre Erkrankungen: Selten: Infektionen der oberen Atemwege. Psychiatrische Erkrankungen: Sehr häufig: Reizbarkeit. Gelegentlich: Schreien, Schlafstörungen Erkrankungen des Nervensystems: Gelegentlich: Somnolenz. Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums: Selten: Heiserkeit, Schnupfen. Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Sehr häufig: Appetitverlust. Häufig: Durchfall, Erbrechen, Blähungen, Bauchschmerzen, Aufstoßen. Gelegentlich: Verstopfung. Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: Selten: Dermatitis, Hautausschlag. Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- u. Knochenerkrankungen: Selten: Muskelkrämpfe. Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort: Häufig: Fieber, Müdigkeit Seltenheitsschlüssel der Beipackzettel: Häufig = mehr als 10 % Gelegentlich = 1-10 % Selten = bis 1 % Sehr selten = 0,1 % Einzelfälle = einzelne Fallmeldungen Bei Rotateq kam es bei 20,9% der Säuglinge zu Fieber, 17,6 % zu Durchfall und 10,1% Erbrechen.(Produktinformation für Ärzte, Österrreich) Eine schwere Nebenwirkung, die der RotaTeq-Hersteller Merck in den USA in den Beipackzettel aufnehmen musste, ist das Kawasaki-Syndrom. Das Risiko liegt gemäß den Ergebnissen der Zulassungsstudie von RotaTeq bei 1:9000 (http://www.fda.gov/cber/label/rotateqLBinfo.htm ). Nach den Studien, mit denen GlaxoSmithKline die Zulassung von Rotarix in den USA beantragt hat, steigt durch den Impfstoff das Risiko für Bronchitiden und Pneumonien. In der Verum-Gruppe starben 7 von 31673 Kindern an einer Pneunmonie, in der Placebogruppe 3 von 31552. Die Gesamtsterblichkeit lag nach Rotarix bei 0,184% (66:36755), nach Placebo bei 0,158% (55:34739) (http://www.fda.gov/ohrms/dockets/ac/08/briefing/2008-4348b1-03.htm). Eine Studie im New England Journal of Medicine (2010; 362: 314-319) berichtet über drei Säuglinge, die nach der ersten oder der zweiten Dosis des Impfstoff RotaTeq® an einer schweren Diarrhöe mit Dehydrierung erkrankten. Durch die Analyse der Virusgene konnte eine Wildtyp-Infektion mit Rotaviren ausgeschlossen werden. Die Säuglinge litten an einer schweren angeborenen kombinierten Immunschwäche (SCID), die eigentlich eine Kontraindikation für die Lebendimpfung darstellt. SCID-Erkrankungen werden typischerweise erst später diagnostiziert, so dass die Impfung bereits durchgeführt wurde. Ob Patienten mit anderen Immunschwächen ebenfalls gefährdet sind, ist bisher nicht bekannt.
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